richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Das Ewige und das Gestern

Für eine Hand voll Bücher

Für eine Handvoll Bücher – Das „Volks-Google“ ist übrigens von 1931.

Am Wochenende war es, als ich in den vielen Büchern einer Verlassenschaft stöberte. Wider erwarten wurde ich fündig. Die Verstorbene, so hat es für mich den Anschein, dürfte sich mit einer folgenschweren Epoche auseinandergesetzt haben, in der sie hineingeboren wurde – und die sie noch im hohen Alter zu entschlüsseln suchte. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich in ihrem Fundus das im Jahre 1980 erschienene Buch eines gewissen Dr. Karl Steinhauser befindet, welches sich mit der geheimen internationalen Verflechtung der Macht auseinandersetzt. Es ist eines dieser merkwürdigen Zufälle (oder in der Begriffswelt eines C. G. Jungs: Synchronizität), dass bereits vor rund 25 Jahren ein Wiener Autor versuchte, in seinem mit Eigenmitteln gedruckten Buch dem Establishment auf die Spur zu kommen und dabei in seinem Vorwort auf die Französische Revolution von 1789 verweist. Über Dr. Steinhauser gibt es im Netz der Netze nicht viel zu finden. Interessant vielleicht ein Artikel im Der Standard, der den Buchautor mit allen Mitteln der redaktionellen Kunst in den Boden stampfen bzw. in den Sumpf stoßen möchte. Schauerlich. Gewiss, vor ein paar Jahren hätte ich vielleicht nach Lektüre des Artikels nur mit den Achseln gezuckt, hätte mir gedacht, wieder so ein Spinner, der an die grün-braun-gelben Marsmännchen glaubt und in einem ewigen Gestern lebt. Tja. Aber ich weiß, was ich weiß. Bevor ich mir nun den Mund verbrenne, hören wir besser, was Bezirksstaatsanwalt Jim Garrison anno 1967 dem amerikanischen Fernsehpublikum zu sagen hatte:

[…] Die Bürger dieses Landes müssen nicht vor der Wahrheit beschützt werden. Dieses Land wurde nicht auf der Idee aufgebaut, dass eine Handvoll von Aristokraten – seien diese in unseren Behörden in Washington oder in den Medienhäusern in New York zu finden – entscheiden dürfen, was für die Bürger gut zu wissen wäre und was sie nicht wissen sollen. Dies ist ein totalitäres Konzept, das vermuten lässt, dass die Spitze unserer Regierungsbehörde und die Männer, die die machtvollen Medien kontrollieren, eine spezielle Elite bilden, die Kraft ihrer Aristokratie und ihrer Brillianz bemächtigt sind, für das Volk zu denken. Ich persönlich würde mein Vertrauen eher in den gesunden Menschenverstand der Bürger dieses Landes legen.

Jim Garrison
15. Juli 1967, NBC
[meine Übersetzung]

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