Der ganz normale geopolitische Wahnsinn, Jänner 2015

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Nur für den Fall, dass Sie sich fragen, was in der Welt verdammt noch mal vor sich geht, möchte ich Ihnen auf die Sprünge helfen. Freilich, ich bin genausowenig allwissend wie die Herren Redakteure und die Frauen Journalisten in den unabhängigen und freien Medien. Und im Gegensatz zu diesen, werde ich auch nicht für mein vages Wissen mit Silbermünzen bezahlt. So. Kommen wir zu des Pudels Kern.

Die Provokationen Washingtons und Brüssels gegenüber Moskau nehmen zu. Es scheint, als möchten die hohen Herren im Vorder- und im Hintergrund mit dem Feuer spielen. Niemand, der Angst hätte, sich die Finger zu verbrennen. Seltsam, nicht? Meines Erachtens ist es die Verzweiflung, die Washington dazu verleitet, mittels einer humanen Politik Russland auszugrenzen, zu boykottieren und somit in die Ecke zu drängen.

Warum ist Washington verzweifelt? Nun, die Zeichen stehen auf Sturm. Der PedroPetro-Dollar [Erdöl gegen Dollarscheine] bewahrt die USA vor dem Bankrott. Würden nun die BRICS-Staaten [Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika] ernst machen und Erdöl auch gegen andere Währungen verkaufen, tja, dann wäre es das Ende des Petro-Dollars. Ergo: Panik bzw. Verzweiflung in Washington. Wie die Verantwortlichen auf solch eine Gefahr reagieren, hat man in Irak und Libyen gesehen. In beiden Fällen dachten die damaligen Regierungschefs daran, ihr Erdöl gegen Euro oder Gold zu tauschen. Wie die Sache für die beiden Länder ausging, wissen Sie, oder?

Washington versucht nun mit allen Mitteln die Regierung Russlands zum Einlenken zu bewegen. Deshalb wird der Konflikt in der Ukraine genauso geschürt wie der mediale Hass gegen Moskau. Russland ist ein großes Land, reich an Mineralien, reich an Rohstoffen. Deshalb ist es eine Gefahr für die Geldmächtigen. Nur wer die Rohstoffe kontrolliert, kontrolliert die Welt, wenn man so will. Deshalb stellt Peking auch keine Gefahr dar – ist China doch auf Unmengen von Rohstoffen angewiesen, um ihren Wirtschaftsmotor am Laufen zu halten. Drosselt man die Rohstoffzufuhr ist es mit dem chinesischen Wirtschaftsaufschwung schnell vorbei. Kein Wunder also, wenn chinesische Abordnungen nach Südamerika und Afrika reisen, um dort faire Deals mit den Regierungen auszuhandeln. Doch es dauert nicht lange, dann folgen Unruhen, Umstürze und neue Regime, die diese Deals für ungültig erklären. Seltsam, nicht?

In Griechenland erwägt die neue Regierung rund um Alexis Tsipras den von den Geldmächten aufgezwungenen Sparkurs zu verlassen. Gleichzeitig distanziert man sich vor den neuen EU-Sanktionen gegenüber Moskaus. Ist es nur Bluff oder möchte man sich tatsächlich Moskau annähern? Es würde mich deshalb nicht sonderlich wundern, käme es in den nächsten Wochen und Monaten in Athen zu Unruhen und Ausschreitungen und zu einer möglichen EU/NATO-Intervention. Übrigens, haben Sie auch gehört, dass ein griechischer F-16 Abfangjäger in Spanien gecrasht ist? Shit happens.

