richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

5 Jahre später – des Eigenverlegers rückblickende Vorschau

Timeline_Covers_rkb_2012

das Ouevre des Herrn B.

Am 29. Februar 2008 war es, ein Schaltjahr, wie man am Datum gut erkennen kann, als ich mein erstes Eigenverlagsbuch mit ISBN/VLB offiziell der Öffentlichkeit im Wiener MQ präsentierte. Ein kurzer Videoclip zeigt das Davor und Danach, mit einer Kostprobe der szenischen Lesung. Es war eine durchaus gelungene Veranstaltung – immerhin war es ein kleiner, unbekannter Eigenverleger, der da mit seinem »vanity«-Buchprojekt seine Eitelkeit befriedigen und es der Welt da draußen zeigen wollte.

*

Fünf Jahre später hat sich die Verlagswelt durch das elektronische Buch ein klein wenig verändert. So gut wie jeder ist nun in der Lage, seine Schreibe zu publizieren. War das nicht der Traum aller Philosophen des 17. und 18. Jahrhunderts? Zu lesen und gelesen zu werden. Überall und immerdar? Als ich mit der Tiret-Saga begann, wusste ich noch nicht, wohin mich die historische Reise der Französischen Revolution bringen sollte, aber ich wusste bereits damals, instinktiv, dass diese Revolution ein weltgeschichtliches Schlüsselerlebnis war. Freilich, damals war ich im Mainstream-Historismus gefangen. Ich spekulierte vielleicht hie und da über eine alternative Interpretation, aber im Großen und Ganzen akzeptierte ich die überlieferte Geschichtsschreibung. Fünf Jahre später habe ich mich zu einem skeptischen Verschwörungstheoretiker geschrieben. Die Revolution von 1789 hatte in mir eine Saat aufgehen lassen. Gegenwärtig überarbeite ich mein rund 600 Seiten großes Sachbuch Con$piracy und stelle dabei immer wieder fest, wie wenig Sie und meine Wenigkeit, über das Gestern wissen. Ja, wir leben in einer Illusionsblase. Vielleicht ist das auch die einzige Möglichkeit, um nicht gänzlich verrückt oder fatalistisch zu werden. Gottlob gehöre ich einem Wienertum an, das sich nicht unterkriegen lässt. Immerhin hat die Stadt zwei Mal die Türken vor den Stadttoren aufgehalten (gut, vielleicht war es einmal der frühzeitige Wintereinbruch und das andere Mal das polnisch-deutsche Entsatzheer) und sowohl der Pest, als auch der sowjetischen Besatzung und dem amerikanischen Bombardment standgehalten. Sie dürfen gerne wählen, welches das geringere Übel ist. Sie sehen, die Menschheit hatte und hat immer die Wahl. Sozusagen.

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