Manstein und Miller oder Eros & Tanathos

Ein wenig seltsam mutet es auf dem ersten Blick an, wenn ich mir meine Bücher so besehe, die ich gerade lese. Zum einen Erich von Mansteins Verlorene Siege über seine Erfahrungen als Oberbefehlshaber Deutscher Truppen im Zweiten Weltkrieg, zum anderen Henry Millers Sexus über seine Erfahrungen als brotloser Herumtreiber im New York der frühen 1920er Jahre. Das eine Buch ist ein »origiastischer Hymnus auf die physische Liebe« (sagt der Klappentext, nicht ich), das andere eines der »bedeutendsten Werke über die Operation des Zweiten Weltkriegs« (sagt International Affairs, London). Wie das jetzt zusammenpasst kann ich nicht sagen, aber vielleicht hatte Reich-Ranicki ja recht, wenn er meinte, dass sich der Leser (vorrangig) nur für Liebe und Tod interessieren würde.

Eigentlich wollte ich auch über den Franz-Onkel schreiben, der als Soldat am Zweiten Weltkrieg teilnahm und in Kriegsgefangenschaft geriet. Er meinte, so hörte ich es jedenfalls, dass er das Schlimmste für Europa befürchte, würden die Deutschen (BRD & DDR) wieder zusammenkommen. Ich schätze, die bodenständige niederösterreichische und die weitausholende germanische Mentalität haben sich nicht wirklich vertragen. Aber eigentlich erwähne ich ihn an dieser Stelle nur deshalb, weil er nach dem Kriege bei einem Möbelgeschäft in St. Pölten gearbeitet hat. Sein Chef, ein gewisser Herr Leiner, wusste scheinbar Möbel zu verkaufen. Jahrzehnte später habe ich meine schmucke Sofa-Landschaft in einem seiner (für damalige Verhältnisse) luxuriös anmutenden Einkaufstempel erstanden. Aber auch das wäre jetzt keine sonderliche Erwähnung wert, würde ich mich nicht von der einen Hälfte trennen. Was mich wiederum zu allerlei Gedanken verführt, nämlich der Frage, warum es so einfach ist, Dinge zu kaufen, aber um so schwieriger und aufwändiger, diese Dinge wieder zu verkaufen oder (warum auch nicht?) zu verschenken?

Würden wir ein intaktes wirtschaftliches und gesellschaftliches System leben, dann würde sich unser Dasein nicht nur um das Produzieren und Konsumieren drehen, sondern, wie bestehende Dinge im Kreislauf verbleiben können, um Ressourcen und Nerven zu sparen. Aber da wir uns vorrangig Gedanken um Eros und Tanathos machen, tja, werde ich wohl auf meiner halben Couch sitzen bleiben. Hübsches Wortspiel, nicht?

 

Neue Webseite gefällig? Let’s virb!

Die letzten Tage begonnen, eine hübsche Webseite für einen kleinen, jungen Verlag zu erstellen. Wobei ich prinzipiell keine administrativen Verpflichtungen eingehen möchte. Deshalb den Vorschlag unterbreitet, es mit virb.com zu probieren. Dort gibt es toll designte Vorlagen, die man ohne HTML-Kenntnisse befüllen kann. Somit ist gewährleistet, dass der Sachbearbeiter – oder der Verlagschef -, nach einer kurzen Einschulung, etwaige Aktualisierungen selber durchführen kann. Es gibt ja nichts Nervigeres, wenn man als Admin ständig erreichbar sein muss, nur weil ein neuer Termin für eine Lesung  auf die Webseite gestellt werden soll. Wie oft klagen mir Künstler von ihren Erfahrungen mit „günstigen Webdesignern“, die für kleinere Änderungen Tage oder Wochen benötigen. Deshalb gilt: selbst Hand anlegen, wenn immer es möglich ist. Das spart Nerven und Kosten und man weiß, was man am Ende bekommt. Ob die Maxime auch im Privaten gilt, mag ich hier nicht kommentieren.

Virb, soweit ich es jetzt kennen gelernt habe, erfüllt meine Anforderungen. Die Kosten von US-$ 10,- / Monat sind überschaubar und akzeptabel. Fallstricke habe ich noch keine gefunden. Freilich, sollte die Firma morgen insolvent werden, tja, dann geht vermutlich auch die Webseite flöten. Aber das gilt freilich für alle Hoster.

Ich gehe davon aus, dass virb nicht das einzige Unternehmen im weltweiten Web ist, welches vorgefertigte Layouts anbietet, aber von ihrer eigenen klar strukturierten Web-Präsentation bin ich mehr als angetan. So gehört sich das. Es gibt nichts Schwierigeres, als allerlei Informationen ordentlich und benutzerfreundlich aufzubereiten. Was lässt man weg? Was benötigt man? Welche Informationen gehören wohin? Das Resultat kann am Ende sehr simpel wirken, aber das Gehirnschmalz, das man dafür benötigt, ist enorm. Ja, ja.

Zu guter Letzt soll ein möglicher Wermutstropfen nicht unerwähnt bleiben. Wenn durch meinen Eintrag jetzt der eine oder andere ebenfalls auf den Geschmack kommt und sich ne neue Homepage mit virb erstellt, dann könnte es gut sein, dass er oder sie die gleiche Vorlage auswählt und dann, tja … es erinnert an jene peinliche Situation, wenn frau auf einem Empfang bemerkt, dass eine andere Gästin (yep) das gleiche Kleid trägt – freilich, das Muster und die Farbe ist ein wenig anders, aber der Schnitt ist ident.

Das wollte ich jetzt nur mal gesagt haben.

Henry Miller, Klaus Kinski und der Wendekreis im Nexus

Ich habe kein Geld, keine Zuflucht, keine Hoffnungen.
Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.
Wendekreis des Krebses
Henry Miller

Das Layout für das Magazin LF soweit fertig und die Daten an die Druckerei verschickt; der Satz und den Umschlag für das phantastische Jugendbuch über fünf verschollene Kinder in einer ersten Version erledigt; Kostenvoranschlag für Erstellung eines E-Books für VS. in der gedanklichen Warteschleife. Ein bisschen Zeit also, um kurz über Gelesenes der vergangenen Wochen zu resümieren. Vor allem sticht hier Henry Miller  und Klaus Kinski heraus.

Miller und Kinski – auch wenn sie unterschiedlichen Generationen angehörten – sind sich nicht unähnlich gewesen. Beide auf der Suche. Beide litten, darbten, hungerten. Miller im Paris der 1920er und 1930er, Kinski im Nachkriegsdeutschland der 1950er. Immer wieder erschütternd, wenn der wohlbehütete Leser der Gegenwart mit dem schonungslosen Überlebenskampf konfrontiert wird. Freilich, die beiden hätten es auch anders haben, hätten sich in das System – vulgo Hamsterrad – eingliedern können. Aber sie waren zu ego-zentriert, zu leidenschaftlich, zu verrückt, als das sie für längere Zeit mit dem Strom schwimmen wollten. Aber alles hat seinen Preis. Wirklich.

Wenn wir uns heute im Kunstbetrieb umsehen, dann merken wir, dass es zu aller erst um den „Betrieb“ geht, dann erst kommt die „Kunst“. Wir treiben gegenwärtig einen Quantitäts-Fetisch auf die Spitze. Wo immer man hinkommt, überall werden einem die Verkaufszahlen, die Auflagen, die exorbitanten Auktionserlöse, die ausverkauften Wiederholungskonzerte um die Ohren geschlagen. Jeder musisch Inspirierte, der da nicht mithalten kann, wird ohne Zögern aussortiert und auf den Abfall geworfen. Punkt. Aus. Dazupassend der Artikel über alternde 30jährige Fußballgrößen und bekannte Rockstars jenseits der 60.

Möchte man also über Menschen lesen, die sich weder beugen noch brechen lassen, dann ist man bei Miller und Kinski gut aufgehoben. Freilich, auch sie haben Zugeständnisse und Kompromisse machen müssen: Miller bettelte und schnorrte und er hoffte beinahe täglich, dass ihm seine Frau in New York Geld überweisen würde; Kinski spielte jeden „Dreck“, so lange ihm die Produzenten eine gehörige Summe anboten. Die beiden autobiographisch gefärbten Bücher sind jedenfalls spannender zu lesen als jede gut konstruierte Fiktion. Miller und Kinski muss man einfach empfehlen. Gerade in Zeiten, in denen die Balance zwischen Mensch (Emotion) und Maschine (Geist) nicht mehr stimmt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Alles, was Sie über das Thema E-Book wissen müssen – Fakten und Träume

Ja, rechter Hand, das ist der eReaderBevor ich Sie mit reichlich Fakten zum Thema »E-Book« füttere, muss ich ein wenig abschweifen. Aber keine Sorge, am Ende werde ich wieder an diese Stelle zurückkommen und den Bogen schließen. Es beginnt mit einem jungen Studenten aus deutschen Landen, der von einem Buchhändler nach Leipzig mitgenommen und dort in die Verlagswelt eingeführt wird. Der junge Student versteigt sich in eine hübsch ehrgeizige Schriftsteller-Illusion, als er vielen Verlegern vorgestellt wird. Sein erstes, recht schmales Büchlein erscheint noch ohne seinem Namen auf dem Deckblatt. Jahre später, gereift und strebsam, möchte er mit einem Lustspiel die Welt der schöngeistigen Literatur im Sturm erobern. Aber jene zwei Verleger, denen er sich anvertraute, lehnen es ab, den Text zu veröffentlichen. Was für eine Zurückweisung für den jungen Studenten, der sich bereits als erfolgreicher Schriftsteller wähnt. Von dieser Demütigung wird er sich Zeit seines Lebens nicht mehr gänzlich erholen und sie wird dafür sorgen, dass er fortan ein »tiefreichendes Mißtrauen gegen diese Buchkrämer« hat. Der ambitionierte Schreiberling ist gerade einmal 24 Jahre jung und beschließt kurzerhand seine nächste Schrift bei einem heimischen Drucker selber zu publizieren. Nicht lange und es erscheint sein Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Ein Schauspiel. Da er aber gar so viele Bücher in seiner Stube liegen hat, die zu Geld gemacht werden müssen, schreibt er an Freunde: »Hört, wenn ihr mir wolltet Exemplare vom Götz verkaufen, ihr tätet mir einen Gefallen« Nennen wir das Ganze einfach Selbstverlag und Marketing, anno 1773. [die Zitate sind dem Buch Geschichte des deutschen Buchhandels von Reinhard Wittmann – 1991 C.H. Beck, München]

Weiterlesen?

Amerikas geheimes Establishment – ein Vorwort von Antony C. Sutton

Vorwort des Autors

AMERICA’S SECRET ESTABLISHMENT
Eine Einführung in den Orden von Skull & Bones

Nach 16 Büchern und 25 Jahre Quellstudien dachte ich, ich hätte alles gehört … die Welt war ein verworrenes Durcheinander, höchstwahrscheinlich jenseits eines Verständnisses und mit Sicherheit jenseits einer Lösung – und es gab wenig, was ich dagegen hätte tun können. […]

Dann, vor über einem Jahr, erhielt ich einen dicken Stapel von Dokumenten – nichts Geringeres als die Mitglieder-Liste einer Amerikanischen Geheimgesellschaft. Ein kurzer Blick genügte, um festzustellen, dass es keine gewöhnliche Gruppe war. Die Namen schrien förmlich nach Macht. Nach großer Macht. Wie ich jeden Einzelnen näher untersuchte, entstand vor meinem Auge ein Schema … und die vormals so rätselhafte Welt wurde kristallklar.

Diese Bände werden erklären, warum der Westen die Sowjets und Hitler aufgebaut hat; warum wir in Kriege eintreten, um diese zu verlieren; warum Wall Street Marxisten und Nazis liebt; warum Kinder nicht lesen können; warum Kirchen Propaganda-Einrichtungen geworden sind; warum historische Fakten unterdrückt werden, warum Politiker lügen und hundert andere Warums. Diese Bände sind unendlich wichtiger als die Western Technology Serie. Wenn ich ein Opus Magnum habe, dann ist es dieses.

ANTONY C. SUTTON
Phoenix, Arizona
30. Juli 1983

Antony C. Sutton was a
research Fellow at the Hoover
Institution, Stanford University,
from 1968 to 1973. He is a former
economics professor at California
State University Los Angeles. He
was born in London in 1925 and
educated at the universities of
London, Gottingen and California
with a D.Sc. degree from
University of Southampton,
England.

*