Eine Umleitung in Penly

Gestern also noch gehadert, die Haare gerauft und nicht mehr recht weiter gewusst, als ich in der Sackgasse stand. Das ist die Grube, die sich auftut, wenn man nicht aufpasst und wie blöd gräbt und später dann hineinfällt. Jeder Schreiberling, der keinen Routenplan macht, sondern nur Anfangs- und Endpunkte kennt, kommt unweigerlich vom Weg ab. Dafür entdeckt man Orte, die vorher gar nicht auf der Karte eingezeichnet waren. So war es heute. Die Nacht noch unruhig geschlafen. Der Morgen, als ich mich zum Tisch setzte und den Bleistift spitzte, brachte mir auch noch keine neue Erkenntnis. Gut. Und dann öffnete sich mit einmal die Kiste der Inspiration. Keiner weiß, woher sie kommt und wer sie einem schickt. Plötzlich ist sie da. Es fängt mit einer Idee an, mit einem Setting. Man besetzt die Bühne und lässt laufen. Und siehe da, es greift ineinander. Und mit einmal tut sich ein neues Kapitel auf (besser: es ersetzt ein altes), das ich noch vor Tagen nicht hätte schreiben können. Es ist immer wieder eines der Wunder, die ich im kreativen Schreibprozess beobachte, nämlich dass aus Fragmenten und Andeutungen und Anspielungen am Ende, wenn man alles richtig gemacht hat,  etwas Ganzes, Rundes, Fertiges entsteht. Es braucht freilich viel Zeit und viel Muße – und hin und wieder natürlich auch eine Muse, aber das ist eine andere Geschichte. Morgen, wenn ich mich ranhalte, sollte die zweite Überarbeitung unter Dach und Fach sein. Und dann? Fängt es wieder von vorne an. 480 Seiten. Wer hat gesagt, dass Schriftstellerei eine spannende Angelegenheit wäre? Ich nicht, oder? Haha.

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