richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Was ist Geld, bitteschön?

Ein hübsch gemachter Dokumentarfilm über das Geld und was es in der Gesellschaft anrichtet. Wenn man die Leutchen so über Geld reden hört, dann bekommt man das Gefühl, dass wir es mit einer großen ungerechten Sauerei zu tun haben.

Documentary: The Money Fix [youtube]

Tatsächlich ist Geld nichts anderes als eine Übereinkunft zwischen Menschen. Geld allein schafft keine Dinge, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Man könnte alles Geld der Welt aufwenden, aber man wird  nicht in die Vergangenheit reisen können, um Fukushima oder Tschernobyl oder Hiroshima ungeschehen zu machen. Geld ist nichts anderes als ein (Macht)Mittel, um Entscheidungen zu treffen. Hier erklärt es Bernard Lietaer:

Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, dass so gut wie kein Bürger die Frage stellt, wie es sein kann, dass zum Beispiel der Bankenapparat die unglaublichsten „Schlösser“ in den Städten dieser Welt erbaut und sich dabei nicht einmal schäbig oder schuldig vorkommt. Geld entsteht aus Luft, wenn man so will. Jeder Geldschein, der im Umlauf ist, entstand durch die Aufnahme eines Kredites. Man könnte sagen, die Banken sind in der Lage, Geld zu drucken und verlangen dafür Zinsen und Gebühren. Ein lukratives Geschäft, nicht? Dass es eine Bankenkrise gab und gibt, hat vorderhand damit zu tun, dass die Banken nicht umhin konnten, ein wenig an der Börse zu spekulieren. Ein legales Casino, wenn man so will. Dass manche auf die falsche Karte setzten, naja, das kommt vermutlich vor. Gut dass die braven Bürger bereit waren und bereit sind, für die verpokerten Unsummen geradezustehen.

Wenn wir uns einen verzweifelten und wütenden Mob ansehen, wie er durch die tristen Vorstädte der Mega-Citys tobt, dann erkenne ich, dass diese Verzweifelten und Wütenden kein Ziel kennen. Anno dazumal, da konnten sie zu den Schlössern und Palais der Fürsten und Prinzen und Landherren ziehen, um ihren Unmut freien Lauf zu lassen. Das konnte schon recht hitzig werden, dieses Austoben, aber immerhin konnte sich die Wut nach außen entladen. Heutzutage werden mehr nebenbei die Autos der Nachbarn angesteckt, die Geschäfte etwaiger Bekannter ausgeraubt oder die Scheibe einer kleinen Bankfiliale eingeschlagen – aber Wut und Verzweiflung sind damit nicht gestillt und beide führen ihr Krank machendes Werk in Körper und Geist fort. Die Bilder wiederum von brennenden Autos und eingeschlagenen Scheiben machen gehörig Eindruck. Vor allem in den Nachrichtensendungen. Und wieder darf sich die Politik rühmen ein schärferes Gesetz zur „Sicherheit“ verabschiedet zu haben. Und die Einsatzkräfte werden freilich verdoppelt.

Also, um es auf den Punkt zu bringen: WER entscheidet, wer wie viel Geld jemand in einer Gemeinschaft zur Verfügung gestellt bekommt? Wenn wir zum Schluss kommen, dass es Banken sind, die es entscheiden, dann müssen wir uns fragen: WARUM dürfen sie das? Wer hat ihnen das Recht dazu eingeräumt? Und ist es im Sinne einer gesunden Gemeinschaft, wenn ein privates Unternehmen über das Gemeinwohl entscheidet? Frei nach dem Motto: der Bau und Betrieb eines AKWs in einem Erdbebengebiet ist hunderttausend Mal lukrativer (Kredit genehmigt) als die Erstellung eines Wildreservats (Kredit abgelehnt). Und wenn das AKW einen Störfall hat, umso besser, weil die Rettungseinsätze Unsummen verschlingen werden. Hui. Dann müssen wieder Kredite aufgenommen werden. Wer vergibt die Kredite? Wer verdient an Zinsen und Gebühren? Richtig.

Wie man es auch dreht und wendet, im gegenwärtigen System sind wir alle dem Teufel ausgeliefert. Bitte lächeln.

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