richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Du bist nur ein kleiner Schlurf oder: Das Spiel der Mächtigen im Konspirationstheater

Ich habe mir die letzten Tage und Wochen viele Gedanken gemacht über mein zu schreibendes populäre Non-Fiction Buch: Verschwörungstheoretische Anleitung für den kritischen Bürger. Die Idee ist, das Buch ohne ISBN und nur in einer kleinen Auflage drucken zu lassen. Ich werde es freilich der öster. und deutschen Nationalbank abliefern, wie es sich gehört, evtl. eine Hand voll  Exemplare der Wiener Bücherei abtreten. Immerhin geht es ja darum, Leser zu erreichen, die noch nicht völlig vom gegenwärtigen System zombiefiziert sind.

Jeder, der die Zeit und Energie hat, den einen oder andere Sachverhalt zu prüfen – mit dem Internet geht das äußerst effizient (Fallstricke!) – der wird vermutlich aus meinen Aufzeichnungen nicht viel Neues erfahren. Mir geht es um all jene Menschen, die spüren, dass es noch eine andere Wahrheit (vielmehr: Wahrheiten) geben muss, als jene, die uns tagtäglich von Medien und Politikern und Geschäftsleuten vorgekaut wird. Das Schlimme ist aber, dass es eine breite Masse gibt, die willfährig dem Flötenspiel der Mächtigen hinter drein schlurft und gar nicht bemerkt, dass ihr schon das Wasser bis zum Halse steht. Blub. Und dieser Sumpf (wie man die opportunistischen Abgeordneten im Konvent, während der Französischen Revolution nannte) hat die Angewohnheit, Partei für die Mächtigen zu ergreifen, ohne dass es dem Einzelnen sonderlich auffallen würde. Darum ist es heutzutage so schwierig, eine Masse zu mobilisieren, die bereit ist, nicht nur Fragen an die Obrigkeit zu stellen, sondern auch Antworten einzufordern.

Damit will ich es eigentlich gut sein lassen. Hm. Nein, eines noch. Im obigen Video hört man den US-Präsidenten Jimmy Carter – gemeinhin als Erdnussfarmer tituliert (tatsächlich beschäftigte er sich in seiner Navy-Aussbildung u.a. mit Nuklear-Reaktoren in U-Booten), prangerte in einer Rede an die Nation zum Thema Energiekrise das selbstsüchtige Konsumverhalten seiner Mitbürger an:

„In einer Nation, die einmal Stolz war, auf ihre Arbeit, ihren starken Familien und Gemeinden und ihrem Glauben in Gott, zu viele von uns tendieren nun dazu, Maßlosigkeit und Konsum an erste Stelle zu reihen. Was einen Menschen ausmacht ist nicht mehr länger dadurch definiert, was einer tut, sondern was einer besitzt.“ In a nation that was proud of hard work, strong families, close-knit communities and our faith in God, too many of us now tend to worship self-indulgence and consumption. Human identity is no longer defined by what one does but by what one owns.

Rund zwanzig Jahre später rät der damalige US-Präsident Bush jr., dass die Bevölkerung nach den traumatischen Ereignissen um 9/11  am besten shoppen gehe.

Wir sehen, in den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verändert. Das sollte uns hin und wieder zu denken geben, oder? Die Puzzlestücke werde ich gerne für Sie zusammensetzen. Be prepared!

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4 Antworten zu “Du bist nur ein kleiner Schlurf oder: Das Spiel der Mächtigen im Konspirationstheater

  1. Heinrich Sonntag, 25 September, 2011 um 13:39

    Lieber Richard,
    ich bewege mich ja mit riesigen Schritten auf das Greisenalter zu, in dem ich nun auch keine Wunder mehr erwarte, weil es bisher auch keine gegeben hat – für mich jedenfalls nicht.
    Darum bin ich begeistert, nun doch noch miterleben zu dürfen, wie Sie Ihren Bestseller schreiben. Ich gönne Ihnen diesen Erfolg von ganzem Herzen.

    Warum ich so sicher bin, dass dieses Buch ein grandioser Erfolg wird?