Also, ich bin kein Herr oder Frau Redakteur in den gut geheizten Pressestuben, aber es wird schön langsam an der Zeit, diese in die Pflicht zu nehmen. Wenn uns mal die Raketen, Drohnen und Bomben um die Ohren fliegen, ist es zu spät, da helfen auch keine Beteuerungen und Entschuldigungen. Die Geldmächtigen, das ist anzunehmen, sind nicht bereit, das sinkende Schiff zu verlassen. Nope. Sie machen, was sie schon immer gemacht haben, wenn der Kahn am Absaufen ist: Revolutionen, Konflikte und Kriege. Und wenn sich der Rauch wieder gelegt hat, werden die selben Mechanismen (aber mit neuen Namen) angewandt, um die Völker in der [Geld- und Rohstoff-]Abhängigkeit zu belassen. Oder glauben Sie ernsthaft, es geht diesen Leuten an den Hebeln darum, die Welt zu einem schöneren Flecken zu machen?

Hätten wir eine freie und unabhängige Presse, hätten wir ehrliche Politiker (ist’s ein Widerspruch?) und gäbe es nur eine Hand voll mutige Bürger, die sich getrauten, den Teufel beim Namen zu nennen, wir würden nicht in der Situation sein, in der wir heute sind und morgen sein werden. Dieses Mantra gilt es zu wiederholen. Immer und immer wieder.

Die dunkle Seite der Macht: Die CIA und der heimliche Weltkrieg

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Es gibt aufgeklärte Bürger, die meinen, es gäbe keine Verschwörungen, weil am Ende wenigstens einer der Beteiligten nicht dichthalten und somit aus dem Nähkästchen plaudern würde. Nein und Ja. Der springende Punkt ist, dass es immer wieder mal einen Insider gibt, der auf den Busch klopft und in die Posaune bläst, aber trotzdem kein Gehör [in den Medien] findet. Seltsam, finden Sie nicht auch? Für diesen Beitrag möchte ich auf einen gewissen John Stockwell aufmerksam machen, der in den 1970ern ein hochrangiger CIA-Agent war. Er verließ die Agency und legte über deren illegale Machenschaften Zeugnis ab.

In einem Vortrag im Jahr 1988 spricht er über den Umstand, dass die CIA seit ihrer Gründung im Jahr 1947 etwa 3000 größere und über 10.000 kleinere geheimdienstliche Operationen weltweit – vor allem in Ländern der Dritten Welt – durchgeführt hätten, die allesamt illegal und grausam bar jeder Vorstellungskraft waren [»bloody and gory beyond comprehension«]. Die Mittel, die von den Behörden in diesem Third Third World War eingesetzt wurden und werden, sind geheiligt, wenn man so will, ging und geht es doch darum, das »Böse« endgültig zu vernichten. In diesem Kreuzzug ist es erlaubt, Drogen zu verkaufen konfiszieren, Terroristen Freiheitskämpfer zu unterstützen, demokratisch gewählte Regierungen Regime zu stürzen, Whistleblower Verräter zu denunzieren, Schau/Hexen Gerichtsprozesse zu manipulieren, die Presse zu desinformieren und unschuldige Zivilisten zu foltern und zu töten. Waren die Ungläubigen damals die »moskautreuen Kommunisten«, so sind es heute die »muslimischen Terroristen«, die den Zorn Washingtons zu spüren bekommen. Business as usual, you know.

Falls Sie John Stockwell nicht glauben, dann vielleicht dem Schweizer Professor Daniele Ganser oder dem ehemaligen SPD-Politiker Andreas von Bülow. Die beiden klärten 2012 im 3Sat-Studio Moderator Gert Scobel und die Zuschauer über so manche echte Verschwörung auf. In der Mediathek von 3Sat kann man sich die Sendung mit dem sprechenden Titel Mythos Verschwörung noch angucken.

Die Reise zum Mond

Kupferstich (1657) zu L’histoire comique contenant les états et empires de la lune von Cyrano de Bergerac

Wer hätte gedacht, dass Savinien Cyrano de Bergerac in der Mitte des 17. Jahrhunderts Geschichten fabulierte, die mit der Reise zum Mond zu tun haben. Respect, Monsieur. Mais non, gelesen habe ich sie noch nicht, werde ich aber bestimmt noch. Weil, Phantasie ist eine besondere Gabe, die nicht jedem gegeben ist. Ein Verschwörungs- theoretiker, wenn man so will, ist ein gehöriger Phantast, der sich von den Sternen am Firmament inspirieren lässt. Oui, oui.

