Obamamia – Eine Tragikomödie in 2 Akten

*

Als ich vor vier Jahren den überaus spannungsgeladenen US-Wahlkampf 2008 live (übers Web) mitverfolgte und in den frühen Morgenstunden noch ein paar Zeilen darüber schrieb, da hegte ich eine stille Hoffnung, dass der obamsche Wahlsieg eine neue Stimmung im Land und in der Welt zur Folge haben würde. Tja. Ich würde sagen, sein damaliger Kontrahent John McCain hätte es auch nicht schlimmer vermasseln können, die letzten vier Jahre. Andererseits gilt die geflügelte Phrase  «the sky is the limit« (umgekehrtes Vorzeichen beachten!) für alle politischen Machenschaften. Oder im Sinne von Journalist Ralph J. Gleason, der das erste Gesetz amerikanischer Politik nach Watergate postuliert haben soll:

»Egal wie paranoid du bist, was sie [die Politiker] wirklich machen
ist schlimmer als du dir überhaupt vorstellen kannst.«

Wie dem auch sei, ich will den geneigten Leser nicht vor den Kopf stoßen, der den ersten afroamerikanischen US-Präsidenten der Geschichte, der noch dazu eloquent und »let-me-be-clear«-bestimmend auftritt, für einen Wunderknaben hält. Ja, er hätte in der Tat Gelegenheit gehabt, ins Wunderhorn zu blasen und endlich mal aufzuräumen. Statt dessen hatte er die letzten Jahre einfach noch mehr, pardon, Müll & Mist produziert. Der Sauhaufen, wie man so schön sagt, ist angerichtet. In den nächsten vier Jahren, davon können wir ausgehen, wird sich nichts zum Besseren für die Bürger dieser Welt ändern. Period!

Der schrullige Konsulent Gerald Celente bringt es in einem irischen TV-Interview [youtube] sehr gut auf den Punkt. Man mag nicht mit allen Ansichten Celentes übereinstimmen, aber die Aussagen, die er in diesem kurzen Ausschnitt tätigt, treffen den Nagel auf den Kopf: Obama oder Romney? Da bekommt man nur das geringere von zwei Übeln – was am Ende immer noch übel genug ist.

Als Lichtblick könnte man die Harvard-Juristin Elizabeth Warren ins Rennen werfen. Sie konnte gestern einen Senatssitz erobern und dürfte eine(r) der wenigen sein, die noch alle Tassen im Schrank hat, will heißen, noch nicht vollständig von den Geldmächten korrumpiert wurde. Vielleicht nur eine Frage der Zeit, who knows?, aber ihre Aussagen und Vorträge – zB: The Coming Collapse of the Middle Class [youtube] -, die ich bis jetzt gehört habe, zeigen, dass sie das Problem in den oberen Regionen der Kapital- und Geldmächte ortet. Für eine künftige Senatorin ist solch eine Feststellung schon allerhand. Immerhin hat es vor ihr bereits der parteiunabhängige Senats-Querulant Bernie Sanders gewagt, am Floor of the Senate über die (unglaubliche) Einkommensverteilung in den USA zu fabulieren und wer in der Wirschaft zu den Gewinnern und wer zu den Verlieren zählt. [youtube] Dass die Rede medial genauso wahrgenommen wurde wie das Umfallen eines Reissäckchens in China, sagt nichts über Sanders viel aber über die Mainstream-Konzentration aus. Aber das ist ein anderes, überaus trauriges Thema.

Was dürfen wir uns also von Obama im 2. Akt erwarten? Ich schätze, wir werden von allem mehr bekommen. Ich führe das nicht weiter aus. Für jene, die mit leuchtend-gutmenschlich-liberalen Augen durch die rosarote Brille sehen, ist Obama so oder so nicht angreifbar. More to come!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s