Die Furcht vor dem Flüchtling oder Masse und OhnMacht

Ein Thema, keine Lösung
Ja, hier ist der Westen.

Die sogenannte Flüchtlingskrise ist in aller Munde. Die Qualitätszeitung Der Standard hat seine Wochenendausgabe primär diesem Thema gewidmet. Recht optimistisch berichtet man über Flüchtlinge und die Flüchtlingshilfe der Österreicher. Natürlich. Wer hilft, darf sich moralisch zu den Guten zählen und stolz darauf sein. Wer möchte nicht zu den good guys gehören? Trotzdem gilt es, den Hausverstand einzuschalten. Wir haben es nämlich seit Jahren und Jahrzehnten mit Presseleuten und Politikern zu tun, die den wichtigsten Fragen ausweichen oder diese einfach ignorieren. „Augen zu und durch“, heißt deren Devise, die für gewöhnlich von Unfähigkeit oder von Verrat spricht. Scheinbar sollen die Bürger vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

. Wer gilt als Flüchtling?

Wissen Sie es? Ich meine Osama bin Laden, Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi waren einst auch auf der Flucht. Würden diese nun als Flüchtlinge gelten? Und falls nicht, warum nicht? Wer entscheidet das? Und wie können wir – ohne Grenzkontrollen – diese Unterscheidung überhaupt treffen? Falls wir keine Grenzkontrollen einführen wollen, wann ist das Flüchtlings-Zielland-Boot „voll“? Und falls die Gefahr im Heimatland der Flüchtlinge gebannt ist, würden die Flüchtlinge wieder zurückkehren? Falls nicht, kann das so schwer zerrüttete Heimatland dann überhaupt wieder aufgebaut und sicher gemacht werden? Man sehe sich die Demokratisierung Libyens als Musterbeispiel an: chaotisch-blutige Zustände wohin man schaut. Am Ende bringen verarmte Gesellschaften, die ihre Söhne nicht mehr ernähren können, nur eines hervor: Söldner. Schlag nach bei der Schweizer Nation während der Renaissance.

. Masse und Macht

Literaturnobelpreisträger Elias Canetti hatte sich in jungen Jahren intensiv mit den Gefahren von großen Menschenansammlungen beschäftigt. Würde Canetti heutzutage den u.a. Absatz veröffentlichen, würde er dann nicht von der politisch korrekten Clique der Verhetzung für schuldig befunden werden?

Einzig in der Masse, diesem von „Affekten“ geleiteten Gebilde, verliere der Mensch seine Furcht vor der Berührung, könne es zu einem Zustand der „Entladung“ kommen, zu dem Moment, an dem alle „ihre Verschiedenheiten loswerden und sich als gleiche fühlen“. Der Verlust jeder Individualität werde dabei als befreiender Akt betrachtet, da der Einzelne nicht mehr alleine der chaotischen Welt gegenüber stehe. Jetzt, da sich alle gleich fühlten, sei die Furcht vor dem Fremden innerhalb der Masse zwar aufgehoben, doch das Andersartige der Welt da draußen werde der Masse umso deutlicher bewusst. Das Andersartige gefährde das „Überleben“ der Masse, da es Alternativen zu dem Zustand der Gleichheit aufzeige. Und so sei die auffälligste Eigenschaft einer Masse die „Zerstörungssucht“. Um ihr eigenes Überleben zu sichern, wolle sie das Andere vernichten.

Wiki-Eintrag

. Fakt und Fiktion

Was, wenn in Zukunft negative Ereignisse stattfinden, die dem politischen und medialen Optimismus widersprechen? Werden diese negativen Ereignisse medial ignoriert und politisch abgeschwächt? Wie gehen Politiker und Medienleute mit den Opfern um? Werden am Ende die Opfer zu Tätern gemacht? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf – in einem politisch korrekten Sinne?

. Eier in der Hose

Im Der Standard-Kommentar von RAU heißt es:

Wenn tausende Syrer oder Iraker neu hinzukommen, wird man diesmal von Anfang an klar sagen müssen: Hier ist es anders, hier gelten die Werte der Aufklärung und der Moderne. Hier geben einander Frauen und Männer die Hand, hier sind arrangierte Ehen nicht in Ordnung. Hier steht der Clan nicht über dem Recht. Hier ist der Westen.

Da stellt sich für mich die Frage, ob sich Journalist RAU getraut, ohne Polizeischutz, einer Gruppe junger Männer unbekannter Herkunft persönlich zu erklären, dass „hier der Westen“ sei. Ist denn der europäische Mann nicht längst „ruhig gestellt“ worden? Ist Zivilcourage nicht bereits zu einem Fremdwort geworden?

. Demokratischer Wille?

Darf sich die Mehrheit eines Volkes für ihr (kulturelles) Überleben aussprechen? Oder ist die Sorge um das eigene (kulturelle) Wohlbefinden politisch inakzeptabel? Am Ende wird man sich fragen müssen, was eine Nation, was ein Volk, was eine Kultur überhaupt ausmacht und welche Gesellschaft der Eine oder Andere seinen Kindern vererben möchte.

Ein Dschihadist mit Namen Goldberg

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, sozusagen.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt, sozusagen.

Sehen Sie, die Welt da draußen ist nicht leicht zu verstehen. Schon gar nicht, wenn Sie auf die Mainstream-Medien angewiesen sind. Für diese ist es einfach, Erklärungen zu finden. Da die Guten, dort die Bösen – oder umgekehrt, je nach dem. Wenn es um die terroristische Bedrohung ISIS geht, dann hat das Böse, laut FBI, viele Namen:

On May 15,2014, the Secretary of State amended the designation of al-Qa’ida in lraq (AQl) as a Foreign Terrorist Organization under Section 219 of the lmmigration and Nationality Act and as a Specially Designated Global Terrorist entity under section 1(b) of Executive Order 13224 to add the alias lslamic State of lraq and the Levant (lSlL) as its primary name. The Secretary also added the following aliases to the lSlL listing:

the lslamic State of lraq and al-Sham (lSlS),
the lslamic State of lraq and Syria (lSl),
ad-Dawla al-lslamiyya fi al-‚lraq wa-sh-Sham,
Daesh,
Dawla al lslamiya, and
Al-Furqan Establishment for Media Production.
Although the group has never called itself „Al-Qaeda in lraq (AQl),“ this name had frequently been used to describe it through its history.

Wenn man also nichts von diesen Aliase weiß, dann kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen. Da schreibt die eine Zeitung von ISIL, eine andere von ISIS und wieder eine andere von Al-Furqan oder Al-Qaida. Sehen Sie, so entstehen Konfusion und Hilflosigkeit im Leser. Und ich gehe davon aus, dass all die Jungjournalisten, die geschult wurden, Pressmeldungen (einigermaßen) fehlerfrei abzutippen, recht ahnungslos und blauäugig sind. Andererseits, es ist auch nicht ihr Job, Presseaussendungen zu hinterfragen.

Vor wenigen Tagen publizierte die australische Zeitung The Sidney Morning Herald einen interessanten Artikel: FBI says ‚Australian IS jihadist‘ is actually a Jewish American troll named Joshua Ryne Goldberg [link]. Darin heißt es, dass ein junger amerikanischer Bürger vom FBI beschuldigt wird, sich als australischer IS Dschihadist ausgegeben und Anleitungen für Sprengstoffbasteleien verschickt zu haben. Falls Sie die Details wissen möchten [beispielsweise, dass der etwa 20-jährige Joshua noch bei seinen Eltern wohnt oder dass das Internet auf seine Mutter angemeldet ist], dann lesen Sie das offizielle 34-seitige Criminal Complaint. Sie werden staunen. Warum? Weil es sich wie in ein Hollywood-Script liest. Sie können übrigens Ausschnitte der Online-Konversationen zwischen Goldberg und einem FBI-Informant, der sich als williger Terror-Vollstrecker ausgegeben hatte und begierig war, einen Anschlag auszuüben, einsehen. Hm. Scheinbar ist heutzutage im Web keiner Seele mehr zu trauen.

Jedenfalls wurde der junge Goldberg festgenommen. Er erklärte seine Trollerei damit, dass er den Anschlag in Wirklichkeit verhindern und so Ruhm und Ehre einstreichen wollte. Aha. Aber nehmen wir mal an, dass die Sache ernsthafter betrieben worden wäre. Nehmen wir an, Goldberg hätte gute Kontakte (zu Geheimdienstkreisen) und gutes Geld (von dunklen Geheimdienstkonten). Und nehmen wir an, der willige Vollstrecker wäre – gegen viel Geld – bereit gewesen, eine (ihm zugegangene) Bombe zu zünden. Halten Sie das wirklich für so absurd? Und wer würde am Ende für die blutige Tat verantwortlich gemacht werden? ISIS? IS? ISIL? Und würde die Tat nicht eine militärische Reaktion von Seiten Washingtons hervorrufen?

Wir sehen also, wie einfach es für den Einzelnen ist, sich als fanatischer Streiter für die „gerechte Sache“ auszugeben, wie einfach es wiederum für die Behörden ist, die Verantwortlichkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken. Für mich steht außer Frage, dass die kleineren und größeren Terror-Organisationen Washington (und Tel Aviv) in die Hände spielen. Ohne 9/11 hätte es all die militärischen Interventionen im Nahen und Fernen Osten nicht gegeben. Ohne 9/11 hätte es keinen Patriot Act, kein Homeland Security Department, keine Drohnen-Angriffe gegeben. Und Pax Americana wäre weiterhin eine leere Worthülse für conspiracy nuts gelieben. Cui bono? Wer profitiert(e) von all den blutigen und unblutigen Anschlägen?

Gemäß der offiziellen US-amerikanischen Version der Geschichte begann die Unterstützung der Mudschahidin durch die CIA erst im Laufe des Jahres 1980, also nach dem Eingreifen der sowjetischen Armee in Afghanistan am 24. Dezember 1979. Laut einem Interview Brzezińskis mit der französischen Zeitschrift „Le Nouvel Observateur“ vom Januar 1998 setzte die US-amerikanische Unterstützung der fundamentalistischen Mudschahidin dagegen schon am 3. Juli 1979 ein, also fast ein halbes Jahr vor der Invasion. Präsident Carter unterschrieb an diesem Tag die erste Direktive für eine geheime Unterstützung der Mudschahidin. Brzezinski bestätigte in seinem Interview die gleichlautende Darstellung des CIA-Präsidenten Robert Gates.[50] Brzeziński war bewusst, dass diese Aktionen das Risiko für eine militärische Intervention der Sowjets erheblich erhöhen würden.[51]

„Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten […]. Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: ‚Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern.‘ Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden zehn Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.“

Wikipedia
[normalerweise zitiere ich ja äußerst ungern aus Wikipedia; aber hin und wieder schafft es ein aufrichtiger Geist, einen entlarvenden Absatz im „Wahrheitsportal“ zu publizieren; für gewöhnlich dauert es nicht lange, bis solch ein Absatz von bösen Geistern in die „Unkenntlichkeit“ geändert oder in die „Versenkung“ diskutiert wird;]

Als die Wiener Stadtmauer den Angriffen standhielt, anno 1683

Morgenland und Abendland in trauter Zweisamkeit, 1683.

Heute, vor genau 332 Jahren war es, als die kaiserlich-polnischen Entsatztruppen das türkische Belagerungsheer vor den Toren Wiens in die Flucht schlugen. Die Stadt war, wenn man so will, befreit. Und die Stadtmauer – teuer in der Entstehung, teuer in der Erhaltung – rettete das Abendland vor dem Morgenland.

Stadtmauern, Burgmauern, Grenzwälle waren lange Zeit en vogue. Weltweit. In China schuf man über viele Generationen ein imposantes Mauerwerk: Die Chinesische Mauer, mit einer Länge von über 21.000 km, sollte die Reiterhorden aus dem Norden in die Schranken weisen. Nicht unähnlich dem Hadrianswall der Römer, die sich ebenfalls vor „nordischen Barbaren“ auf der britischen Insel schützen wollten. Wohin man auch schaut, die Vergangenheit zeigt uns ein Bild der Abschottung: Hier sind wir, dort sind die anderen.

Die Frage, die sich hier stellt, ist, ob diese von oben verordnete Trennlinie mit Einverständnis der gewöhnlichen Untertanen geschah. Oder waren es immer nur die Fürsten und Könige und Kaiser, die sich gegen all die fremden Mächte „aus dem Norden“ wehrten?