Vor vielen Jahren war es, als ich mit Freunden auf einem hübschen Segelboot die griechischen Inseln in der Adria, rund um Zakynthos, kennenlernen durfte. In einem der klaren lauen Nächten lagerten wir auf einer unbewohnten, sehr kleinen Insel. Kein zivilisatorisches Streulicht betrübte den Nachthimmel. Es war, im wahrsten aller Sinne, eine sternenklare Nacht. Was für eine Nacht! Was für eine Sternenpracht! Jeder Mensch auf dieser Welt sollte, wenigstens für eine Stunde, dieses Wunder erfahren. Unbedingt. Erst dann wird einem so manches klar. Stellen Sie sich doch nur vor, dass Ihre Vorfahren unter diesem einen Sternenhimmel genächtigt, gelebt und gelitten hatten. Hätte ich dieses Wunder nicht mit eigenen Augen gesehen, ich würde nur ein müdes Lächeln für all jene übrig haben, die davon schwärmten. Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, Sie würden am Mond gelandet sein und die ersten Schritte machen. Ihr Blick müsste zum Sternenhimmel gehen. Kein Streulicht. Keine Atmosphäre. Non! Der Ausblick auf, der Einblick in das Universum muss einen Menschen verändern. Oui. Davon bin ich überzeugt. Et vous?

Large clouds of gas glowing deep in space
Large clouds of gas glowing deep in space

Neil Armstrong und Buzz Aldrin, die ersten beiden Menschen, die einen Fuß auf Mondgestein gesetzt haben sollen, sie hätten mit leuchtenden Augen von ihrer Expedition zurückkehren müssen. Aber in der ersten Pressekonferenz nach ihrer Rückkehr ist von einem Funkeln, einem Leuchten nichts zu sehen. Non. Der dritte im Bunde, Michael Collins, konnte sich gar nicht erinnern, überhaupt Sterne gesehen zu haben. Fotos? Non. Warum hat keiner der Astronauten, auf all den Mondflügen, kein einziges Foto von dieser so überwältigenden Sternenpracht gemacht? Hätte man nicht wenigstens einen Foto-Apparat dafür entwickeln können? Immerhin hat man sich die Mühe gemacht, nen zusammenklappbaren Buggy zu entwerfen und am Dachgepäckträger mitzunehmen. Falls Sie zu der Achselzucker-Generation gehören, werden Sie jetzt mit den Achseln zucken, non? Sehen Sie, hätte es auch nur ein einziges Foto vom Sternenhimmel gegeben, hätten Astrophysiker und Astronomen die Authentizität der Fotografie überprüfen können. Keine Fotos, keine Überprüfung, c’est ςa! Faîtes vos jeux, Mesdames et Messieurs … Pardon, rien ne va plus.

Lesen Sie Orwell, so lange es die Schweine noch zulassen

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Beware! Der Kampf zwischen West und Ost steht bevor. Bitte sich warm anzuziehen.

Wer keine Zeit hat, längere Abhandlungen zu lesen, bitte sehr, ich bringe mein Geschwafel auf den berühmt-berüchtigten Nenner: Ich gehe davon aus, dass es in naher Zukunft zwei Achsen geben wird, die sich gegenseitig belauern und bekämpfen werden. Kalter Krieg 2.0, wenn Sie so wollen. Im Westen ist es Washington-Rom-Jerusalem und im Osten Moskau-Peking-Teheran. All das geschieht nicht zufällig. Natürlich nicht.

*

Wer wissen möchte, was die Zukunft für die Menschheit bereit hält, nun, der braucht nur Orwells Bücher zu lesen. Im Besonderen Die Farm der Tiere und 1984. Wie Orwell selbst gehe auch ich davon aus, dass es da draußen ein paar Schweine gibt, die den Bauernhof übernehmen und dessen Bewohner unterjochen wollen. Dabei ist dieser Gruppe jedes Mittel recht, weil nun einmal der Zweck die Mittel heiligt, jedenfalls in ihrer machiavellischen Weltanschauung: Lug, Betrug, Erpressung, ratfucking (Rufschädigung), Propaganda, Diebstahl, Mord, Sippenhaftung, Genozid, you name it. Die orwellschen Schweine schrecken vor nichts zurück um ihre Agenda zu verfolgen. Period! Also, lesen Sie die beiden Bücher, dann wissen Sie, was Sie wissen müssen, um die geopolitisch-spirituelle Welt – im Ansatz wenigstens – zu verstehen. Und Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Kommen wir zu Ernsterem. Am Horizont ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Sehen Sie diese auch? Gewiss, ich kann mich auch irren, aber ich könnte schwören, dass sich da etwas zusammenbraut. Die Indizien sprechen eine klare Sprache: Russland und dessen Verbündete im Nahen Osten geraten immer stärker ins Kreuzfeuer Washingtons. Da werden von den westlichen Politikern vor Moskaus Haustür Revolutionen angezettelt und Wirtschaftssanktionen verhängt – all das unter dem Jubelgeschrei westlicher Medienhäuser – dass einem Hören und Sehen vergeht. Jeder, der nur ein Funken Verstand und die wirkliche Geschichte studiert hat, sollte doch wissen, dass Sanktionen und Boykotte einen simplen Erpressungsversuch darstellen. Kleine Länder (erinnern wir uns an die EU-Sanktionen gegen die ÖVP/FPÖ-Regierung im Jahr 2000) kann man dadurch in die Knie zwingen. Aber Russland? Und hegt hier jemand wirklich ernsthaft den Wunsch, dass den orwellschen Schweinen die geopolitischen Bühne überlassen werden soll? Die Resultate dieser machiavellischen Politik können Sie sich gerne vor Ort ansehen, falls Sie sich getrauen nach Libyen, Guatemala oder in den Irak zu reisen. Nicht von ungefähr nennt man diese brachiale Geopolitik Libanonisierung. In verständlichen Worten: Hetze die Minderheit gegen die Mehrheit auf, unterstütze beide Parteien mit Waffen, Gelder und Propaganda und beobachte, wie sich eine einst blühende multireligiöse Gesellschaft im Blutrausch eines Bruder- und Bürgerkrieges gegenseitig niedermetzelt. Die Stadt Beirut nannte man noch zu Beginn der 1970er das Paris des Nahen Ostens. Tja. All das ist nicht lange her und trotzdem im memory-hole der Medien verschwunden. Wer profitierte von dieser gesellschaftlichen Zerfleischung? Guess who.

Kurz und gut, Washington hat de facto Moskau den Krieg erklärt. Moskau hat diese Kriegserklärung zur Kenntnis genommen und versucht dagegenzuhalten. Aber mit jedem Tag zieht Washington die Schlinge enger – immer in der Hoffnung, dass Moskau den Bogen militärisch überspannt. Falls das geschieht, können Sie sicher sein, dass die westlichen Medien sofort wissen, was Sache ist und wer als Aggressor im Konflikt zu gelten hat. Das hat schon 1914 gegenüber Deutschland, das hat schon 1941 gegenüber Japan prächtig funktioniert.

Spirituell-religiös geht es wiederum darum, die christliche Orthodoxie weltweit und vor allem in Russland, zu zerstören. Die römisch-katholische und die evangelische Kirche, sie haben sich längst aus der Politik zurückgezogen und überlassen das Feld den elitären Befürwortern einer neuen Weltordnung, kurz den orwellschen Schweinen, die nicht zufällig ein System am Bauernhof eingeführt haben, das es ihnen ermöglicht, unsagbare Reichtümer anzuhäufen. Eine aktuelle Studie bestätigt, dass die reichsten 80 Personen so viel Vermögen wie die ärmsten 3,5 Milliarden Menschen haben. Dass diese Superreichen, die in der Auslage des Forbes-Magazins stehen, aber bei weitem nicht das Ende der Pyramide darstellen, äh, ja, das sage nur ich, darüber werden Sie in keiner Publikation etwas lesen. Oder glauben Sie ernsthaft, dass die reichsten Familien, die die Welt vor hundert Jahren gut gekannt hatte, zwischenzeitlich verarmt sind? Bedenken Sie, dass große Kriege und kleine Konflikte die besten Voraussetzungen sind, das Vermögen einiger weniger Schlüsselspieler ins Unendliche zu steigern (während die Agenda weiter vorangetrieben werden kann). Am besten, Sie lesen War is a racket von US-Generalmajor Smedley Butler aus dem Jahr 1935, dann erfahren Sie, was Sache ist:

