richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Napoleon, Brouillé und ein literarischer Brückenkopf in Friedrichsfelde

Mila Becker Buchhandlung

Eigentlich kann es ja nicht besser gehen. Freilich, würde mein rechtes Äuglein nicht entzunden sein und hätte ich mehr Münzen am Konto (wobei: wird man am Ende seines Lebens auf seine Kontostände zurückblicken?), ich würde mich äußerst zufrieden zurücklehnen. Kurz. Es gibt ja viel zu tun. Immer. Für heute werde ich ein Paket für Mila Becker und ihre Buchhandlung in Friedrichsfeld(e) schnüren. Dort soll auch schon Napoleon zugegen gewesen sein. Nicht in der Buchhandlung, aber in der Stadt, die am Rhein liegt. Und zu Napoleon passt es natürlich hervorragend, dass Mila sich in einen Marquis verliebt hat. Der Marquis ist meiner Feder entsprungen und entstammt der Tiret-Saga. Ja, Brouillé hat es ihr angetan. Dermaßen, dass sie nun meinen literarischen Brückenkopf in Deutschland bildet und dafür sorgt, dass die Leser der Stadt und der Umlande von der Qualität eines Breuers erfahren. Hach.

Derweil hätte es ja ganz anders kommen können. Weil Mila Becker eine Präsens-Hasserin ist. Sie kann es partout nicht leiden, wenn Romane und Geschichten in der Zeitform des Präsens abgehandelt werden. Aber – und jetzt kommt natürlich der springende Punkt! – weil sie mich in facebook kennen lernte, machte sie eine Ausnahme und las in das Buch um es dann lange nicht mehr wegzulegen. Wir sehen: Social Media hat seine Vorzüge. Ohne der virtuellen Verknüpfung würde ich weder im Literaturmagazin hörBÜCHER mit Schwarzkopf vertreten sein, noch in einer schmucken Buchhandlung in Friedrichsfeld aufliegen und von der Inhaberin wärmstens empfohlen werden.

Und wenn die belesene Inhaberin einer Buchhandlung, nebenbei noch interkulturelle Germanistin, meine Schreibe in den höchsten Tönen lobt, was will ich mehr erreichen wollen, in diesem einen Schriftsteller-Leben? Eben.

Und weil die wenigstens Leser die Muße und die Zeit haben, bis hierher zu lesen, nun die kritisch ärgerliche Anmerkung, dass die Barsortimenter mich dann doch enttäuschen. Natürlich, sie sind Unternehmen, die nach Gewinnmaximierung und Konstenminimierung streben. Da ist kein Platz für persönliche Überlegungen und Ausnahmeregelungen. Es verhält sich wohl wie der alte Greißler ums Eck (Tante Emma Laden) und einem riesigen Billig-Diskonter am Stadtrand. Während man dich beim Greißler mit Namen erkannte und man hin und wieder die Zeit für ein Schwätzchen hatte, bist du im Diskonter nur ein Konsument, ein Käufer. Punkt. Und wenn du es nicht bist, sind es tausend andere. Heute weiß ich, dass der Greißler, genauso wie das Kaffeehaus, eine wichtige soziale Komponente in der Gesellschaft inne hatte. Gewiss, das ist alles Schnee von Gestern. Und um wieder den Bogen zurück zu machen, nun, die Buchhändler mit ihren kleinen Läden sind die Greißler von heute. Oder sagen wir: sie sollten es sein. Mila Becker, wenn ich es richtig beobachte, ist noch eine Buchhändlerin, die den Kontakt zu ihren Kunden sucht, die wiederum den Kontakt zu einer versierten Buchleserin suchen. In Zeiten übervoller Bücherregale braucht es jemanden, der einen auf die Perlen aufmerksam macht. Voilà, in diesem Falle bin ich – respektive Brouillé, Tiret, Schwarzkopf (und sogar Erik, aber davon später einmal mehr) – die Perle in dem großen Schweinehaufen genannt Buchmarkt.

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4 Antworten zu “Napoleon, Brouillé und ein literarischer Brückenkopf in Friedrichsfelde

  1. R.C.N. Freitag, 10 Juni, 2011 um 1:02

    Stay „hungry“ kommt mir dazu sofort in den Sinn. Etwas partout nicht leiden können ist durchaus legitim und sicherlich haben wir alle unsere kleinen (irrationalen?) Macken von denen wir manchmal wissen wie und wann sie sich so manifestiert haben, dass wir gar nicht mehr anders wollen, als unsere Ansichten zu pflegen, ohne zu hinterfragen. Spart Zeit, spart nachdenken, spart Auseinandersetzungen mit Menschen und sich selbst.
    Neues zu entdecken, von eingefahrenen Pfaden abweichen, hungrig (interessiert und neugierig) und aufgeschlossen zu bleiben ist immer wieder eine Herausforderung – die wir annehmen sollten.
    Dir viel Erfolg and plenty hungry people.

  2. R.C.N. Freitag, 10 Juni, 2011 um 12:55

    Mein Buch liest sich leicht, flott, frech, humorvoll, mit einigen engl. Sätzen drin. Das Genre ist sicherlich nicht jedermanns Sache – aber das ist ja bei allen Büchern so. Wenn du willst, kannst du eine Datei von mir haben – weiß nur nicht, ob ich das im ebookformat versenden kann oder nur pdf oder Word? Du hast ja grad kein Geld in der Bank 😉

    • Richard K. Breuer Freitag, 10 Juni, 2011 um 14:19

      Na, unter Kollegen nimmt man kein Geld, sondern tauscht die Bücher. Der Vorteil von eingetauschten digitalen Büchern ist, dass sie keinen Platz wegnehmen 😉 Das Format ist mir so gut wie egal, ich nehme alles. PDF wäre natürlich sinnvoll. Die kindle bzw. mobi Datei kannst du mir natürlich auch gerne schicken, es sei denn, sie ist DRM geschützt, dann darfst du sie gerne behalten und mir doch wieder das PDF zukommen lassen. Da bin ich mal gespannt.

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