richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Der ganz normale Wahnsinn in Dresden, anno 1945 und 2015

Bombs_AirForce

Gibt es einen Vortrag oder Bericht über die Ereignisse des rücksichtslosen Bombardments in Dresden im Februar 1945, dann hat der Mainstream, vorrangig in good ol‘ Germany, auf folgende Punkt im Besonderen hinzuweisen:

  • Die Kriegsschuld darf nicht relativiert werden [„Wir wissen, wer den Krieg begonnen hat“, teilt der Deutsche Präsident der Welt mit – SZ];
  • Opferzahlen dürfen nur nach unten korrigiert werden; wer meint, dass die „offizielle Zahl“ mit 25.000 Toten zu gering bemessen ist, sitzt einer „Legende“ auf [siehe Artikel im Spiegel];
  • Man hat auch den anderen zivilen Opfern im Krieg zu gedenken;
  • Man hat ein klares Bekenntnis gegen Hass, Krieg und Gewalt abzulegen und einzufordern.

Ehrlich gesagt, mir stellt es die Nackenhaare auf, wenn ich mit solch einer unverfrorenen Scheinheiligkeit [oder ist’s Verlogenheit?] konfrontiert werde. Da werfen Mainstream und Politiker den Slogan „Nie wieder“ inflationär in die Runde, gleichzeitig wetteifern sie förmlich darum, Washingtons Kriegsrhetorik in die Tat umzusetzen und unterstützen beispielsweise ukrainische Neo-Nazis im Bürgerkrieg oder machen Stimmung gegen Moskau, Athen, Damaskus, …

„Hass, Krieg und Gewalt“ ist für den Mainstream und die Sittenwächter verdammenswert, so lange die Täter jedenfalls über keine Luftwaffe verfügen. Diese Leute haben scheinbar kein Problem damit, wenn zivile Einrichtungen aus der Luft koordiniert und flächendeckend bombardiert werden. Es geht nämlich, in ihrem Verständnis, um die „gerechte Sache“. Aber das Ganze hat einen Haken: Jede Partei in einem kriegerischen Konflikt glaubt sich auf der richtigen, auf der „gerechten“ Seite. Am Ende ist es natürlich der Sieger, der die Geschichte schreibt und entscheidet wer bzw. was von nun an als „gut“, wer bzw. was als „böse“ zu gelten hat. Das sollten Sie niemals vergessen!

6 Antworten zu “Der ganz normale Wahnsinn in Dresden, anno 1945 und 2015

  1. renaac Freitag, 20 Februar, 2015 um 11:28

    Und gestern um 21.45 Uhr auf ARD im Panorama wurde unverfroren ein junge Ukrainer aus München bei seinen Vorbereitungen auf den Fronteinsatz in der Ukraine begleitet. Mit viel Mitgefühl für ihn und seine Mutter und überhaupt. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Er ist 18, will in den Krieg ziehen, lässt sein Abi sausen (obwohl … wozu das auch, wenn die Heimat brennt?), kauft sich das ganze Kriegzeuch zusammen – und keiner zweifelt an seinem Verstand?! Der Schuldirektor hatte angeblich versucht, auf ihn als zukunftiges Kanonenfutter einzureden, aber er sah sich wohl schon als Helden und vor dem Krieg hatte er keine Angst. Wie doof muss mein sein? Andererseits ist niemand während der ganzen Sendung auf die Idee gekommen, seinen Pass einzuziehen. Klar, das ist ein anderer Krieg, ein gerechter – wo sind wir hier? Uh! Ich habe keine Fragen mehr … Aber dafür das komische Gefühl, jemand vera…t mich und meinen Verstand gewaltig. Wieder mal.
    Ansonsten ganz viele Grüße aus dem postkarnevalistischen AC
    Renata

    • Richard K. Breuer Freitag, 20 Februar, 2015 um 21:23

      Das Establishment und dessen Handlanger in Politik und Medien verkaufen die Leute in Good ol‘ Germany für dumm. Seit 1945 wurde und wird die Bevölkerung konditioniert und manipuliert. Überspitzt formuliert würde ich sagen, dass Deutschland noch immer besetzt ist und der Mainstream ganz im Sinne der Besatzungsmacht operiert. Ein Krieg zwischen der USAEU und RusslandChina ist ganz im Sinne der elitären Geldmächte und wenn die Propaganda-Trommelei so weiter geht, dann haben wir bald den blutigen Salat. Das war 1914 so. Das war 1939 so. Weil, War is a racket. Damals wie heute.

