richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

John F. Kennedy oder 50 Jahre und kein bisschen Weise

Orwell_Liberty_Quote

In meinem bald 600-seitigen neuen Sachbuch Con$piracy, vollgepfropft mit Fakten, ist das Attentat auf John F. Kennedy nur eine Randnotiz. Freilich, es gäbe viel, sehr viel darüber zu schreiben. Aber das Dumme ist, dass es den Behörden, dank des Mainstream-Medienapparates, über die Jahre und Jahrzehnte gelungen ist, die löchrigste aller Theorien (= die offizielle Version) als DIE Wahrheit zu postulieren. Stellt man diese Version zur Diskussion, da man auf Ungereimtheiten, Widersprüche und Unmöglichkeiten stößt, wird einem die kalte Schulter oder der Vogel gezeigt.

Deshalb begehe nicht den Fehler, an dieser Stelle irgendeine Behauptung aufzustellen. Für mich liegt klar auf der Hand, dass heute, vor 50 Jahren, in Dallas/Texas ein globaler Staatsstreich durchgeführt wurde, der dem amerikanischen Präsidenten das Leben und kein Jahr später dem sowjetischen Regierungschef sein Amt kostete. Überhaupt, man muss sich nur ansehen, wie sich die geopolitische Welt nach 1963/64 verändert hat, um zu erkennen, dass an diesem sonnigen Novembertag eine Verschwörung größten Ausmaßes ihren Anfang nahm. Nun, nein, das stimmt so nicht. Die Verschwörung einer elitären Gruppe, wenn man so will, begann bereits viel früher. Ja, das Übel kam offiziell im Dezember 1913 in die Welt. Kein halbes Jahr später stand die Welt zum ersten Mal in Flammen und das „goldene Zeitalter der Sicherheit“ (Stefan Zweig) war endgültig dahin.

Wie dem auch sei, das Attentat rund um JFK wird man nicht mehr vollständig lösen können. Falls Sie anderer Ansicht sind, dann sehen Sie mit Sicherheit zu viele Kinofilme oder lesen die falschen Bücher. Ein historisches Ereignis ist ein Puzzle: Es gibt nun mal nicht DIE Wahrheit, sondern nur viele Interpretationen. Falls Sie jetzt meinen, ich hätte keine Ahnung, nun, dann lesen wir, was beispielsweise ein gewisser Thomas Jefferson im Jahr 1815 an John Adams schrieb, in Bezugnahme auf die Frage, wer die Historie der Amerikanischen Revolution von 1776 festhalten sollte:

On the subject of the history of the American Revolution you ask who shall write it? Who can write it? And who will ever be able to write it? Nobody; except merely its external facts; all its councils, designs, and discussions having been conducted by Congress with closed doors, and no member, as far as I know, having even made notes of them. These, which are the life and soul of history, must for ever be unknown.

Monticello, August 10, 1815
entnommen: ›Memoir, Correspondence, And Miscellanies, From The Papers Of Thomas Jefferson‹,
Gray and Bowen, New York 1830, link

Natürlich ist es nicht im Sinne einer (orwellschen) Obrigkeit, dass sich Bürger über vergangene geschichtsträchtige Ereignisse ihren Kopf zermartern, Nachforschungen anstellen und am Ende vielleicht einen Erklärungsversuch publizieren, welcher der „offiziellen Wahrheit“ konträr gegenübersteht. Deshalb werden solche Leute gemeinhin als „Verschwörungstheoretiker“ bzw. „Revisionisten“ gebrandmarkt, lächerlich gemacht und – wenn sie uneinsichtig sind – vor Gericht gestellt. Darüber sollte man sich vielleicht eher Gedanken machen, als darüber, was am 22. November 1963 auf der anderen Seite des Atlantiks vor sich ging. Sehen Sie, am Ende reduziert sich alles auf zwei Fragen, nämlich wann ein Beweis als Beweis gilt und – vor allem – ob man Vertrauen in die legitimierte Obrigkeit hat.

For the great enemy of the truth is very often not the lie – deliberate, contrived, and dishonest – but the myth – persistent, persuasive, and unrealistic. Too often we hold fast to the cliches of our forebears. We subject all facts to a prefabricated set of interpretations. We enjoy the comfort of opinion without the discomfort of thought.
John F. Kennedy
Yale University Commencement (June 11, 1962) link

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2 Antworten zu “John F. Kennedy oder 50 Jahre und kein bisschen Weise

  1. zip Samstag, 23 November, 2013 um 1:58

    Danke.

    Man sollte sich noch über ein anderes Phänomen Gedanken machen.
    Ein Un-Ding, von dem wir in der Schule „gelernt“ haben, dass es ein hässliches, ein ganz übles, gewesen sein soll, und dass es mittlerweile in Demokratien nicht mehr existieren würde.

    Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt.

    Ich spreche von PROPAGANDA.

    Ich spreche von der brutalen und rücksichtslosen Durchsetzung offizieller Geschichtsschreibung, von der Unterdrückung alternativer, aber plausiblerer Narrative, die man heutzutage jederzeit als „Verschwörungstheorien“, „Spinnereien“ und „Alu-Hut-Geschichten“ beiseite wischt und lächerlich macht.

    Jeder, der sich mit der offiziellen Version von Kennedy’s Hinrichtigung etwas mehr als über drei Schlagzeilen hinweg beschäftigt, weiß, dass die offizielle Theorie, physikalisch ganz und gar unmöglich ist. Ja sogar ganz und gar absurd (etwa die Geschichte über L.H. Oswalds zweiten Schuss, der Kennedy zuerst von hinten durchbohrt haben soll, dann über den Vordersitz in Gouvernor Conally’s Ellenbogen eingedrungen, von dort in den Fahrerraum und dann wieder zurück in Conallys Eingeweide gefunden haben soll, bis die „magische Kugel“ dann unter dem Gebäude, aus dem Oswald geschossen haben soll zum Erliegen gekommen sein soll. Alles klar, bis auf die Tatsache, dass Oswald von dieser Kugel keine Schmauchspuren hatte). Absurder geht’s wohl nicht mehr.

    Aber die Leute glauben das.

    Genauso wie die offizielle 9-11-Version, die physikalisch ebenso völlig unmöglich ist.

    Das ist eben das Werk der

    PROPAGANDA

  2. Richard K. Breuer Samstag, 23 November, 2013 um 9:41

    Die „Propaganda“-Arbeit ist gut an der ersten Pressemeldung der UPI-Agentur abzulesen – die weltweit übernommen wurde:
    „UPI A7N DA PRECEDE KENNEDY DALLAS, NOV. 22 (UPI) – Three shots were fired at President Kennedy’s motorcade in downtown Dallas. JT1234PCS.“

    Die Geschichte dazu kann man hier nachlesen:
    http://www.ajr.org/article.asp?id=1672
    Fotos: http://www.theatlantic.com/infocus/2013/11/as-it-happened-ap-wire-copy-of-the-jfk-assassination/100633/

    Ist es nicht bemerkenswert, dass UPI-Reporter Merriman ‚Smitty‘ Smith so überzeugt war, drei und nur drei Schüsse gehört zu haben, während andere Zeugen am Schauplatz von vier oder mehr Schüssen berichteten. Für die ‚exakte‘ und zeitnahe Berichterstattung erhielt Smitty später den Pulitzer Prize. 1970 soll er er sich dann in seiner Badewanne erschossen haben. Shit happens.

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