Ich diente in allen Offiziersdienstgraden – vom Leutnant bis hin zum Generalmajor. Und während dieser Jahre verbrachte ich die meiste Zeit damit ein erstklassiger Muskelprotz für Big Business, für Wall Street und für die Bankiers zu sein. Kurz, ich war ein Gangster im Auftrag des Kapitalismus. [meine Übersetzung]

Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich gehe davon aus, dass die Eliten eine NATO-Eingreiftruppe nach Griechenland schicken werden, um dafür zu sorgen, dass die Ordnung wieder hergestellt wird. Die Unordnung wurde natürlich von langer Hand geplant und wenn die orwellschen Schweine eines können, dann ist es Öl ins Feuer zu gießen. Die Militärpräsenz wird nicht nur für Ruhe auf den Straßen sorgen (mitnichten), sondern vielmehr die neue Regierung zwingen, alles Tafelsilber zum Spottpreis zu verschleudern. Geldschulden sind Ehrenschulden, nicht? Auf diese Weise werden die orwellschen Schweine nicht nur vermögender, nein, sie schaffen auch einen Präzedenzfall in der 1. Welt, der zeigt, wie Schulden in Zukunft eingetrieben werden: nämlich rücksichtslos und mit aller Härte. Die anderen Länder in der 2. und 3. Welt, sie haben diese Kredithai-Methode bereits zur Genüge kennengelernt. Und weil wir ja wissen (oder wissen sollten), dass in einem FIAT-Geld-Zinseszins-Schuldensystem am Ende immer der Bankrott kommt – es ist nur eine Frage der Zeit – ist jedes Land, jede Regierung, jedes Volk, jeder Bürger in der schweinischen Bredrouille, sprich Abhängigkeit, gefangen.

Also, lesen Sie Orwell, so lange Sie noch dürfen und so lange nicht die Bomben (ein weiteres Mal) auf uns herabregnen. Bald lässt man seine Bücher in einem memory-hole verschwinden und seinen Name aus der Geschichte tilgen.

Inszenierte Terroranschläge – eine Einführung

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Bevor ich mir mit diesem Beitrag den Mund verbrenne, weise ich darauf hin, dass ich in keinem Fall behaupte, Beweise zu haben. Ich stelle mit den Informationen, die mir zur Verfügung stehen, nur Vermutungen an, das heißt, ich denke laut über offizielle Erklärungen nach und bilde mir am Ende eine persönliche Meinung (die sich je nach neuer Faktenlage natürlich auch ändern kann). Als aufgeklärter und mündiger Bürger sollte man mir dieses Recht zugestehen. Gut möglich, dass ich mich mit dieser „Meinungsfreiheit“ in naher Zukunft auf dünnem Eis bewege und mit einem Bein im Kriminal stehe. Für die Obrigkeit und ihre mouthpieces (Sprachrohr) war und ist es leichtens, unangenehme Kritiker (aka Dissidenten) einzuschüchtern und diese zum wahren Glauben zurückzuführen. Schlagen Sie die Geschichtsbücher an der richtigen Seite auf und Sie werden fündig.

