Die Krux des Autors mit dem Setzen eines Punktes

Penly_Box_openIst der Autor mit seinem Werk zu einem Ende gekommen und hat er den Punkt gesetzt, wäre dies für gewöhnlich ein Grund zum Feiern. Jahrelang hat er sich mit Kapiteln und Strukturen herumgeschlagen, er feilte an Sätzen und Phrasen, er sah Seite um Seite durch. Immer wieder. Wie gesagt, es wäre ein Grund zu feiern. Aber der Autor, ja, der Künstler selbst, er fühlt anders. Weil ihm der Sinn der letzten Monate und Jahre genommen wurde. Es wird ihm klar, dass er nun den Elfenbeinturm verlassen und in die reale Welt – irgendwo da draußen – gehen wird müssen. Kritik – lobend oder vernichtend – gilt es mit einem Lächeln zu nehmen, Verkaufszahlen mit einem Nicken. Der Autor wünscht sich nichts Sehnlicheres, als wieder zurück, in seine Schreibstube, in seinen Elfenbeinturm zu dürfen. Dort möchte er ein weiteres Mal den Geist in Buchstaben zwingen. Ein Ringen. Ein Kämpfen. Ein Fluchen. Einfach ist es nicht. Einfach war es nicht. Trotzdem, so lange die musische Kraft nicht versiegt, so lange das Schicksal nicht einschreitet, so lange möchte sich der Autor in seinem Elfenbeinturm ungestört seinen Träumen hingeben. Es ist ein kreativer Drogenrausch mit phantastischen Stoffen und grammatikalischen Mitteln. Gewiss, am Ende sind es immer nur gedruckte Seiten, zwischen zwei Buchdeckeln, die über diesen Rausch Auskunft geben. Mehr bleibt nicht. Mehr ist nicht.

In den letzten Wochen endlich Penly überarbeitet. Mehrmals. Der Punkt ist gesetzt. Somit ist das Buch, der vierte Band, der die Tiret-Saga vorerst abschließt, nun zur Korrektur freigegeben. Genauso wie Con$piracy und Erik. Damit sollte vor der Fußballweltmeisterschaft 2014 drei neue Titel die neugierige Nase des Lesers erreichen. Acht Jahre zuvor, im Juni 2006, vor der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, tanzte ich, auf Wolken gebettet, zum ersten Mal aus meinem Elfenbeinturm und präsentierte Rotkäppchen 2069. Es war ein Sturz in die Realität. Die blauen Flecken spüre ich heute noch.

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