      Übrigens, die Fotos vom sizilianischen Cefalù sind dir gelungen – da bekommt man gleich große Lust, hinzureisen🙂

      • renaac Sonntag, 22 Februar, 2015 um 16:37

        Danke. Ach, das ganze Sizilien ist eine lange Reise wert. Man fühlt vor allem intensiv, dass man weit weg ist von allem – EU, USA, UA usw.
        Mir ist die Manipulation bewusst, aber trotzdem – wenn schon. dann bitte schön eleganter, dezenter. Ich kann sie nicht verhindern, aber ich möchte nicht ständig „beleidigt“ werden (mein IQ auch nicht :-o). Ich setzte das Wort in Anführungsstriche, weil ich mich nicht wirklich beleidigt fühle, könnte ich aber angesichts dieser Plumpheit. Schlimm genug, dass ich seit einigen Jahren keine Lust mehr habe, mich mit der Politik auseinanderzusetzen (auch lokal nicht, aber das ist eine andere Story). Jetzt will ich nur Urlaub😉 und meine Sachen gut machen, für mich und für Menschen, die mit etwas bedeuten. Und so nähere ich mich dem klugen Satz: Ändere, was du ändern kannst … du kennst ihn ja.
        Liebe Grüße aus dem (man staune) sonnigen AC

      • Richard K. Breuer Montag, 23 Februar, 2015 um 16:13

        Vielleicht wäre es wirklich am besten, man würde Schafzüchter oder Olivenhüter und ließe die Welt Welt sein. Unsere (Politik-) Verdrossenheit kommt nicht von ungefähr und wird nach Kräften befördert. Wie dem auch sei, manchmal können viele kleine Änderungen eine große herbeiführen. Wollen wir es mal hoffen😉

  2. renaac Dienstag, 24 Februar, 2015 um 0:51

    Ja, das Gefühl habe ich auch. Das mit den Schafen bzw. Oliven wäre aber auch nicht ganz meins😉 Außerdem wäre man da wirklich sicher als Olivenhüter? Ich habe während meines Urlaubs in Bari einiges mitbekommen. Auch Olivenbauer kämpfen dort gegen mafiose Strukturen, illegale Importe aus sonst welchen Ländern und gehen auf die Straßen für wirklich apulische Oliven von apulischen Bauern und apulischen Bäumen. Und die Feldarbeit dort ist extrem hart.
    Wir alle hängen irgendwo dazwischen (zwischen wissen, ahnen und machen können). Und es ist nur ein Eindruck, wir könnten tun oder etwas erreichen. Ich denke, am reellsten (ein schönes Wort) ist nur das, was wir im Kleinen schaffen, wenn wir jemandem in Not helfen, etwas ganz Konkretes aufdecken, was lokal stattfindet, und auch hierbei muss man sich warm anziehen. Aber die kleinen Sachen kann man wirklich sehen (wenn überhaupt). Andererseits wenn man Leute ständig darauf aufmerksam macht, dass da oben einiges schief läuft, wird man schnell als komischer Kauz abgestempelt. Leider wird der Job des Hofnarrs nicht mehr angeboten. Früher hatte so einer eine reinigende Funktion – zumindest in manchen Ländern und zu manchen Zeiten. Snowdon hat es versucht, vieles haben wir durch ihn „erfahren“ (als ob man sich das nicht schon früher hätte vorstellen können – ein bisschen Verstand und Vorstellungsvermögen vorausgesetzt) und einige haben jetzt ein bisschen Angst, die anderen schüren noch ein bisschen mehr Angst, alles läuft seinen Weg. Und es scheint nur, das wir einen anderen, unseren Weg gewählt haben. Oder soll ich mir einbilden, dass es nicht so schlimm ist?

    • Richard K. Breuer Dienstag, 24 Februar, 2015 um 16:16

      Ich befürchte, es ist schlimmer als in den kühnsten Alpträumen des gewöhnlichen Bürgers. Und ja, der Welt kann man und frau nicht entfliehen – nicht die Vergangenheit holt einen am Ende ein, sondern die Häscher der globalen Handels- und Finanzfürsten. Kleine Hofnarren gibt es übrigens auch heute noch. Snowdon und Assange sind diesbezüglich gute Beispiele – aber man mache nicht den Fehler, zu glauben, sie würden all den Königen den Spiegel vorhalten. Nope. Diese „Wahrheitsflüsterer“ wurden auf die Bühne gestellt und spielen nur eine Rolle. Ja, ja.

      Es wird wohl Zeit, „unseren Garten zu bestellen“😉

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