Kommen wir zu Dr. James F. Tracy. Er ist außerordentlicher Professor für Medienwissenschaften an der Altantic University, Florida und beschäftigt sich in seiner Freizeit damit, die eine oder andere offizielle Erklärung zu hinterfragen. Auf seinem Weblog memoryholeblog.com fasst er die Ergebnisse seiner persönlichen Untersuchungen zusammen, lädt Experten zu Gastkommentaren ein oder interviewt sie. Hören wir, was Prof. Tracy über die Medienmanipulation bei Großereignissen zu sagen hat:

Nach über zwei Jahrzehnten erfundener Gräueltaten und Lügenmärchen, in denen nahöstliche Buhmänner und deren Horden die Hauptrolle spielten – von irakischen Soldaten, die Babys aus Inkubatoren werfen, über Bin Ladens angebliche 9/11-Anschläge und Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen bis hin zu Muammar Gaddafis ›hartem Durchgreifen‹ gegenüber seinem Volk – die Öffentlichkeit sollte längst wissen, dass der Großteil des Mainstreams bloß als gut geölte Propagandamaschine funktioniert, wo ›Interessensgruppen‹ die Fäden ziehen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die wahren Mächte darangehen, souveräne Regierungen zu unterminieren und dabei auf Großhandelsterrorismus und Zerstörung zurückgreifen, die gegen deren Bevölkerung gerichtet sind.

Corporate Media’s Dubious Syria Coverage
Blogbeitrag vom 10.02.2014, link
[meine Übersetzung]

Prof. Tracy spricht immer wieder von sogenannten staged events, also inszenierten Ereignissen, die im Mainstream nicht als solche deklariert werden. Was soll das heißen? Nehmen wir an, Sie besuchen Freunde in einer Kleinstadt, die Sie zu einer Feuerwehrübung mitnehmen. Interessiert beobachten Sie die Übung und gehen danach mit den Beteiligten zum Heurigen auf ein Glaserl Wein. Als Sie am späten Abend nach Hause kommen und das TV einschalten, hören und sehen Sie in einem Beitrag, dass diese Übung – scheinbar irrtümlich – für einen Ernstfall gehalten wurde. Sie schütteln den Kopf, ob dieses dummen Fehlers und fragen sich, wie es sein kann, dass der verantwortliche Redakteur, der sicherlich schon dutzende von realen Feuerwehreinsätzen gesehen haben muss, zu solch einer falschen Einschätzung gelangt ist. Wie dem auch sei, Sie gehen davon aus, dass man am nächsten Tag den Irrtum aufklären wird. Doch dem ist nicht so. Sie schlagen am Frühstückstisch die Zeitung auf und – voilà – auch diese berichtet von einem Großeinsatz der Feuerwehr in der Kleinstadt. Auf einem der Fotos können Sie sich sogar im Hintergrund erkennen (aber das wird Ihnen später keiner glauben). Im Büro angekommen, erzählen Sie Ihren Kollegen von diesem Presse-Fauxpas. Doch diese sehen Sie nur verwundert an, wollen Ihre sonderbare Geschichte nicht glauben. Egal, welche Argumente Sie auch ins Feld führen, die Killerargumente können Sie nicht entkräften:

Dann müssten ja ALLE Zeitungen einer Ente aufsitzen!
Dann würde ja zumindest EINER darüber reden und das Ganze auffliegen lassen.
Warum sollte man eine Übung als Ernstfall darstellen wollen?

Prof. Tracy ist beispielsweise der Meinung, dass das Massaker in der Schule von Sandy Hook, das zwanzig Kindern und acht Erwachsenen das Leben gekostet haben soll, ein staged event, ein inszeniertes Ereignis darstellt. Das klingt Vorderhand natürlich absurd, aber beschäftigt man sich mit den (vorliegenden) Fakten, dann muss man wenigstens zum (vorläufigen) Schluss kommen, dass die offizielle Version hinkt. In den USA ist es zwar noch möglich, solche Gedankengänge anzustellen und darüber zu schreiben, aber die Schlinge der Gegnerschaft (Mainstream, Gutmenschen, Besserwisser, bezahlte Wutbürger, Lobby-Gruppen, Politiker, Staatsanwälte usw.) zieht sich immer enger. So werden lautstarke Dissidenten nicht nach Sibirien deportiert, sondern primär in die Wüste geschickt und als Aussätzige behandelt.

