richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Was Sie schon immer über das Geld und Griechenland wissen wollten

Die Pyramide hat man in Frankfurt auf die Spitze getrieben

Die Pyramide hat man in Frankfurt auf die Spitze getrieben

update: die Dokumentation Gier bietet gute Hintergrundinfos zum Thema Geld und kann auf Servus-TV angesehen werden: http://www.servustv.com/at/Medien/Servus-Reportage13

Ich versuche es Ihnen so schonend wie nur möglich beizubringen, dass alles, was Sie über das Geld und das Finanzsystem wissen, falsch ist. Natürlich werden Sie mir nicht glauben. Ich verstehe das. Niemand möchte sein (festgefahrenes) Glaubenssystem ins Wanken bringen. Es ist ein Fundament, auf dem all Ihre Überlegungen aufbauen. Nimmt man Ihnen dieses Fundament, tja, was dann?

Also, Fakt ist, dass im heutigen Finanzsystem Geld nur durch eine Schuldverstrickung in den Wirtschaftskreislauf gebracht werden kann. Wenn Sie also hören, dass die amerikanische oder europäische Zentralbank „Geld druckt“, dann heißt es nichts anderes, dass Kredite vergeben und Schulden gemacht werden. Mit anderen Worten, im gegenwärtigen Finanz- und Geldsystem können Schulden niemals zur Gänze zurückgezahlt werden. Würden von heute auf morgen alle Schulden zurückgezahlt (was nicht mal theoretisch möglich ist, da es die Zinseszinsfunktion gibt), würde es de facto kein Geld mehr im Wirtschaftskreislauf geben. Ergo: Das bestehende Finanz- und Geldsystem ist darauf angewiesen, dass der Einzelne wie die Gesamtheit Schulden über Schulden über Schulden über Schulden usw. macht.

Die finanzielle Malaise in Griechenland ist deshalb nichts Außergewöhnliches. Über kurz oder lang werden alle Institutionen und alle Staaten bankrott machen. Es ist demnach nicht die Frage, ob, sondern die Frage wann. Diese Tabelle zeigt das Verhältnis von Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Japan und Irland und Portugal und Singapur und Belgien und die Niederlande, sie alle haben ein höheres Schulden/BIP-Verhältnis als Griechenland. Warum ist Griechenland trotzdem ins Kreuzfeuer der Politiker und Medien geraten? Darüber können wir nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass mit der „Akte Griechenland“ ein Präzedenzfall geschaffen werden soll – schließlich, wie wir nun wissen, wird ja ein Staatsbankrott dem anderen folgen. Die skrupellosen Geldwechsler (niemand kennt sie) versuchen alles, um die Schuldner zu zwingen, das Familiensilber zu veräußern. Natürlich zu einem „vernünftigen“ Preis. Am Ende, wenn alles, was Wert hat, dem Bankrotteur abgepresst worden ist, erlässt man ihm gnädigerweise die Schulden und es geht wieder von vorne los. Unser Geld- und Finanzsystem ist ein Perpetuum Mobile der Vermögensanhäufung. Freilich nur für jene elitäre Gruppe, die das System am Laufen hält und den Rest für Dumm verkauft.

Hin und wieder gibt es mutige Querdenker, die dieses legale Pyramidenspiel anprangern und öffentlich zur Diskussion stellen. Einer von diesen war ein gewisser Ezra Pound, der – wie kann es anders sein – nach allen Regeln der Kunst in den Schmutz gezogen und ins Gefängnis gesteckt wurde. Machen wir uns nichts vor, werte Leser, wenn wir am bestehenden Geld- und Finanzsystem nichts ändern, werden wir oder unsere Kinder oder deren Kinder auf die Galeeren geschickt. So sah es das römische Recht in der Antike vor: Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, wurde selbst zur Ware, die der Geldgeber veräußern konnte. Mit anderen Worten: Der Zahlungsunfähige wurde Sklave. Shit happens, ich weiß.

Was wir also die letzten Jahre und Jahrzehnte gesehen haben, ist nichts anderes als eine imposante Vermögensanhäufung skrupelloser Geldwechsler (niemand kennt sie). Aber es ist nicht nur die Vermögensanhäufung, nein, nein, es ist vielmehr das mindset, die Geisteshaltung, die Denkart, die uns und damit die ganze Welt ins Verderben stürzen wird. Die Mehrheit akzeptiert nicht nur dieses betrügerische Pyramidenspiel, eines Charles Ponzi mehr als würdig, sondern tut alles, um es aufrechtzuerhalten und durchzusetzen.

Okay, und was will ich damit sagen? Ich schätze, unsere einzige Überlebenschance besteht darin, dass wir eine Führerfigur erwählen, die den Tempel von all den Händlern und Geldwechslern säubert und sie mit einer Geißel aus Stricken davonjagt. Yep, ist noch nicht wirklich lange her, das letzte Mal.

7 Antworten zu “Was Sie schon immer über das Geld und Griechenland wissen wollten

  1. Reihard Rausch Montag, 2 März, 2015 um 16:06

    Hi Richie, komplett richtig was du schreibst. Ich habe auch erst vor nicht langer Zeit begonnen mich mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Und ich selbst unterlag auch einem vollkommen Irrtum was das Geldsystem betrifft.
    Nachdem mir plötzlich ein Licht aufgegangen ist, bin ich zuerst erschrocken da gesessen und habe mir gedacht wie naiv war ich nur😉 Danach habe ich mir die Konsequenzen ausgemalt und ich hoffe nur es nimmt nicht solche Ausmaße an wie wir sie bereits hatten und die Folge davon kennen wir nur allzu gut.

    Die Hoffnung stirbt schliesslich zuletzt. Aber ich bin froh, dass es solche wie dich noch gibt😉

    Danke
    lg Reinhard

  2. Reihard Rausch Montag, 2 März, 2015 um 16:07

    der erste smile war so gedacht😦

  3. Reinhard Rausch Dienstag, 3 März, 2015 um 9:33

    je mehr das geldsystem kritisch hinterfragen umso eher bietet sich die chance einer veränderung.
    wir müssen ja nicht immer so leben, wir haben alle die wahl aktiv eine veränderung hervorzurufen.
    aber wie schafft man eine bessere aufklärung? ich rede ja hin und da mit leuten darüber aber ich habe nicht das gefühl das viele ein bewußtsein für das fatale geldsystem entwickelt haben. so nach dem motto „wird schon gut gehen, ging ja bis jetzt auch“.
    und in den social media hat man auch eher das gefühl das bilder wichtiger sind als eine reger informationsaustausch über die gravierende probleme die wir momentan haben.

    • Richard K. Breuer Mittwoch, 4 März, 2015 um 8:04

      „Informationsaustausch“ setzt voraus, dass alle Gesprächsparteien ein ähnliches Mindsetting haben, sonst redet man aneinander vorbei. Der gewöhnliche Bürger kann und will sich nicht vorstellen, seit jeher belogen und betrogen worden zu sein. Das würde sein Weltbild in Gefahr bringen. Deshalb, wie du im u. a. Kommentar richtig bemerkst, beginnt die erste große Veränderung im Kopf. Leicht gesagt. Ein paar Blog-Artikel, ein paar facebook-Kommentare, so wahr sie auch sein mögen, kommen gegen die Propaganda-Maschine des Establishments nicht an. Es beginnt ja bereits in den Köpfen der Eltern, die ihr konditioniertes „Wissen“ an ihre Kinder bewusst/unbewusst weitergeben.

      Ja, es ist ein steiniger Weg, diese „zweite Aufklärung“😉

      • Reinhard Rausch Mittwoch, 4 März, 2015 um 11:49

        Hi Richi,

        richtig sehe ich aus so. Nur denke ich, muss die Findung der Wahrheit noch zusätzlich eine Herzensangelegenheit sein. Da sehe ich die Mehrheit nicht mehr angesiedelt.

        Es ist für mich aber auch sehr erstaunlich, dass sich Eltern ständig Sorgen um ihre Kinder machen, aber die größten Bedrohungen für die nächste Generationen nicht sehen und wahrhaben wollen. Und selbst wenn sie es sehen, dann wird es vorerst mal registriert und nach dem Motto „Kann man eh nix machen“ so wie immer weiter gemacht. Weil eben wie du richtig schreibst die Propaganda-Maschine einen guten kurzen Gedanken an eine Veränderung wieder flach wälzt. In Wirklichkeit muss man ständig mit dem Bewußtsein leben etwas verändern zu wollen an dem ganzen Wahnsinn. Anders kann ich es nicht mehr sagen.

        lg
        Reinhard

  4. Reinhard Rausch Dienstag, 3 März, 2015 um 9:35

    wie können wir alle mehr bewußtsein dafür entwickeln? bekanntlich beginnt jede veränderung im kopf

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