richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Eine Zeitung am Sonntag Morgen, bringt nur Kummer und Sorgen

Es gibt nur zwei Möglichkeiten

Es gibt nur zwei Möglichkeiten.

Selten, aber doch, nehme ich eine Tageszeitung zur Hand. Beim Durchblättern überkommt mich das Gefühl, in einen dunklen Abgrund zu blicken. Geht es Ihnen vielleicht ähnlich? Oder bin ich nur ein sensibler Schriftsteller, der zu viel denkt und zu wenig lebt?

Ich frage mich bei vielen der Artikel, ob der Redakteur respektive Journalist naiv oder skrupellos ist, ob er einfach nur mit Scheuklappen oder mit gutem Gewissen der Blattlinie folgt, ob er ahnt, wie die Welt beschaffen ist und sich nur dumm stellt oder ob er ahnungslos die Märchen der intelligent few für bare Münze hält. Verstehen Sie jetzt vielleicht, wie es mir geht? Ich habe nur die Auswahl zwischen zwei Möglichkeiten: entweder besteht die schreibende Zunft grundsätzlich aus gutgläubigen Idioten oder aus skrupellosen Mitläufern, die keine Hemmungen haben, Ihnen den allergrößten Bären aufzubinden. Ehrlich gesagt, ich wüsste nicht, welche der beiden Möglichkeiten mir angenehmer ist. Das ist vielleicht auch das Dilemma, in dem ich mich befinde.

Wer mit offenen Augen durch das Social Media Universum klickt, erfährt, wie gewöhnliche Leute ticken – wenn wir einmal von den bezahlten und behördlichen Shills absehen. Auch hier blicke ich in einen dunklen Abgrund. Ich bemerke, wie die Manipulation der Masse funktioniert. Ich bemerke, wie der Einzelne indoktrinierte Phrasen von sich gibt und gleichzeitig der felsenfesten Überzeugung ist, nicht manipuliert zu sein. Er idealisiert das „Gute“ und setzt es mit DER „Wahrheit“ gleich. Der gewöhnliche westliche Mensch der Gegenwart glaubt sich aufgeklärt und ist trotzdem abergläubischer als der Mensch der grauen Vorzeit. Der Gott, den er anbetet, ist die Wirklichkeit, die in seinem Kopf verankert wurde. Der Teufel, den er fürchtet, ist eine andere Wirklichkeit.

Wir leben in dunklen Zeiten, die hell geredet und geschrieben werden. Ruhm und Ehre sind verdächtig. Heimat und Vaterland sind unerwünscht. Kultur und Tradition werden verächtlich gemacht. Gier wird gepriesen. Egoismus zum Individualismus gekrönt. Die Muttersprache politisch korrekt bereinigt. Die Historie durch Klischees ersetzt. Der gesellschaftliche Zusammenhalt untergraben. Alle für einen und einer für alle wird zu einem Jeder gegen Jeden. Gestern die Ukraine. Heute Griechenland. Morgen Europa.

Sehen Sie, ich verlange nicht gerade viel. Ich möchte doch nur, dass all diese Redakteure, all diese Journos, all diese Experten endlich einmal begreifen, dass sie ein gefährliches Spiel spielen. Gut möglich, dass mir die alten Hasen des ältesten Gewerbes sagen werden, dass der Pöbel mit der Wahrheit nicht fertig werden würde (Einspielung: Jack Nicholsons Colonel Jessep in A Few Good Men) und es zu einem zivilisatorischen Zusammenbruch kommen könnte.

Nun, wie ist es mit Ihnen? Würden Sie eine andere Wirklichkeit hinnehmen? Oder würden Sie alles daran setzen, die bestehende Wirklichkeit zu erhalten? Es ist die berühmt-berüchtigte Matrix-Frage nach der roten und blauen Pille. Faites vos jeux.

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