Die Eurokrise verständlich erklärt

In rund 8 Minuten erfährt man alles, was man vorerst wissen muss. Wer nicht die Zeit erübrigen kann, es gibt eine Kurzzusammenfassung: Durch all die vielen Rettungsfallschirme (Money, Money, Money) profitieren in erster Linie Banken und Banksters, Konzerne und Börsen-Kredithaie. Was wir im Moment sehen, ist ein Ablenkungsmanöver im großen Stil. Das System, so, wie es gegenwärtig an den Märkten und in der Finanzwirtschaft gelebt wird, kann nicht funktionieren. Aber wer würde sich getrauen, so etwas zu propagieren, wenn es satte Profite regnet? Statt dessen wird die Krise zum Anlass genommen, um dem Bürger noch die letzten institutionellen Zufluchtsorte zu nehmen. Die Freiheit wird abgeschafft. Zum Wohle aller. Zum Wohle aller?

 

 

Du bist nur ein kleiner Schlurf oder: Das Spiel der Mächtigen im Konspirationstheater

Ich habe mir die letzten Tage und Wochen viele Gedanken gemacht über mein zu schreibendes populäre Non-Fiction Buch: Verschwörungstheoretische Anleitung für den kritischen Bürger. Die Idee ist, das Buch ohne ISBN und nur in einer kleinen Auflage drucken zu lassen. Ich werde es freilich der öster. und deutschen Nationalbank abliefern, wie es sich gehört, evtl. eine Hand voll  Exemplare der Wiener Bücherei abtreten. Immerhin geht es ja darum, Leser zu erreichen, die noch nicht völlig vom gegenwärtigen System zombiefiziert sind.

Jeder, der die Zeit und Energie hat, den einen oder andere Sachverhalt zu prüfen – mit dem Internet geht das äußerst effizient (Fallstricke!) – der wird vermutlich aus meinen Aufzeichnungen nicht viel Neues erfahren. Mir geht es um all jene Menschen, die spüren, dass es noch eine andere Wahrheit (vielmehr: Wahrheiten) geben muss, als jene, die uns tagtäglich von Medien und Politikern und Geschäftsleuten vorgekaut wird. Das Schlimme ist aber, dass es eine breite Masse gibt, die willfährig dem Flötenspiel der Mächtigen hinter drein schlurft und gar nicht bemerkt, dass ihr schon das Wasser bis zum Halse steht. Blub. Und dieser Sumpf (wie man die opportunistischen Abgeordneten im Konvent, während der Französischen Revolution nannte) hat die Angewohnheit, Partei für die Mächtigen zu ergreifen, ohne dass es dem Einzelnen sonderlich auffallen würde. Darum ist es heutzutage so schwierig, eine Masse zu mobilisieren, die bereit ist, nicht nur Fragen an die Obrigkeit zu stellen, sondern auch Antworten einzufordern.

Damit will ich es eigentlich gut sein lassen. Hm. Nein, eines noch. Im obigen Video hört man den US-Präsidenten Jimmy Carter – gemeinhin als Erdnussfarmer tituliert (tatsächlich beschäftigte er sich in seiner Navy-Aussbildung u.a. mit Nuklear-Reaktoren in U-Booten), prangerte in einer Rede an die Nation zum Thema Energiekrise das selbstsüchtige Konsumverhalten seiner Mitbürger an:

„In einer Nation, die einmal Stolz war, auf ihre Arbeit, ihren starken Familien und Gemeinden und ihrem Glauben in Gott, zu viele von uns tendieren nun dazu, Maßlosigkeit und Konsum an erste Stelle zu reihen. Was einen Menschen ausmacht ist nicht mehr länger dadurch definiert, was einer tut, sondern was einer besitzt.“ In a nation that was proud of hard work, strong families, close-knit communities and our faith in God, too many of us now tend to worship self-indulgence and consumption. Human identity is no longer defined by what one does but by what one owns.

Rund zwanzig Jahre später rät der damalige US-Präsident Bush jr., dass die Bevölkerung nach den traumatischen Ereignissen um 9/11  am besten shoppen gehe.

Wir sehen, in den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Das sollte uns hin und wieder zu denken geben, oder? Die Puzzlestücke werde ich gerne für Sie zusammensetzen. Be prepared!

