Der (vorläufige) Schlusspunkt für Penly

Am 13. August 2011 habe ich mit der 2. Überarbeitung von Penly begonnen. 17 Tage und rund 390 Seiten später ist die 2. Überarbeitung soweit mal unter Dach und Fach. Eigentlich ging ich davon aus, dass es recht zügig gehen würde, aber wie es so ist, kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Die Sackgasse, die mir eine unruhige Nacht bescherte, wurde bestens umgeleitet und konnte mit einem köstlich absurd schwarzhumorigen Geballere gelöst werden. Natürlich freut man sich anfänglich wie ein kleines Kind, aber nach einiger Zeit und wenn die ersten „Najas“ und „Hmms“ der Testleser eintreffen, dann weiß man, dass es noch viel Arbeit gibt. So ist das, mit dem Schreiben. Die Idee mag recht schnell aufs Papier gebracht werden, aber bis es sich rund und stimmig und glatt und süffig und weich und amüsant liest, muss noch viel geschliffen und gebohnert werden. Da kann es dann schon passieren, dass man Stunden an einer klitzekleinen Dialogzeile herumdoktert, um es schlussendlich doch wieder so zu belassen, wie es anfänglich war. Na, die üblichen Leiden eines Schreiberlings halt. Mitleid sollte man hier nicht erwarten, schließlich hat man es sich selber ausgesucht – am ehesten könnte man noch seiner Muse den Schwarzen Peter zuschieben, weil sie einen gar so intensiv geküsst hat, aber hey, warum sollte man sich das Knie wegschießen?

Das Vorwort und die Danksagung vor wenigen Stunden aufs Papier gebracht. Sozusagen aus dem Bauch heraus. Das PDF mit allem Drum und Dran vor wenigen Minuten an V. und A. verschickt. Für E. werde ich es noch in ein epub-Format konvertieren. Dann kann ich Penly mal zur Seite legen und mich anderen Dingen widmen. Derer gibt es ja viele.

Eine Umleitung in Penly

Gestern also noch gehadert, die Haare gerauft und nicht mehr recht weiter gewusst, als ich in der Sackgasse stand. Das ist die Grube, die sich auftut, wenn man nicht aufpasst und wie blöd gräbt und später dann hineinfällt. Jeder Schreiberling, der keinen Routenplan macht, sondern nur Anfangs- und Endpunkte kennt, kommt unweigerlich vom Weg ab. Dafür entdeckt man Orte, die vorher gar nicht auf der Karte eingezeichnet waren. So war es heute. Die Nacht noch unruhig geschlafen. Der Morgen, als ich mich zum Tisch setzte und den Bleistift spitzte, brachte mir auch noch keine neue Erkenntnis. Gut. Und dann öffnete sich mit einmal die Kiste der Inspiration. Keiner weiß, woher sie kommt und wer sie einem schickt. Plötzlich ist sie da. Es fängt mit einer Idee an, mit einem Setting. Man besetzt die Bühne und lässt laufen. Und siehe da, es greift ineinander. Und mit einmal tut sich ein neues Kapitel auf (besser: es ersetzt ein altes), das ich noch vor Tagen nicht hätte schreiben können. Es ist immer wieder eines der Wunder, die ich im kreativen Schreibprozess beobachte, nämlich dass aus Fragmenten und Andeutungen und Anspielungen am Ende, wenn man alles richtig gemacht hat,  etwas Ganzes, Rundes, Fertiges entsteht. Es braucht freilich viel Zeit und viel Muße – und hin und wieder natürlich auch eine Muse, aber das ist eine andere Geschichte. Morgen, wenn ich mich ranhalte, sollte die zweite Überarbeitung unter Dach und Fach sein. Und dann? Fängt es wieder von vorne an. 480 Seiten. Wer hat gesagt, dass Schriftstellerei eine spannende Angelegenheit wäre? Ich nicht, oder? Haha.

