richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

WM2014: Tag #6

Der sechste (WM-)Spieltag beendete die ersten Gruppenspiele. Somit sind nun alle Teams in Brasilien angekommen. Geheimtipp Belgien verbuchte das glücklichere Ende für sich und drehte noch das Match gegen defensiv ausgerichtete Algerier und Russland tat sich überraschend schwer gegen Südkorea. Mitfavorit Brasilien blieb am zweiten Spieltag der Gruppe A gegen Mexiko einiges schuldig.

 

Belgien : Algerien  2 : 1

Qualität zahlt sich aus! In der 25. Minute ging Algerien durch einen Elfmeter in Führung und man musste schon befürchten, dass die Belgier sang- und klanglos als Verlierer vom Feld gehen würden. Sie agierten lustlos, ideenlos, führerlos. Hin und wieder blitzten die Qualitäten der Spieler auf, aber im Großen und Ganzen konnte Belgien nicht überzeugen. Erst mit der Hereinnahme von Mertens und dem beinahe zwei Meter großen Wuschelkopfs Fellaini in der zweiten Halbzeit kam Schwung in das Spiel der Belgier. Fünf Minuten nach seiner Einwechselung köpfte Fellaini den Ausgleich. Zehn Minuten später war es Mertens, der den Siegestreffer ins Netz knallte. Respekt. Belgien ist in Brasilien angekommen und weich gelandet. Algerien, nun, sie taten, was sie konnten, um den Vorsprung über die Runden zu bringen. Ihre Defensivtaktik zeigte jedenfalls Wirkung und Belgien fand lange Zeit kein Rezept, um den Abwehrriegel zu knacken. Das nächste Spiel Belgiens gegen Russland könnte jedenfalls ein Kracher werden – da beide Mannschaften ein ähnlich offensives Spielkonzept verfolgen. Ob das algerische Team auch gegen Südkorea mauern wird, bleibt abzuwarten. Schließlich haben sie ja nichts mehr zu verlieren.

 

Brasilien : Mexiko  0 : 0

Eine Nullnummer ist eine Nullnummer ist eine Nullnummer! Brasilien mühte sich redlich, aber gegen beherzt spielende Mexikaner und ihrem überragenden Torhüter Ochoa war kein Blumentopf zu gewinnen. Zugegeben, das Glück war an diesem Spieltag wohl auf Seiten der Mexikaner, die sich nicht immer im Klaren waren, ob sie offensiver oder defensiver agieren sollten. Der Respekt vor Brasilien war bei ihnen spürbar. Sollte sich heute Kroatien gegen Kamerun keine Blöße geben, dann gibt es am Montag das mexikanisch-kroatischer Finalspiel um den Einzug ins Achtelfinale. Spannung ist garantiert. Brasilien wird sich wiederum gegen Kamerun durchsetzen, das darf man getrost erwarten. Aber sonst? In den beiden vorangegangenen Spielen hat man gesehen, dass Brasilien ans physische Limit gehen musste, um zu bestehen. Superstar Neymar ist das Um und Auf in der Mannschaft – würde man ihn aus dem Spiel nehmen können, es sähe dunkel für die Selecao aus. Es fehlt m. E. vor allem an spielstarke Charaktere, die Präsenz auf das Feld bringen können. Irgendwie kann ich nicht glauben, dass diese Mannschaft in der Lage sein soll, das Finale zu erreichen. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

 

Russland : Südkorea  1 : 1

Ist der schlafende Riese bereits aufgewacht? Zugegeben, ich habe die erste Halbzeit – im wahrsten Sinne des Wortes – verschlafen. Verpasst dürfte ich nichts haben, da das Spiel erst in der zweiten Halbzeit Fahrt aufgenommen hat. Dass das russische Team kein schlechtes ist, durfte man erwarten. Aber Südkorea? Erstaunlich, mit welcher Selbstsicherheit sie sich die Bälle zuspielten oder den Weg zum gegnerischen Tor suchten. Das dürfte nicht nur mich, sondern auch die Russen ziemlich beeindruckt haben. Der Führungstreffer der Südkoreaner, tja, geht auf das Konto des russischen Torhüters Akinfejew, der einen ungefährlichen (aber scharfen) Schuss durchließ. Der Ausgleich von Kershakov, keine zehn Minuten später, rettete Russland das Unentschieden. Es ist schwer auszumachen, ob die Koreaner stark sind oder die Russen einfach nur schwächelten. In der nächsten Partie Russlands gegen Belgien, wird sich zeigen, wer die Hose in der Gruppe an hat. Ich schätze, es wird ein spannender Dreikampf. Algerien könnte somit das Zünglein an der Waage sein. Vergessen wir bei alledem nicht, dass der Zweitplatzierte es im Achtelfinale mit der deutsche Allmacht zu tun bekommt. Grund genug, wenigstens für Sieger Belgien, alles zu tun, um den Gruppensieg zu fixieren.

 

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