Wir laufen im Katastrophen-Modus oder Die Rückkehr zur Intuition

Lasst Kinder wieder Kinder sein
Oder: Die Rückkehr zur Intuition
ein Buch von Michael Winterhoff
Link zur Verlagsseit

update: Interview mit Winterhoff in der FAZ »Noch 1990 lebten wir in einer analogen Zeit«

Als mir Carsten Tergast, der Mit-Autor der Winterhoff-Bücher, das neueste Machwerk schickte, merkte er an, dass ich mich vielleicht über das Zitat auf Seite 21 des Buches freuen würde. In der Tat, ein schönes Gefühl, seinen Namen unter ein paar Zeilen zu sehen, in einem Buch, das sicherlich hunderttausende Menschen lesen werden. Ich bin erst bei der Hälfte, kann aber sagen, dass es den Kern der gegenwärtigen Sachlage in der (westlichen) Gesellschaft trifft. „Wir laufen im Katastrophen-Modus“, heißt es da so schön, weil wir beinahe 24 Stunden mit einer Kaskade an Entscheidungs-Dilemmate konfrontiert werden. Wir rotieren, um den Alltag gebacken zu bekommen. Und wenn wir endlich einmal die Füße hochlagern könnten, schaffen wir es nicht, weil immer im Hinterkopf die Frage lauert: „Ist es sinnvoll?“ oder „Bringt es mich weiter?“ oder „Was würden jetzt die anderen sagen, wenn sie mich so sähen?“ oder „Was muss ich morgen machen?“

Gewiss, eine breite Masse kippt in das genaue Gegenteil und lässt sich nur noch berieseln. Zynisch formuliert haben wir es hier mit lebenden Zombies zu tun, die nur noch funktionieren, aber nicht mehr leben. Und die anderen sind hyperaktive Jongleure, die keine Sekunde zur Ruhe kommen können. Die Frage, die auch im Buch gestellt wird, ist natürlich, ob diese ständige Bereitschaft, Entscheidungen treffen zu müssen, überhaupt seelisch (und später körperlich) gesund sein kann. Wir wissen, dass es das nicht ist. Intuitiv sehnen wir uns nach einem ruhigen Plätzchen, wo wir die Seele baumeln lassen können, ohne dunkle Gedanken an ein unbestimmtes Morgen zu hegen, wo wir einfach wir sind.

Dass die Gesellschaft vor Jahren einen falschen Weg eingeschlagen hat, wir uns heute mehr und mehr bewusst. Gottlob beginnen jetzt die Gespräche und die ersten ernsthaften Überlegungen, was man ändern könnte. Der Social-Media-Hype dürfte sich dem Ende zuneigen – wie man aus diesem Artikel entnehmen kann. Wir haben uns überfordern lassen. So einfach ist das. Und in den letzten Wochen habe ich mich auch aus dem Netz zurückgezogen, um meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Das heißt nicht, dass ich nicht mehr anwesend bin, aber ich entscheide jetzt, wann ich „zu Hause bin“. Darüber gilt es in späterer Folge noch zu schreiben.

Ich hätte gerne ein Foto des Buches gemacht, wie es auf meinem Schreibtisch liegt, aber der Aufwand, ich muss es klar und deutlich sagen, steht sich nicht dafür. Der Leser möge es sich vorstellen.

So nebenbei angemerkt, ich muss jetzt Schluss machen, für heute, habe ich die neue Ausgabe von frisch gespielt 2/2011 in die Druckerei geschickt. Eigentlich eine Anachronie, in Zeiten der virtuellen Spieleforen und Webseiten, noch ein 52-seitiges Hochglanzprodukt zu entwerfen, für Spiele, die (weitestgehend) ohne Strom auskommen und reale Leute um einen Tisch versammeln. Ja, man hört, dass es das noch geben soll.

Der Hofnarr und das Geschrei am Hofe des Königs oder: Wer hat Angst vor 9/11?

rkb in NYC

Als ich 1993 New York City besuchte, da war ich dann doch überwältigt, von der Größe, aber auch enttäuscht, weil die (Electronic und Games) Stores gar nicht so supersized waren, wie ich mir erträumte. Immerhin konnte ich Filmplakate erstehen, die es in Österreich einfach nicht gab, genausowenig wie das Schnurlostelefon mit Anrufbeantworter (Huh, die damalige Post hätte mich an den Ohren aufgehangen, hätten sie mich mit dem nicht genehmigten Teil erwischt). Auch standen ein paar Kinofilme am Programm, die erst Wochen oder Monate später in die heimischen Kinos kommen sollten (wie zum Beispiel Jurassic Parc oder Posse oder Cliffhanger oder The Last Action Hero).

Beinahe 20 Jahre später, dank einer überbordernden virtuellen Informationsflut (wir nennen es Internet), wird mir Stück für Stück klar, dass die Dinge nicht so sind, wie sie auf dem ersten, vielleicht sogar zweiten Blick scheinen.

Manchmal, wenn ich mir so den Kopf über dies und das zerbreche, dann frage ich mich still und heimlich, ob es nicht besser gewesen wäre, ich hätte Pandoras Box nicht geöffnet und wäre dieser naive junge Kerl, der sich für Rollenspiele und Kinofilme interessierte und die Mediensicht auf die Welt für bare Münze nahm. Anders gesagt: Aus dem Internet vertrauenswürdige und gesicherte Informationen zu bekommen verhält sich analog eines Durstigen, der aus einem Feuerwehrschlauch trinken möchte. Am Ende ist er nass, aber noch immer durstig. Diese hübsche Analogie stammt leider nicht von mir.

Kommen wir nun zum eigentlich Thema. Zeit ist ein knappes Gut. Also, ich habe mir gedacht, dass ich vielleicht die nächsten Wochen hin und wieder ein paar Meinungs-Schnippel zu interessanten Verschwörungstheorien blogge. Schadet nichts, oder? Damit trete ich freilich in die Fußstapfen der amüsanten Hofnarren, die sich als Einzige erlauben durften, dem König und seinem Gefolge ein paar hässliche »Wahrheiten« an den Kopf bzw. die Köpfe zu werfen. In den Worten von Billy Wilder hört sich das dann so an: Wenn du Leuten die Wahrheit sagst, sei witzig, oder sie werden dich in der Luft zerreißen. Hm. Dummerweise geht den meisten Leuten aber der Humor ab, wenn es um historisch relevante Ereignisse geht. Oder es fehlt einfach das vitale Interesse, die hundertste Version einer „es war ganz anders“-Theorie zu hören oder zu lesen.

Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, warum ich mir das antue? Werde ich mit Ru(h)m und Ehre überschüttet? Oder wenigstens mit klingenden Münzen? Werde ich bejubelt und beklatscht? Werde ich der Retter der Nation sein? Hm. Seien wir ehrlich. Ich werde mir höchstwahrscheinlich die Finger verbrennen und mich großartig lächerlich machen, weil, naja, weil manche Wahrheitswächter nur eine einzige Wahrheit zulassen können und das ist die Wahrheit der Masse und der Presse.

Ich will es heute für gut sein lassen, möchte aber nur einen klitzekleinen Seitenhieb ins Feld führen, das dem einen oder anderen vielleicht kurz die Stirn runzeln lässt. Hoffentlich. Dummerweise ist es nicht sonderlich lüstig. Okay, vielleicht schaffe ich es, die nächsten Male ein wenig Witz in die morbide Angelegenheit zu bekommen. Also, nehmen wir an, ein institutionelles Gebäude in der Hauptstadt würde lichterloh brennen und die Regierung und die Medien benennen die Schuldigen dieses offensichtlichen Brandanschlages innerhalb kurzer Zeit, ohne dass Beweise oder Fakten angeführt werden. Gewiss, es gibt eine Reihe von illustren Zeugenaussagen, die in eine Richtung zeigen. Würden Sie in den Chor der Mehrheit/Presse einstimmen? Oder würden Sie kurz inne halten und sich fragen, was zum Teufel da vor sich geht? Später wird dann von der Regierung gefragt, ob die Bürger den totalen Krieg wollen. Ich schätze, hier aufzustehen und die Frage zu verneinen, wäre sehr unpatriotisch gewesen. Und hätte wohl dazu geführt, dass man dem Slogan »Arbeit macht frei« am eigenen Leib erfahren hätte. Apropos Arbeit, da fällt mir ein, dass es tatsächlich progressive Vordenker gibt, die meinen, dass Arbeit in naher Zukunft ein wenig anders ausfallen wird. Einfach, in dem wir weniger arbeiten und dadurch mehr Lebensqualität zurückbekommen – oder weil Jobs, wie wir sie heute kennen, schlicht obsolet werden. Okay, klingt nach einem Witz, nicht? Na, bitte, jetzt haben Sie aber gelacht, nicht?