    [Zitat] Das Schlimme ist aber, dass es eine breite Masse gibt, die willfährig dem Flötenspiel der Mächtigen hinter drein schlurft und gar nicht bemerkt, dass ihr schon das Wasser bis zum Halse steht.[/Zitat]
    Jeder einzelne der breiten Masse wird das Buch verschlingen, weil er darin so wunderbar das Verhalten der Anderen erkennt. Gut, er selbst fühlt sich nicht so direkt angesprochen, weil er ja über alles Bescheid weiß, und seine guten Gründe hat, sich aus der Angelegenheit herauszuhalten. Aber er hat darüber hinaus natürlich ausgezeichnete Ratschläge, was die Anderen nun endlich mal tun müssten.

    [Zitat Heinrich]Die meisten Menschen scheinen genau zu wissen, wo es lang geht, ohne Zweifel, ganz eindeutig. Sie kennen jede Antwort, jeden Weg, so weit wie sie blicken können – bis zum Rand ihres Tellers.[/Zitat]

    Ich bin gespannt, was hinter dem Horizont der breiten Masse entdeckt wird. Die „Verschwörungstheoretische Anleitung für den kritischen Bürger.“ wird uns schonungslos die Augen öffnen! Cool! 😉

    Gruß Heinrich

    P.S. ich freue mich ernsthaft auf das Buch!

  2. Richard K. Breuer Montag, 26 September, 2011 um 8:16

    Na, wenn Sie sich freuen, Herr Heinrich, dann freue ich mich auch. Man darf sagen, dass Sie noch zu jener seltenen Gattung Mensch gehören, die sich ernsthaft Gedanken machen und davon ausgehen, dass es noch etwas über dem Tellerrand geben müsste. Gut.

    Sollte ich mal eine erste lesbare Fassung haben, kann ich Ihnen diese gerne „unter der Hand“ zukommen lassen. Jetzt müsste ich endlich mal das Heft in die Hand nehmen, respektive in die Tasten klopfen. Aber zuvor gilt es, noch ein paar andere Kleinigkeiten zu regeln. Wie so oft.

  3. Heinrich Montag, 26 September, 2011 um 20:31

    „unter der Hand“
    … das klingt konspirativ, aufregend und verschwörerisch.
    Da bin ich dabei!

    Wobei ich bei der „unter der Hand“ – Transaktion nur den zeitlichen Vorsprung nutzen möchte, den ich dann schamlos gegenüber den anderen Nichtwissenden nutzen kann.
    Um die Wirkung solch eines Werkes nicht zu verfehlen, werde ich mir nach Erscheinen trotzdem noch ein Exemplar kaufen.
    Es ist nämlich so, dass Bücher, wie auch Musikstücke, für die man die Autoren nicht „ordentlich“ entlohnt hat, ihre Wirkung verfehlen oder sich gar ins Gegenteil kehren. Geklaute Musik, die man aus dem Internet saugt, mach frühzeitig taub und oft auch lahm (Tanzmusik) und bei Büchern hängt es sehr von der Geschichte und den Protagonisten ab, welche Schicksale sich bei fehlender Entlohnung des Autors auf den Leser übertragen oder nicht. Gerade bei Kriminalromanen lebt der Leser ausgesprochen gefährlich, wenn er das Buch nicht ordentlich bezahlt. Noch schlimmer ist es bei bei Verschwörungstheorien oder gar Anleitungen zu diesen. Wenn der Leser glaubt, sich entziehen zu können, indem er das Buch gar nicht erst kauft, hat er quasi schon verloren.
    Ich hoffe sehr, dass die kritischen Bürger nicht nur Ihr Buch kaufen, sondern auch die unkritischen darüber aufklären, wie sie ihre letzte Chance wahrnehmen können.

    • Richard K. Breuer Dienstag, 27 September, 2011 um 15:47

      Sollte ich Ihnen dann das Dokument zusenden und ich – schwuppdiwupp – spurlos verschwinden, dann werden Sie hoffentlich nicht paranoid 😉

      Ja, eine „ordentliche“ Entlohnung ist für den Autor immer fein. Am Ende bekommt jeder, was er verdient. Leider. Zum Glück. Je nach dem.

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