Eine Sackgasse in Penly

Sowas. Gestern das (erste) Ende von Penly überarbeitet. Sehr emotional. Hier, auf Seite 296, könnte man schon ausblenden und das Buch zuklappen. Weil es gar so stimmig rund ist. Aber das Leben meiner Protagonisten ist bekanntlich kein Kindergeburtstag. In Anlehnung an den Marquis, heißt es dann: Man muss mit kalter Feder schreiben, um die Herzen der Leser zu rühren. Jedenfalls, in der ersten Fassung lässt man zwei Charaktere am Leben und ist zufrieden. Doch jetzt, bei der Überarbeitung, stellt man fest, dass man sich dadurch in eine erzählerische Sackgasse manövriert hat, aus der man nicht mehr herauskommt, weil es kann nur einen geben – in Anlehnung an Highlander. Gewiss, man könnte als Schriftsteller Kniffe und Tricks anwenden, um zu begründen, was sich de facto nicht begründen lässt. Also gut, sagte ich mir, dann wird wohl einer der beiden ins Gras beißen müssen. Tja. So schnell werden die Würfel gerollt und Entscheidungen gefällt, auch wenn es viel Arbeit bedeutet. Und das bei subtropischen Temperaturen, hier, in Wien.

 

Der Absch(l)uss von Penly oder Alle guten Dinge sind vier

So. Vor rund einem Jahr die erste Überarbeitung an Penly gemacht. Gespräche mit EJ. geführt. Leider schon vieles vergessen. Tja. Nichtsdestotrotz, es geht frisch ans Werk. Der (vorläufige) Abschluss der Tiret-Saga mit Band IV soll in trockene Tücher gewickelt werden. Ja, blutige Verwicklungen und Verstrickungen gibt es da genug. Ich sattle mal die Pferde. Für die nächste Zeit wird es hier und auf meinen Social Media Kanälen ein wenig still werden. Das ist der Preis der musischen Konzentration. Darüber ließe sich noch viel sagen. Aber nicht jetzt. Nicht jetzt.

Unruhen in London – Chefredakteure, die Merkeln – ein Löschantrag für „Zeuge der Finanzkriminalität“ und die Frage, was hat das mit mir zu tun?

Mattscheibe
Mattscheibe

Ehrlich. Die Zeit läuft ab. Nicht unbedingt jene der Welt. Die wird sich auch noch drehen, wenn diese seltsame Spezies wieder dort angelangt ist, wo sie ihren Anfang nahm: in einer unbedeutenden Anhäufung von Zellen, die sich verbinden. Als die Chose vor hunderten von Millionen Jahren los ging, hätte sich wohl keiner gedacht, dass mal ein Kerl darüber bloggen würde. Okay. Kommen wir zum Punkt. Der ist ein wenig schwammig, wie Sie aus dem Titel entnehmen können. Sprunghaft, könnte man sagen. Aber so ist das, wenn man sich mit einem Thema kurzzeitig beschäftigt und dann bemerkt, dass andere da irgendwie auch von Bedeutung sind, wenn man die Zusammenhänge verstehen möchte. Ja, ehe man sich versieht, wuchert einem eine undurchdringliche Dornenhecke an offiziellen und manipulierten und unter den Tisch gekehrten Fakten, sowie die daraus fußenden Vermutungen und Meinungen entgegen. Freilich, jeder kann, darf und soll sich heute ein BILD (sic!) machen. Falls einem nicht die interessantesten Informationen vor der Nase weggelöscht werden.

Der youtube-Clip Zeuge der Finanzkriminalität mit dem Journalisten Dr. Schumann wurde ratzeputz aus dem Verkehr gezogen. Grund: Urheberrechtsverletzung – eingebracht von der Teudschen Fermögensperatungs AG – laut deren Webseite eine der größten eigenständigen Vinanzfertriebe mit 37.000 Fermögensberatern. Ich schätze, da dürften einige Perater Zeit und Muße haben, das Internetz nach Urheberrechtsverletzungen zu durchforsten – ich hoffe, die Satire ist angekommen. Dass der Inhalt des Clips vermutlich kritische Töne gegen die Finanzindustrie gesungen hätte, nun, das ist freilich irrelevant, nicht? Und wenn Sie noch immer denken, diese ganze Internetz-Urheberrechts-Debatte hätte mit Beatles- und Rolling Stones- und Justin Bieber-Songs oder mit armen brotlosen Musikern und Schriftstellern zu tun, äh, ja, dann würde ich sagen, schlafen Sie bitte weiter und stören Sie nicht meine Kreise.

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