Was hat das jetzt mit dem Massaker in Paris zu tun? Nun, es ist wohl noch zu früh, all die vielen Puzzleteile zusammenzusetzen. Das vorläufige Bild zeigt mir jedenfalls an, dass es eine Reihe von Ungereimtheiten gibt, die vom Mainstream nicht behandelt wurden und werden. Gewiss, auch die größte Unwahrscheinlichkeit kann mit einem Killerargument vom Tisch gefegt werden: Wenn es so war, dann war es so. Mit anderen Worten, wenn die Presse immer wieder bestätigt, dass man am geleakten Videoclip sieht, wie einer der beiden Terroristen den auf dem Boden liegenden Polizisten aus nächster Nähe (point blank range) tödlich trifft, dann ist das auch so. Einwände, dass der Körper des Polizisten keine physikalische Reaktion auf den Treffer zeigt und weder Blutspritzer noch ein Querschläger am Asphalt auszumachen seien, werden ignoriert. Genauso die drei Polizisten, die auf den ersten (live) gesendeten Videobildern, die vom Dach aufgenommen wurden, in der Straße zu sehen sind und dann – Zauberei – verschwinden. Wohin? Und wenn mich nicht alles täuscht, dann sieht man auf einem weiteren geleakten Clip das Fluchtauto, als es von der Verte Alley [google map] nach links, in den zweispurigen Boulevard Richard-Lenoir, einbiegt und somit gegen die Einbahn fährt. Im Mainstream wird davon ausgegangen, dass das Auto nach rechts einbog. Und gibt es nicht das Tweet eines französischen Journalisten, der schreibt, dass am Place de la République ein schwarzer Citroen von fünf (!) Polizeiautos verfolgt werden würde. Und trotzdem gelang den Terroristen die Flucht? Trotz der hunderten von Sicherheitskameras in Paris? Trotz des Verkehrsgewühls? [Wäre da ein Motorrad als Fluchtfahrzeug nicht besser geeignet?] Und wie kann es sein, dass die Polizei anfänglich von drei Verdächtigen ausging? Konnten die Zeugen nicht richtig zählen? Und wie kommt es, dass die Behörden den Namen des dritten Verdächtigen kurze Zeit später zur Hand hatten, dieser aber ein wasserdichtes Alibi hatte und sich der Polizei stellte? Wer gab den Behörden den Namen? Und wenn dieser offensichtlich aus der Luft gegriffen war, warum dachte man, dass die anderen beiden ‚wasserdicht‘ seien?

Kurz und gut, niemand weiß, was wirklich in und um Paris geschehen ist. Der Mainstream tut so, als würde er es wissen. Kann er es überhaupt? Non. Er ist grundlegend auf die offiziellen Berichte der Polizei angewiesen. Und da der Mainstream von der Richtigkeit der offiziellen Berichte überzeugt ist, werden Widersprüche, Ungereimtheiten und Unwahrscheinlichkeiten gar nicht erst angesprochen. Ist das die Berichterstattung, die Sie von einer freien und unabhängigen Presse erwarten?

Also, was ist nun die Moral dieser Geschichte? Wenn Sie in der Münchner Abendzeitung zu einem Artikel den Leserkommentar lesen: „So ein ausgemachter Unsinn!! CIA Operation, das glauben Sie doch wohl selbst nicht. Überflüssige Verschwörungstheorie!“ [link], dann können Sie davon ausgehen, dass der Kommentator entweder ein bezahlter Redakteur, ein gutmenschlicher Besserwisser oder einfach nur ein ahnungsloser Bürger ist, der meint, die Obrigkeit würde nicht lügen. Daniel Ellsberg, Whistleblower der ersten Stunde, schreibt in seinem Buch Secrets: A Memoir of Vietnam and the Pentagon Papers (Penguin Books: New York 2003. S. 41):

Mir wurde bald klar, dass Journalisten keine Idee, keine Ahnung hatten, nicht einmal die besten von ihnen, wie oft und auf welch ungeheuerliche Weise sie [von offizieller Stelle] angelogen wurden.