In Bezug auf die Stadt und ihre Mauern, so wissen wir, dass gerade diese schützende Funktion den Ausschlag für die Gründung gab. Die Menschen der damaligen Zeit suchten Schutz. Freiheit. Geborgenheit. Nicht nur vor fremden Völkern, sondern auch vor ihren Fürsten, die kein Bisschen von ihrer Macht abgeben wollten. Mit anderen Worten: der Bürger zog Stadtmauern hoch, nicht weil er Angst vor den fremden Völkern hatte, sondern vielmehr, weil das Mauerwerk ihm die Möglichkeit gab, in seiner Entscheidung frei von Einfluss zu sein. Sehen Sie, die Fürsten hatten keinerlei Skrupel, wenn es darum ging, die Untertanen zu besteuern oder zum Kriegsdienst heranzuziehen. Gelinde gesagt war es eine hierarchische Erpressung, die da ablief. Weil jeder so viel Recht hatte, wie er Macht respektive Gewalt hatte, wusste bereits Spinoza. Kein Wunder also, dass sich der gewitzte Untertan eine „Burg“ baute um so seine Verhandlungsposition beträchtlich zu verbessern. Den Bauern und Knechten blieb dagegen nur der Griff zum Dreschflegel, um der Obrigkeit anzuzeigen, dass es reichte. Während also der Bürger mit seinem Fürsten verhandeln konnte, blieb der Bauernschaft nur der blutige Aufstand. Sie sehen also, dass so eine Mauer Blutvergießen vermeiden konnte.

Ich plädiere übrigens seit geraumer Weile dafür, die Stadtmauern wieder hochzuziehen. Nicht, weil ich an Abgrenzung und Abschottung denke, sondern vielmehr an Freiheit. Ohne Mauer sind wir all den Fürsten ausgeliefert, die mit uns tun und lassen können, was sie für richtig halten. Am Ende sollte es immer die Gemeinschaft sein, die entscheidet. Vergessen wir das nicht.

14 Jahre später und kein bisschen schlauer: Das Mysterium 9/11

Cover of the New York Magazine 1974 May 27
Was sind die Chancen, ein ausgebrochenes Feuer in einem Wolkenkratzer zu überleben?, fragte das New York Magazine im Mai 1974.

Heute, vor 14 Jahren, wurden die Weichen für den immerwährenden Krieg gestellt: War is Freedom. Die Anschläge vom 11. September 2001 markieren das Ende eines Frühlings. Der Kalte Krieg ging schleichend in einen asymmetrischen Krieg über, der weder Grenzen noch Menschlichkeit kennt und der weder Feind noch Freund schont. War on Terror, wie es im orwellschen Newspeak heißt.

Sind Sie noch immer der Meinung, dass die offizielle Erklärung zu den Anschlägen der Wahrheit entspricht? Kurz, dass es eine Hand voll muslimische Selbstmordattentäter waren, die Passagierflugzeuge in ihre Gewalt brachten und damit in die Gebäude flogen? Was müsste geschehen, um Sie umzustimmen? Welche Fakten, Beweise und Indizien würden Sie benötigen, um Ihre Meinung zu ändern? Nun?

Gewiss, alle Welt hat es gesehen. Mit eigenen Augen. Andererseits, die Leute vor den TV-Geräten – ich war einer von ihnen – hatten damals nur ein Abbild gesehen. Wir gehen davon aus, dass dieses Abbild „real“ ist. Natürlich. Und doch, wenn wir beispielsweise ins Kino gehen, wissen wir, dass das gezeigte Abbild nicht real ist, obwohl sich die Bilder nicht sonderlich unterscheiden. Bürotürme stehen in Flammen, Hochhäuser explodieren. Woher wissen wir, wann etwas wirklich und wann etwas unwirklich ist? Am Ende ist es nur unser Vertrauen gegenüber den Medienleuten. Wir vertrauen darauf, dass wir nicht angelogen werden. Wenn die Medienleute sagen, dass das Gesendete „real“, also „live“ ist, dann ist es das auch. Punktum. Und doch können auch Medienleute in die Irre geführt werden. Was wissen die Redakteure in den Zentralstellen, weitab vom Geschehen, was gerade geschieht und was nicht geschieht? Woher erhalten diese ihre Informationen? Und woher bekommen die TV-Sender ihre Live-Bilder?

Falls Sie viel Zeit und Muse haben, dann empfehle ich Ihnen die damaligen 9/11-Live-Bilder der TV-Sender ABC, NBC, CBS, FOX5, CNN und BBC anzugucken. So, wie sie damals in die Wohnzimmer gesendet wurden. Im Internet-Archive können Sie noch einmal „live“ dabei sein. All die Konfusion. All die Vermutungen. All die Behauptungen. All die Interviews. All der Informationsmischmasch. Und doch einigten sich die Medienleute recht bald auf eine Erklärung, die sich im Zirkelschluss selbst erklärt: Terroranschlag – al-Qaida – Osama bin-Laden – Attentäter – Flugzeugentführungen – Terroranschlag.

Hier eine synchrone Zusammenstellung der 5 US-TV-Sender und ihre seltsame „live“-Berichterstattung am Morgen des 11. Septembers 2001. Die Schlüsse, die der Macher SimonShack am Ende des Clips zieht, lasse ich einmal im Raum stehen. Wichtig ist für mich lediglich, dass Sie die damaligen „Live-Bilder“ noch einmal in kompakter Form sehen können.

*

Die Stärke der offiziellen Erklärung ist ihre Einfachheit. Jedes Kind versteht die Abfolge. Jeder Greis die Auswirkungen. Deshalb stehen all die Wahrheitssucher auf verlorenem Posten. Sie wissen, dass die offizielle Erklärung nicht stimmen kann, aber sie können dem misstrauischen Publikum keinen Erklärungs-Ersatz anbieten, der ebenfalls einfach zu verstehen ist. Und so bleibt der gewöhnliche Bürger Gefangener einer für ihn konstruierten Fiktion, während sich die Schlinge um seinen Hals enger zieht.

Als Einführung in das rabbit hole 9/11 empfehle ich die im ORF ausgestrahlte Doku: ZERO: An investigation into 9/11 – Was steckt wirklich dahinter? Gewiss, der Film bietet keine Antworten, aber er wirft viele Fragen auf. Immerhin.

Wenn Aliens Hakenkreuze tragen: eine Replik

Standard_Aliens
„When and if fascism comes to America it will not be labeled ‚made in Germany‘; it will not be marked with a swastika; it will not even be called fascism; it wil be called, of course, ‚Americanism'“, Prof. Halford E. Luccock, Divinity School of Yale University, New York Times vom 12.09.1938

Sehr geehrte Frau Sterkl,

wie ich dem allwissenden Internet entnehme, sind Sie zehn Jahre jünger als ich. Ja, vor zehn Jahren, ich gestehe es hier und heute, scherte ich mich nicht sonderlich um die Welt da draußen. Ich glaubte, zu wissen, wie der Hase läuft, ja, ich dachte, ich wäre gut informiert, zumal ich die Unterscheidung zwischen Boulevard- und Qualitätspresse machte. Später musste ich zum meinem Erschrecken feststellen, dass ich Zeit meines Lebens auf das falsche Pferd gesetzt wurde. Der Mainstream klärt nicht auf, nein, er verhüllt und lenkt ab. Ihr Artikel in der Wochenendausgabe Der Standard vom 5./6. September 2015 zeigt, wie es gemacht wird, die subtil-plakative Manipulation der gutgläubigen Leser.

Liest man den Artikel unter der Rubrik Agenda: Rechter Glaube, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Zum Einen ist es der Versuch, die FPÖ als eine Ansammlung „rechter Esoteriker, die an UFOs glauben“ lächerlich zu machen. Zum Anderen – und da wird es persönlich – werden Verschwörungstheoretiker in die „rechtsextreme“ Ecke gestellt. Sie schreiben:

Rechtsextreme seien auf Verschwörungstheorien angewiesen, sagt der Berliner Schriftsteller und Musiker Daniel Kulla, der mit seinem Buch Entschwörungstheorie eine Systematik solcher Denkmuster erstellt hat. „Nazis und alle anderen Nationalisten nutzen und entwickeln Verschwörungserzählungen, um Risse im Weltbild zu kitten“, so Kulla.

Verehrte Frau Sterkl, was wissen Sie eigentlich von der Welt da draußen? Haben Sie sich schon einmal mit offenen Augen umgesehen? Gewiss, Sie werden dafür bezahlt, zu schreiben, was Chefredakteure und Ressortleiter lesen möchten. Aber vielleicht nutzen Sie die eine oder andere freie Minute und recherchieren geschichtsträchtige Ereignisse abseits der ausgetretenen Pfade. Sie werden alsbald erkennen, dass nichts ist wie es uns seit klein auf eingetrichtert wurde. Das ist eine schockierende Erfahrung – aber wenn Sie es ernst meinen, als Journalistin, dann darf Sie das nicht weiter bekümmern. Die Bürger dieses Landes vertrauen Ihnen und Ihrer Zunft. Sollten Sie weiterhin all die Silberlinge einstreichen und manipulative Artikel veröffentlichen, dann sollten Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Kindeskinder nur noch die „Freiheit“ haben werden, sagen zu dürfen, dass „zwei plus zwei vier ist“. Sie machen sich hier und heute mitschuldig, nämlich daran, dass der Zug in eine totalitäre Richtung geht, eine Richtung, die Orwell recht genau vorgezeichnet hat. Ich empfehle deshalb, dass Sie 1984 ein weiteres Mal zur Hand nehmen.

Die Beeinflussung der Masse ist umso größer, je mehr sie von der gebildeten Schicht unterstützt und keine Kritik daran zugelassen wird. Diese Lektion haben Hitler und viele andere gelernt, bis auf den heutigen Tag.
Noam Chomsky
Media Control: Wie die Medien uns manipulieren
Piper, München 2006, S.30;

Falls Sie also noch guten Willens sind, Frau Sterkl, lade ich Sie ein, mein Sachbuch Con$piracy: Eine andere Wahrheit zu lesen. Keine Angst, darin kommen weder UFOs noch Chemtrails noch Zion-Manifeste vor. Vielmehr habe ich gut dokumentierte Ereignisse, die (mit Absicht) in Vergessenheit gerieten, behandelt, beispielsweise Guatemala 1954 oder Afghanistan 1979. Auch beschäftigt sich das Buch mit der Frage, wie Geld entsteht, wie es in Umlauf kommt und welche Auswirkungen der Zinseszins hat. Leider muss ich Ihnen aber für die 600-seitige Arbeitsunterlage (inkl. 1114 Fußnoten) einen Kostenersatz von € 20 in Rechnung stellen. Im Gegensatz zu Ihnen werde ich für mein Geschreibsel nicht bezahlt.

Falls Sie es ablehnen, in Eigenregie publizierte Bücher zu lesen, dann empfehle ich Ihnen die folgenden Vorträge, die (legal) auf youtube zu finden sind:

Univ.-Prof. R. Hausfeld:Warum schweigen die Lämmer?“: Hier erfahren wir, wie die Gesellschaft beeinflusst bzw. manipuliert wird.

Univ.-Prof. J. Kroth: Propaganda and Manipulation: How mass media engineers and distorts our perceptions: Hier erfahren wir, wie Massenmedien unsere Wahrnehmung (von Ereignissen) erzeugen bzw. verzerren.

Sehr empfehlenswert ist der Blog memoryhole von Univ.-Prof. James F. Tracy. Dort werden offizielle Erklärungen vergangener und gegenwärtiger Ereignisse auf den Prüfstand gestellt und Widersprüche und Ungereimtheiten dokumentiert. In einem Artikel mit dem Titel The CIA and the Media: 50 Historical Facts the World Needs to Know beleuchtet Prof. Tracy das Zusammenspiel des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA mit amerikanischen und europäischen Medienkonzernen. Man sollte sich also nicht wundern, wenn in so mancher Zeitung eine Anti-Russland-Stimmung geschürt wird.

Falls Sie sich für (asugewogene) Dokumentarfilme erwärmen können, empfehle ich die (in ARTE ausgestrahlte) Doku Why we fight – Amerikas Kriege von Eugene Jarecki aus dem Jahr 2005. Oder all die herausragenden epischen BBC-Dokumentarfilme von Adam Curtis, der sich beispielsweise in The Century of the Self mit Sigmund Freud und seinem amerikanischen Doppelneffen Edward Bernays, dem „Erfinder“ der PR, beschäftigt. Auch sehr erhellend ist die (im ZDF ausgestrahlte) Doku War made easy: Wenn Amerikas Präsidenten lügen – darin kommt der beeindruckende US-Senator Wayne Morse zu Wort, der als einer der wenigen damaligen Politiker versuchte, den Vietnamkrieg zu verhindern.

Ich denke, das sollte für den Anfang genügen. Falls Sie Fragen haben, nur zu, ich stehe aufgeklärten Bürgern gerne Rede und Antwort.