richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

EM 2012 – Spieltag 3 – IRE : CRO – Nord-Süd-Konflikt

Irland : Kroatien 1:3

Gleich vorweg. Ich finde den kroatischen Trainer Bilic sympathisch. Ja, er ist einfach zum Herzen, wenn er sich über Tore und gelungenen Szenen seiner Mannschaft freut oder sich lautstark an den Kopf greift, wenn mal der Schiedsrichter einen schwachen Tag hat. Gestern trug er übrigens zum Anzug eine schlumpfige Mütze. Niedlich. Gut in Erinnerung, wie er zur EM 2008 in der Verlängerung, nach dem (scheinbar entscheidenden) Tor der Kroaten, wie aufgezogen jubelnd zu seinen Spielern gerannt ist. Sagte ich schon, dass es die Türken waren, die in der letzten Minute die Kroaten rauskickten? Vermutlich.

Gestern bekamen es die Kroaten mit den Iren zu tun, die das Klischee von Rugby-Spielern durchaus strapazierten. Wenn es stimmte, dann haben sie seit vielen Spielen keine Tore zugelassen. Tja. Gestern waren es gleich drei. Dumm gelaufen. Vielleicht auch unglücklich. Aber so ist das im Fußball. Glück und Unglück wechseln sich ab. Das eine mal verliert man knapp, das andere mal haushoch. Ja, so ist das. Wenigstens haben sich die Iren nicht aufgegeben und noch bis zum Schluss brav gekämpft. Und hätte der Schiedsrichter das Foul der Kroaten im Strafraum geahndet und auf Strafstoß entschieden, tja, dann hätten wir vermutlich ein emotionsgeladene Schlusshälfte gesehen, in der die Iren mit Mann und Maus gegen die Kroaten angerannt wären. Ich weiß nicht, ob es meine sensible Natur ist, aber man kann (auch vor dem TV-Schirm) dieses Knistern spüren, wenn eine Mannschaft, die zurückliegt, es wissen will. Das macht eigentlich ein Fußballspiel aus: die Emotion, der Wille!

Die Kroaten, als Südländer, sind spielerisch natürlich eine Klasse für sich, ich befürchte aber, dass sie gegen die Südsüdländer aus Italien und Spanien den Kürzeren ziehen werden. Da halte ich die Trappatoni-»ich-haben-fertig«-Defensiv-Rugby-Nordmänner aus Irland für die gefährlicheren. Jedenfalls, so lange sie ihr Tor sauber halten und dem Gegner dadurch den Nerv ziehen. Hätten die Kroaten nicht gleich zu Beginn das Tor gemacht – eher glücklich als herausgespielt – wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre.

Ja, immer diese »was-wäre-wenn«-Gedankenspielerei. Da sind wir Österreicher freilich besonders gut.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: