richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

WM2014: Tag #17 – Achtelfinale

Ausblick Viertelfinale Niederlande : Costa Rica Sollte es möglich sein, dass die Überraschungsmannschaft Costa Rica den nächsten Defensivwall knackt? Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass sie Uruguay, Italien, England und jetzt auch noch Griechenland in die Schranken wiesen. Niederlande ist jedenfalls gewarnt. Und falls sie – wie gegen Mexiko – auch gegen Costa Rica mit einer 7-er-Abwehrkette auflaufen, dann würde ich vorschlagen, die Holländer mit Schimpf und Schande aus dem Stadion zu jagen. Irgendwann reicht dieser, pardon, „aus-einer-gesicherten-Abwehr-spielen“-Scheiß ein für allemal.

 

***

Niederlande : Mexiko 2:1

Ja, so kann es gehen, in einem Fußballspiel. Bis zur 88. Minute führt Mexiko mit 1:0 und dann kommt Sneijder und knallt den Ball mit Überschallgeschwindigkeit ins Netz. Gut. Das gibt dann halt Verlängerung, denkt der Zuschauer und das mexikanische Team, dabei machen sie allesamt die Rechnung ohne Robben. Schön langsam wird es wirklich langweilig. Robben sprintet in den Strafraum, führt den Ball eng am Fuß, tanzt wie auf Speed die Gegenspieler aus, sucht den gegnerischen Kontakt, findet ihn, fällt, Elfmeter. In der 90. + 4. Minute verwandelt Huntelaar den Strafstoß eiskalt. Mexikos Traum vom Viertelfinale wie eine Seifenblase zerplatzt. Aber seien wir mal ehrlich, die Niederländer haben schlussendlich mehr fürs Spiel gemacht, als es um die Wurst ging, während sich die Mexikaner zurückzogen und hofften, dass der Kelch und Robben an ihnen vorübergehen würden. Ein fataler Fehler. Hätten sie – wie in der ersten Hälfte vor dem Führungstreffer – konsequent die niederländische Defensive bearbeitet, hätten sie weiterhin im Mittelfeld Druck ausgeübt, die Sache wäre vielleicht anders für Mexiko ausgegangen. Aber was hilft ein Wenn und ein Aber. Fakt ist, die Niederländer stehen im Viertelfinale – und so lange Robben am Platz ist, können sie sogar Weltmeister werden. Die Taktik ist so einfach, dass sie sogar ein dressierter Oranje-Utan behirnt: 8 Mann sichern hinten ab, Robben und van Persie oder Sneijder warten auf einen Fehler der gegnerischen Abwehr bzw. auf den Konter und machen das entscheidende Tor – sei es aus dem Spiel oder durch einen Elfmeter. Punkt. Man stelle sich vor, die restlichen 31 Mannschaften hätten auch einen Robben im Team und würden die selbe Taktik anwenden. Das wäre dann wohl das Ende des Fußballs als Teamsport. Wer kann diese Niederländer überhaupt schlagen?  Besser: Welches Team kann Robben ausschalten? Wir müssen uns dabei immer vor Augen halten, dass diese „Taktik“ bei der WM 2010 prächtig funktionierte! Ehrlich gesagt, ich bin mit meinem fußballerischen Latein am Ende.

 

***

Costa Rica : Griechenland 1:1  5:3 n. E.

Wer hätte gedacht, dass sich die Götter des Olymp einen Spaß mit der griechischen Mannschaft machen würden? Zuerst wird der Costa Ricaner Duarte ausgeschlossen (66. Minute) und dann gönnt man den anstürmenden Griechen – wie schon gegen die Elfenbeinküste – ein spätes, sehr spätes Ausgleichstor (90. + 1. Minute). Also in die Verlängerung. Auch hier zeigt sich, dass es die Griechen in der Hand respektive Fuß haben, den Sack zuzumachen. Aber Torhüter Navas ist immer zur Stelle und verhindert eins ums andere Mal die Entscheidung. Also geht es ins Elfmeterschießen. Allesamt zeigen sie keine Nerven, alle schießen scharf, platziert und trocken – oder verladen den Torhüter elegant. Tja. Dann, beim vierten Strafstoß der Griechen, der von Gekas nicht wirklich schlecht geschossen ist, ist die Hand von Navas zur Stelle. Pariert. Griechenland darf/muss nach Hause fahren, Costa Rica, ja, man kann es nicht oft genug schreiben, Costa Rica steht im  Viertelfinale. Respekt. Hochachtung. Die Fußballwelt zieht den Hut und die Götter des Olymp lachen sich ins Fäustchen. Sowas. Ich frage mich ja, warum die Griechen nicht ihre Taktik über den Haufen werfen. Als sie in den zwei letzten Spielen mit Mann und Maus stürmten, da merkte man, dass sie es können, dass sie das Spielermaterial haben, offensive Akzente zu setzen. Freilich, das Spiel machen, ist eine andere Geschichte, aber ihre Sturmläufe in den letzten Minuten der Spielzeit, also, ich muss sagen, das war schon beeindruckend. Wären sie nicht so eine defensive Minimalistentruppe (sie sind mit gerade einmal zwei geschossenen Toren und einer negativen Tordifferenz ins Achtelfinale aufgestiegen), man könnte sie beinahe ins Herz schließen, so beherzt haben sie aufgespielt, als es um die Wurst ging. Zugegeben, in diesem Spiel wählte der griechische Trainer eine offensivere Aufstellung als die Spiele zuvor, aber, naja, das blieb ja doch nur Stückwerk, weil in den Köpfen und Beinen der Spieler das Sicherheitsdenken förmlich eingebrannt ist. Ich denke, es ist jetzt auch für Griechenland an der Zeit, das Althergebrachte eines „Rehakles“ über Bord zu werfen und ganz neu zu beginnen. Vielleicht wollten Ihnen die Götter des Olymp genau das mitteilen. Also, ich habe die Botschaft verstanden.

 

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