richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

EUROVision Song Contest 2015: Semifinale 1 #ESC

Wo geht's hier zum ESC-Fan-Café?

Wo geht’s hier zum ESC-Fan-Café?

Schlapperlot. Da war ja einiges los, auf der Bühne – die LEDs tanzten Tango. Respekt. Kudos für die Bühnen-Designer und all jene, die dieses Technikkunstwerk zum Funktionieren brachten. Lobend auch zu erwähnen sind die kurzen Postkarten-Clips, die wie ein Weihnachtskalender daherkommen. Jeder Clip birgt ne (positive) Überraschung. Hach. Wär die Welt nur allerweil so happy. Dass die Gestalter aber auch mal daneben greifen können, zeigte der Clip, der das Austragungsland vorstellen und in einem hübschen Licht präsentieren sollte. Äh. Also wirklich. Ich dachte, mich tritt ein Lipizzaner. Dieser Teil ist gänzlich misslungen und völlig für die Katz.

An der Show an sich gibt es nichts zu bemängeln – abgesehen vielleicht von den aufgesetzten Witzchen der Moderatorinnen. Ja, alles in allem eine ordentliche Vorstellung.

Im ersten Semifinale wurden 6 Nationen nach Hause geschickt. Leid tut es mir vor allem um den Mazedonischen Beitrag, der mir gut gefallen hat. Ja, wirklich Schad um den in Wien lebenden Daniel Kajmakoski, der den Heimvorteil nicht nutzen konnte. Vielleicht hatten die Jury-Leutchen auch ein wenig Schiss vor den drei schwergewichtigen Rappern aus den Vereinigten Staaten – man hört ja allerhand von Ausschreitungen und Plünderungen und so.

Der ungarische Beitrag ist zurückhaltend und hebt sich wohltuend vom sonst recht lauten Singsang ab. Und das Duo aus Estland kann sich sehen und hören lassen. Gefällig auch der griechische Celine-Dion-Gassenhauer. Von den bisherigen 16 Beiträgen scheint mir der rumänische am authentischsten. Teilweise in der Landessprache gesungen, macht der Interpret auf die Probleme der Auswanderung in seinem Heimatland aufmerksam (oftmals sehen die guten Leutchen, die alle Grenzen niederreißen wollen, ja nur eine Seite der Medaille; auf den springenden Punkt gebracht: Gehen die tatkräftigsten Bürger ins Ausland, geht das Inland langsam aber sicher vor die Hunde). Eine Erwähnung ist auch der russische Beitrag wert. Nicht nur ist Polina Gagarina ein Hingucker, sie kann auch vom Stimmumfang überzeugen und steckt m. E. die serbische Wuchtbrumme allemal in die Tasche.

Politisch gesehen musste der ORF natürlich – unterschwellig – die Anti-Putin-Schiene fahren. Diese Propaganda ist ärgerlich. So versucht man dem Zuschauer zu vermitteln, dass die gleichgeschlechtliche Beziehung in Russland ein Verbrechen und damit verboten sei. Dies ist freilich nicht der Fall. Man höre hierzu Putin, der in einem Interview mit der BBC deutlich machte, dass das Gesetz vorrangig dazu gemacht ist, die Propaganda von nicht-traditioneller Sexualität einzuschränken.

Nun gut. Dann warten wir jetzt mal auf das zweite Semifinale.

2 Antworten zu “EUROVision Song Contest 2015: Semifinale 1 #ESC

  1. zip Mittwoch, 20 Mai, 2015 um 13:46

    Schon bemerkt, dass die Bühne ein einziges, großes All-Seeing Eye ist?

    Jaja, die Kreativabteilung der FM ist immer und überall.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: