Wie ich merkte, dass mich Windows 7 alt macht

Atari-Shirt-MQ_2008Für alle, die nicht wissen, wie alt ich bin, nun, zu Weihnachten 1980 lag eine sogenannte Videospielkonsole namens ATARI VCS 2600 unterm Weihnachtsbaum und ich, als Zwölfjähriger, war hin und weg. Wow! Damit begann mein Einstieg in die digital-virtuelle Twilightzone. Zuerst war es also die Spielkonsole, danach kam der Homecomputer (Texas TI 99/4A, Atari 130XE, Commodore Amiga 500)  und schließlich, mit ein wenig Verzögerung, ein Personal Computer mit Farbmonitor und Nadeldrucker. Von da an ging es stetig bergauf (oder bergab, je nach dem): MS-DOS, Windows 3.1, Windows 95, Windows 98 und schließlich Windows XP. Damals schraubte ich mir meine PCs selber zusammen, verglich Preislisten und versuchte auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Freilich nur im Kopf, denn ein neuer Computer riss für gewöhnlich ein großes Loch ins Budget. Nichtsdestotrotz, ich blieb am Ball.

Jahre später, mit Windows XP und einem verlässlichen, aber recht müde wirkenden Computer, muss ich mir nun endlich klar werden, wie es weitergeht [justament strauchelte gestern das Netzteil]. Ein recht neuer PC mit Windows 7 harrt meines Umstiegs unterm Schreibtisch. Ich habe bereits begonnen, relevante Programme zu überspielen, allen voran Adobe Creative Suite 2.0, welches mich im Jahr 2005, wenn ich mich recht entsinne, etwa € 1.600,- kostete. Das war damals sogar noch ein Schnäppchen. Ich muss hinzufügen, dass es die beste Investition war, die ich damals tätigen konnte. Mit dem Layout-Programm InDesign und dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop erstellte ich alle meine Bücher, Prospekte, Magazine, Poster, Briefvordrucke usw. Die Programme laufen dermaßen stabil, dass ich Abstürze an einer Hand abzählen kann. Tja. Aber weil wir in einem System des Hamsterrades leben und die gute Firma Adobe natürlich ihren Mitarbeitern Brot auf die Butter schmieren [sic!] muss, versucht sie in recht knappen Zeitabständen, neue und verbesserte Versionen ihrer Softwareprogramme auf den Markt zu werfen. Verständlich, aus martkwirtschaftlicher Sicht. Schließlich ist so ein Butterbrot mit ein wenig Salz eine äußerst schmackhafte Sache.

Meine größte Sorge ist jedenfalls, dass sowohl mein altes InDesign als auch Photoshop auf dem neuen PC mit Windows 7 nicht mehr rund laufen. Ein erster Wermutstropfen ist mal, dass InDesign nur noch auf Englisch startet. Ich schätze, ich werde mich daran gewöhnen müssen; das Problem ist zwar bekannt, aber eine (einfache) Lösung dürfte es nicht geben. Dann gilt es natürlich, das Konvolut an Schriftarten zu installieren und all die kleinen Extras, die das Arbeitsleben erleichtern. Ich denke, die Sache verhält sich nicht anders wie mit einem Ortswechsel, wenn man vor vollen Kästen und Schränken steht und sich verzweifelt fragt, was man davon wirklich braucht. Vermutlich wäre es das einfachste, man würde die Wohnung abfackeln;  ja, das würde die Auswahl ziemlich vereinfachen. [Disclaimer: Der Autor befördert in keiner Weise Pyromanie oder Versicherungsbetrug.]

Wie dem auch sei, eigentlich geht es an dieser Stelle ja um etwas ganz anderes. Ich habe an mir nämlich die Beobachtung gemacht, dass mich aktualisierte Software-Versionen, neue Betriebssysteme und Hardware-Novitäten nicht die Bohne interessieren und mich eher säuerlich oder ahnungslos stimmen. Ich glaube, all das ist ein Indiz dafür, dass ich zwar noch nicht alt, aber auch nicht mehr jung bin. So sage ich mir, dass ich kein superflottes, topmodernes Computersystem brauche, sondern ein verlässliches und stabiles. Mehr noch, je länger ich mit einer funktionierenden Software arbeite, desto weniger tendiere ich zu einer neuen. Auch das sicherlich ein Zeichen der Altersweisheit. Und ist der Mensch nicht ein Gewöhnungstier?

Ist es nicht bezeichnend, für unsere Epoche, wenn man das Alter eines Menschen anhand seines ersten Betriebssystem feststellen kann. Wie hieß es damals, wenn man die Schnauze voll hatte?

C> del *.*

[Disclaimer: Der Autor befördert in keiner Weise das unsachgemäße Löschen relevanter Daten und Programme.]

Übrigens, dein Fernseher lügt

Gestern endlich den Film Free Rainer – Dein Ferseher lügt (imdb) gesehen. Ein unterhaltsamer Aufklärungsspielfilm aus dem Jahr 2007, wenn man so will, der einem die Farce und den Zynismus der einflussreichen Medien-TV-Welt vor Augen führt. Ich gehe davon aus, dass dieser Film an die Grenze des Erlaubten gegangen ist – mehr Kritik dürfte gegenwärtig nicht möglich sein. Natürlich ist der Plot ein Märchen mit Happy End! [SPOILER:] So erwacht am Ende die (deutsche) Gesellschaft aus ihrer Dummheit, die ihr ein Establishment verordnet hat. Huh. Ich denke, es ist an der Zeit, sich kurz zurückzulehnen und sich zu fragen, ob die breite Masse dumm gehalten wird oder dumm gemacht wurde. Das mag jetzt nach Haarspalterei aussehen, ist aber tatsächlich ein wesentlicher, wenn nicht sogar DER wesentliche Aspekt für eine gegenwärtige Bestandsaufnahme. Ich versuche, diese Überlegung anschaulicher darzulegen: Stellen Sie sich vor, ein Junge sitzt im Rollstuhl und seine Umwelt gibt ihm zu verstehen, dass er nie wieder auf seinen eigenen Füßen stehen, geschweige denn gehen würde können. Die Frage, die sich nun stellt, ist jene, ob er tatsächlich nicht in der Lage ist, seine Beine zu bewegen (weil man in jungen Jahren dafür gesorgt hat) oder ob es eine Art von verordneter Einbildung ist (remember die Zeichentrick-Serie Heidi?). Im ersteren Falle ist jeder Versuch, ihn wieder ans Gehen zu gewöhnen, zum Scheitern verurteilt, im zweiteren Fall ist eine ›Heilung‹ möglich, mag sie mühsam und langwierig sein. Im Film stehen sich diese beiden Ansichten gegenüber. Zum einen der TV-Chef, der davon ausgeht, dass die breite Masse dumm ist und von der Straße ferngehalten werden muss, zum anderen der ›von den Toten auferstandene Prophet‹ und ehemalige TV-Produzent, der zur Überzeugung gelangt ist, dass die breite Masse nur dumm gehalten wird und sich in Wirklichkeit nach Qualität und Wahrheit sehnt.

Vor wenigen Tagen stieß ich übrigens in einem Text auf Gustave Le Bon, der in seinem Buch Psychologie des Foules (1. Auflage 1895) über das Wesen der Masse geschrieben haben soll. Darin heißt es, dass man Massen hauptsächlich gewinnen könne durch:

1. affirmation pure et simple [Bestätigung, Bejahung, Bekräftigung],
2. durch répétition [Wiederholung].

Hingegen, so der Autor, würde man durch Beweise für Behauptungen die Massen nur langweilen und sie schließlich teilnahmslos machen.

Jetzt wissen Sie, warum ich mir mit Con$piracy so schwer tue. Ich staple Beweis auf Beweis (oder wenigstens Fakten bzw. Indizien), um meine Behauptungen zu untermauern. Aber je höher dieser Beweis-Stapel wird, umso höher werden meine Zweifel, etwas damit zu erreichen. Vielleicht, denke ich mir dann und wann, sind wir gar nicht mehr in der Lage, unsere Beine zu bewegen – auch wenn wir uns noch so sehr anstrengen.

Revolutionäre Banalitäten

Plakat_Tiret_Brouille_Madeleine_PenlyWie jedes Jahr greife ich zum 14. Juli zur virtuellen Feder und kritzle ein paar Gedankengänge aufs Blogpapier. Wie es der Zufall so möchte, lese ich gerade Vincent Cronins ›ausgewogenes Doppelporträt‹ Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Cronins Buch sympathisiert mit dem Königspaar und zeigt – nicht unähnlich Stefan Zweigs Marie Antoinette – wie eine bestehende alte Ordnung durch den ausufernden Hass und die grenzenlose Wut des Pöbels zerbricht. Dass dieser Hass und diese Wut von intellektuellen Berufsrevolutionären geschürt wurden – dank einer der wohl ersten großen Propagandaleistungen der Neuzeit – muss unbedingt erwähnt werden. Weil mein konspirativer Ansatz davon ausgeht, dass eine kleine elitäre Gruppierung die Finger im Spiel hatte. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass noch jede Revolution – damals wie heute – von einem gebildeten, bestens vernetzten und äußerst finanzstarken Establishment in die Wege geleitet wurde. Wie sagte Goethe einst zu Eckermann:  »Es ist in Frankreich alles durch Bestechungen zu erreichen, ja die ganze Französische Revolution ist durch Bestechungen geleitet worden.«

Zurück in die Gegenwart, in der auch eine Art von Revolution stattfindet – eine unblutige und unlustige, wenn man so will. Es ist die allgemeine Hinwendung des Pöbels genauso wie der Intellektuellen zur politischen Korrektheit, einhergehend mit dem strengen, zuweilen inquisitorischen Eifer jedwede Verfehlung streng zu ahnden. Somit bleibt dem gewöhnlichen Bürger nichts anderes übrig, als in den vorgegebenen Bahnen zu denken. Möchte er jegliches Risiko vermeiden, wiederholt er in einer Diskussion nur die Schlagworte der freien Presse – die natürlich ein Leuchtfeuer politischer Korrektheit ist. Alles in allem, davon können wir ausgehen, ist der Bürger in unserer Zeit so (un)frei und so (des)informiert wie niemals in der Geschichte der Menschheit – und trotzdem scheint es, als würden wir, wenigstens im Westen, in der banalsten aller Epochen leben. Gottlob finden sich im weiten Web hin und wieder Perlen politisch unkorrekter Gedanken – ob sie richtig  sind oder nicht, steht an dieser Stelle nicht zur Diskussion. Ja, diese gefährlichen Gedanken, sie sind Balsam auf den geschundenen Gehirnwindungen eines Verschwörungstheoretikers und erregen sein Zwerchfell auf angenehmste Weise. Vivre livre ou mourir* stand um 1790 auf den Messingknöpfen der Revolutionäre und jene, die sich dafür hielten. Welchen Slogan würden man wohl heute auf die Knöpfe, vulgo Buttons, prägen? Vielleicht La révolution donne des ailes** ?

*) »frei leben oder sterben«

**) Die Ironie funktioniert freilich nur, wenn man weiß, dass sich hinter dieser Phrase ein sehr bekannter Werbeslogan verbirgt. Aber da ich hier nicht unbezahlte Werbung machen möchte, noch dazu für ein Produkt, dass ich nicht goutiere, belasse ich es bei diesem Hinweis. Man möge es mir nachsehen.

Eine Unterstützungserklärung für F.

F. ist bei der Piratenpartei und bat mich, eine Unterstützungserklärung für diese abzugeben. Gut, gut, dachte ich, hin und wieder sollte der Bürger ja von seinem demokratischen Recht Gebrauch machen. Die Prozedur ist freilich nicht mit einem ‚like‘-Klick im virtuellen Internetz zu vergleichen – ganz im Gegenteil! Man muss seine sterbliche Hülle in eines der Wiener Magistratsgebäude bewegen, dort einen Beamten ausfindig machen, sich ausweisen, vor  ihm die Unterschrift auf der ausgedruckten Erklärung leisten und diese schließlich der real existierenden Parteizentrale zukommen lassen. In der gegenwärtigen Smartphone-Ära mutet dieser Unterstützungs-Ritt sicherlich kafkaesk an – damit meine ich nicht, dass ein Unterstützer am nächsten Morgen als Käfer aufwacht, sondern vielmehr, dass er im Magistratsgebäude umherirrt und niemals den Beamten findet, der ihm die Unterschrift beglaubigt. Freilich, tendieren Sie zu einer pessimistisch-orwellschen Einstellung, gehen Sie vermutlich davon aus, dass der Unterstützer am nächsten Morgen von stummen Herren zwar nicht verhaftet, aber trotzdem fortgebracht wird.

Kommen wir wieder in die Realität zurück. Einen launigen und zuweilen den wahren Kern treffenden (Gast)Beitrag mit dem Titel ›Wie kommt die Partei auf den Zettel?‹ können Sie im Literaturteil (!) der Zeitung Der Standard lesen. Aus dem Inhalt geht hervor, dass der Schreiber des Beitrags, ‚Kommandant der Bewegung KOCMOC / Gruppe Gagarin‘, ein wenig Bauchweh mit der SPÖ und den Grünen hat und von einer neuen Partei spricht, die es probieren will: ›sozialdemokratisch, linksgrün, integre junge Leute‹. Da ich ja keine Tagespresse mehr lese und für die Innenpolitik nicht mal Interesse heucheln kann, weiß ich jetzt natürlich nicht, wer diese eine neue Partei sein soll – vielleicht entspringt sie aber auch nur dem Wunschdenken des Kommandanten, wer weiß, wer weiß.

Im Übrigen ist mir am Sonntag aufgefallen, dass sich die ›Qualität‹ der Sonntagszeitungen im Verkaufspreis widerspiegelt. Der Marketing-Trick – was teuer ist, wird vom Kunden als gut und qualitativ hochwertig angesehen – funktioniert also auch am freien Markt der Presselandschaft. Ja, freier Markt ist überall. Das gilt freilich auch in der Politik, wenn man so will. Darf man nicht laut sagen. Ist aber trotzdem so.

Als ›erklärender Unterstützer‹ einer Partei ist man freilich nicht gezwungen, diese am Wahltag zu wählen. Ich erwähne es deshalb, damit man mir später nicht einen Strick aus dieser einen Offenlegung dreht und meint, ich hätte mich jetzt politisch geoutet und politisch verortet. Als querdenkender und allseits skeptischer Verschwörungstheoretiker mit dem Hang zu einer pessimistisch-orwellschen Geisteshaltung habe ich mir untersagt, einer Gruppierung oder Partei oder Religion oder Anschauung meine Seele zu geben. Zumeist ist es schwierig, diese unbeschadet wieder zurückzubekommen.

Dass wir in Österreich in erster Linie in einer Republik und erst in zweiter Linie in einer Demokratie leben, dürfte ich sicherlich schon einmal erwähnt haben. Nach Chomsky bedeutet es nichts anderes, als dass in einer Republik die besitzende Minderheit alles unternimmt, um sich vor der besitzlosen Mehrheit zu schützen. Nun, würde ich etwas besitzen, tät ich vielleicht auch für eine Republik plädieren. Am Ende läuft die Historie dieser Welt – und damit die politischen Gegebenheiten – immer auf eines hinaus: der Kampf zwischen den Alleshabenden und den Habenichtsen.

