richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

EM 2012 – Viertelfinale 1 – CZE : POR – Erlösendes nach 80 Minuten.

Tschechien : Portugal 0:1

Ich habe jetzt nachsehen müssen, ob die Portugiesen mit zwei oder nur einem Tor das Spiel für sich entschieden. Ja, es war nur eines. Scheinbar haften bei mir die Ergebnisse bei müden, recht eintönigen Spielen nicht lange im Gedächtnis. Vielleicht, weil ich es aus jenem welchen streichen möchte. Viel gibt es zum ersten Viertelfinale nicht zu schreiben. Die übliche Malaise, wenn sich ein Underdog (Tschechien) in der Gruppenphase durchsetzt – nicht unbedingt durch Kampfgeist oder spielerischer Qualitäten (hätten sie beides, wären sie wohl kein Underdog) – sondern durch eine glückliche Fügung. Tschechien, man muss es in aller Deutlichkeit sagen, hätte in einem Viertelfinale nichts verloren gehabt. Ob es, sagen wir die Polen besser gemacht hätten? Wenigstens wäre die Stimmung eine bessere gewesen. Lieber hätte ich die Russen gegen die Portugiesen spielen sehen. Vielleicht wäre es hier zu einem richtigen Fußballspiel gekommen.

Die Tschechen spielten in der ersten Viertelstunde munter drauf los – damit überraschten sie die Portugiesen, die nicht ins Spiel fanden. Aber je länger das Spiel dauerte, umso müder wurden die Tschechen, umso aufgeweckter die Portugiesen. Ich tue mir schwer, festzustellen, ob es eine physische oder geistige Leere war, die die tschechische Elf zum Nichtstun bewegten. Als die Portugiesen dann doch noch das erlösende Tor machten – natürlich war es Christiano Ronaldo, der schon lange vorher zwei Mal die Torstange ordentlich wackeln ließ – hielt sich der Offensivgeist der Tschechen noch immer zurück. Es schien beinahe, als würden die Tschechen in Führung liegen, nicht die Portugiesen. Was soll man dazu sagen?

Haken wir also das – wohl – schwächste und spannungsärmste Spiel der EM ab. Ich gehe nicht davon aus, dass noch mehr folgen werden. Aber wer weiß? Auf dem Papier klingen die restlichen drei Viertelfinal-Begegnungen natürlich nach Pulverdampf und Schlagabtäuschen. Hoffen, wir, dass Mut und Entschlossenheit und Offensivgeist in den Stadien ordentlich verteilt werden. Ja, immer diese verfluchte Hoffnung. Die Götter des Olymp lachen sich ins Fäustchen, wenn ein Erdenbürger gen Himmel blickt. Ich höre es!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: