richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

EM 2012 – Spieltag 7 – ITA : CRO – alte Zeiten, neue Zeiten

Italien : Kroatien 1:1

Ja, die Italiener hatten alles im Griff. Eigentlich. Aber es fehlte ein wenig der Nachdruck. In der ersten Hälfte, da war Kroatien bemüht, diese italienische Taktik mit einer 3er Kette in der Verteidigung und zweier Flügelverteidiger, die sich bei Ballbesitz zu Mittelfeldspieler verwandeln, zu verstehen. In der zweiten Halbzeit schien dann das italienische Pulver verschossen, wobei, wenn ich mich recht entsinne, vergaben die Italiener dann doch ein paar Chancen. Alles in allem eine muntere Partie. Jetzt kommt es für die Kroaten darauf an, gegen Spanien zu bestehen. Vermutlich wäre ein Sieg gegen die Italiener einfacher gewesen, wenn sie es darauf angelegt hätten und damit der Einzug ins Viertelfinale. Aber bei aller Sympathie für die Kroaten, ihre spielerischen Qualitäten sind nicht mehr auf Top-Niveau. Aber die Einstellung, ja, die Einstellung dürfte stimmen. Auch schon was, nicht?

Für die Italiener heißt es jetzt die Schuss-Stiefel schnüren. Weil nur ein hoher Sieg mit 3 Toren gegen die Iren einen sicheren Aufstieg bedeuten. Freilich, wenn Spanien die Kroaten aus dem Stadion kurzpassspielt, sprich, besiegt, dann reicht den Italienern auch schon mal ein Unentschieden. Also, ich für meinen Teil, ich sehe bereits ein giftiges Angriffsfuriosum der italienischen Nationalelf im nächsten Spiel. Die Kroaten werden sich vor ihrem nächsten Spiel gegen die Spanier sicherlich Tabletten gegen Seekrankheit einwerfen, um nicht schwindlig gespielt zu werden. Ja, man wünschte sich die Kroaten einfach besser, stärker. Tja, ihr Zenit scheint längst überschritten. Vermutlich geschah es in jenem denkwürdigen Spiel, EM 2008, als sie ein gewonnenes in allerletzter Minute aus der Hand gaben. Dieser Treffer, diese plötzliche Niederlage, sozusagen unter der Gürtellinie, musste einfach Folgen haben. Und diese Folgen spüren die Kroaten noch heute. Leider.

Die Italiener wiederum, sie erinnern bereits ein wenig an alte Zeiten, als man mit ihnen rechnen musste, auch wenn ihre Taktik zum Einschlafen war: hinten absichern, vorne hoffen. Heute ist es eher: hinten hoffen, vorne loslegen. 

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