richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

EM 2012 – Spieltag 6 – DEN : POR – Christiano Chancentod

Portugal : Dänemark 3:2

Ja, es war ein durchaus munteres Spielchen, auch wenn man die Emotion auf Seiten der Dänen vermisste. Vermutlich, weil sie wussten, dass mit einer Niederlage noch nichts verloren ist, während die Portugiesen mit dem Rücken zur Wand standen. Bei einer Niederlage wäre es vorbei gewesen, mit den hochtrabenden Träumen eines Viertelfinaleinzug. Trotzdem – oder deshalb – agierten zu Beginn die Portugiesen vorsichtig. Es ist ja immer diese Gradwanderung, zwischen offensiv und defensiv, zwischen vor und zurück, wenn es eigentlich bereits um die Wurscht geht. Immer diese Befürchtung, diese Angst, man könnte ins offene Messer laufen und damit alle Chancen vertun. Andererseits, wer sich vor seiner eigenen Courage fürchtet, sollte erst gar nicht zur EM fahren dürfen. Aber ich weiß ja, dass heutzutage so viel am Spiel steht. Nicht nur die Fußballer-Ehre, nein, auch lukrative Bonuszahlungen und gehypte Medienrummelei stehen da im Vordergrund. Gerade ein Christiano Ronaldo kann davon ein Lied singen, von diesem Druck, der da auf ihn lastet. In Schlagzeilen wird er tagtäglich ermahnt, dass er der beste Spieler des Turniers sei und somit die Verantwortung für das Weiterkommen der portugiesischen Mannschaft trägt. Tja. Was kann ein Spieler schon ausrichten, ha?

Nun, im Spiel hätte es Ronaldo tatsächlich zwei Mal am Fuß gehabt, die Entscheidung herbeizuführen. Man stelle sich vor, dem eingewechselten Stürmer Varela gelingt nicht der (kuriose) Siegestreffer (zuerst tolpatschig den Ball verfehlen, dann sich um die Achse drehen und mustergültig den Ball ins Tor knallen), Ronaldo wäre der Buhmann der Nation gewesen. Aber jetzt mal ehrlich, ein Spieler von seinem Format, von seiner Klasse, war nicht in der Lage, ins Tor zu treffen, als er alleine auf den Tormann zulief. Solche Chancen darf man in einem Spiel, wo es um die Wurscht geht, einfach nicht vergeben. Aber so ist nun mal Fußball. Da ist nichts in Stein gemeißelt. Ja, deshalb lieben wir diesen Sport. Würde alles vorhersehbar sein, wozu noch so ein Spiel austragen?

Die Dänen, wieder einmal, überraschten. Weil sie kaltschnäuzig dagegen hielten. Vielleicht auch, weil sie mehr Glück als spielerische Qualitäten hatten. Aber im letzten und entscheidenden Spiel, wo es diesmal für die Dänen um die Wurscht geht, laufen sie gegen die deutsche Nationalelf auf. Und nur ein Sieg hilft ihnen da weiter – oder, wenn es die Portugiesen aus der Hand geben, ein Unentschieden. Aber wollen wir wirklich glauben, dass die Niederländer die Portugiesen ärgern können? Nach den letzten zwei Spielen zu urteilen, ist die Niederlande am Sande. Hübsches Wortspiel, nicht? Und so passend.

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