Die Wiener Welt nach Dirk

Stermann_Buch_2013
launiges zum tage

Gestern das gefundene Buch 6 österreicher unter den ersten 5 von Dirk Stermann ausgelesen. Es ist der Roman einer Entpiefkenisierung – so steht es jedenfalls am Cover – und der Protagonist heißt folgerichtig Dirk und kommt aus Duisburg. Ich habe jetzt keine Ahnung, wie nahe dieser Roman Stermanns Leben kommt – als Leser sollte man bekanntlich nicht den Fehler machen, im Protagonisten den Schriftsteller zu sehen – das gilt vor allem bei Romanen. Wie dem auch sei, ich halte das Buch für gefährlich. Weil die Leserschar – davon gehe ich jetzt einfach mal davon aus – jung, bildungsnah-studentisch, hoffnungsvoll-fröhlich und weltverbesserisch-ambitioniert ist. Das sind die allerbesten Voraussetzung, um sie zu beeinflussen.

Bereits nach sieben launig-humorvollen Seiten, über die Befindlichkeit eines jungen Deutschen in Wien, kommt es zu einem harschen Wechsel und das Kapitel wechselt ins Politische. Natürlich hat jeder Mann und jede Frau das Recht, ihre historisch-politischen Ansichten zu Papier zu bringen – aber in einem Roman, der (scheinbar) Autobiographisches mit Fiktivem vermischt, ist ein realitätsnahes Politisieren nicht angebracht. Gewiss, das ist meine Meinung, die ich mir anmaße. Milan Kunderas Roman Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins – zufälligerweise zur gleichen Zeit mit Stermanns Buch am Lesetischchen gelegen – scheint mir dahingehend Recht zu geben, als dass der Autor seine politische Anschauung (Prager Frühling und der Kommunismus) nicht in den Mund fiktiver Protagonisten legt, sondern mit seiner eigenen Stimme wiedergibt. Das ist jedenfalls mein Eindruck – und ich würde Kunderas Buch gar nicht als Roman einordnen, sondern eher als literarische Versuchsanordnung.

Zurück zu Stermanns Entpifkenisierung, die in einem deutschen Verlagshaus veröffentlicht wurde. Ich frage mich ja, ob es eine stille Abmachung gibt, die besagt, dass deutschsprachige Autoren, die autobiographisch Gefärbtes zu Papier bringen, auch ihr Näschen einerseits in die nahe germanischen Vergangenheit, andererseits in die gegenwärtige Parteilandschaft stecken müssen. Ich halte ja rein gar nichts von politisch recht vagen Zuordnungen wie Rechts, Links, Mitte und den Beifügungen wie liberal, konservativ oder populistisch. Dass sich diese Zuordnung höchstwahrscheinlich während der französischen Revolution ergab, erzählte James H. Billington in seinem Buch Fire in the Minds of Men. Damals, im Konvent, saßen vorrangig die ‚katholischen Royalisten‘ rechter Hand (‚zur rechten Hand Gottes‘), die ‚gottlosen Jakobiner‘ linker Hand und die opportunistische Mehrheit in der Mitte (‚der Sumpf‘).

Wie dem auch sei, wenn Protagonist Dirk im Roman seine, äh, linksliberale Gutmenschlichkeit ausstreut, dann zwickt es mich unsanft in der Magengegend. Wenn sich hingegen Dirk in historisch-germanischen Gemeinheiten verliert und sich dabei als Richter und Rächer erhebt, ist mir dann doch recht übel. Ich meine, warum politisiert und historisiert dieser Dirk auf eine Weise, die dem Leser das Gefühl vermittelt, es sei alles wahr und richtig und gut? Deshalb ist diese Buch so gefährlich. Weil es jüngere und noch recht unbedarfte – und somit formbare – Leser zur Erkenntnis gelangen lässt, dass das überlieferte historische Weltbild in Stein gemeißelt ist. Mitnichten. Wie sagte Umberto Eco: »Die Geschichte ist das Reich der Fälschung, der Lüge und der Dummheit« (link).