Unterrichtsfilm: The Work of the US Public Health Service von 1936: Der Umgang mit Fleckfieber-Patienten

In diesem Unterrichts- und Aufklärungsfilm über die Arbeiten des US Public Health Service aus dem Jahr 1936 erfährt der interessierte Zuseher, wie man damals dem Fleckfieber aus der Alten Welt, übertragen durch die Kleiderlaus, beizukommen gedachte. Weiters erklärt der Film, dass die amerikanischen Behörden seit 1925 in vielen Emigrationsländern – beispielsweise im damaligen Deutschland – Ärzte beauftragten, die nach den USA einreisen wollende Menschen bereits vor Ort auf Herz und Nieren zu untersuchen hatten. Nur wer diese körperliche und geistige Untersuchung bestand, durfte die Reise antreten und mit einer möglichen Aufnahme im Land der unbegrenzten Möglichkeiten rechnen.

Falls Ihnen das geschriebene Wort lieber ist als das gesprochene, hier das Transkript des von mir ausgesuchten Ausschnitts:

 

[07:41] The quarantine officer is taken to the sick bay in the crew’s quarters to examine the patient.

[07:49] His experience and training in the detection of the symptoms of rare, as well as common diseases, tells him that this patient is suffering from typhus fever.

[07:59] He orders the patient to be removed from the vessel,

[08:09] and put aboard the quarantine tug to be taken ashore.

[08:16] All persons who have been in contact with the patient, and thus have been exposed to the disease, are also ordered on board the tug.

[08:27] The patient and the contacts are taken to the detention hospital, in this instance, Hoffman Island in New York Harbor.

[08:41] On their arrival, the sick patient is taken directly to the hospital.

[08:50] Here he is given appropriate treatments and cared for until he has recovered.

[08:56] Every facility is made available in such cases, both for the benefit of the patient himself, and for the protection of others.

[09:05] As this happens to be a case of Old World, which is known to be spread by the body louse, the contacts, those who have had association with the patient during the voyage, are first taken to the delousing plant.

[09:20] Here they must remove all of their clothing,

[09:26] Thoroughly sprayed with soap and water.

[09:31] Next they are sent under the shower.

[09:37] And finally, each one is sprayed with an insecticide that kills any lice or nits that may still remain in their hair.

[09:47] The clothing of these contacts is placed in net bags, and these bags are sent to the fumigating room.

[09:53] This clothing, together with the baggage of the contacts, is placed in fumigating chambers, were it is thoroughly disinfested.

[10:00] If necessary, the contacts are isolated in the detention hospital for observation.

[10:05] Every precaution is taken by the quarantine officers to prevent the introduction of disease into the United States.

[10:13] When the quarantine work has been completed, and the ship declared free from danger, the medical officers of the Public Health Service then turn to the inspection of immigrants.

[10:25] This scene shows the well-known immigration station at Ellis Island New York.

[10:34] During the busy period of a few years ago, more prospective citizens of this country arriving from abroad entered through this world-renowned station than through any other port of the country.

[10:43] In past years thousands of aliens arrived at Ellis Island daily, and each one had to undergo an examination at the hands of the medical officers of the Public Health Service.

[10:55] In past times too, many of them arrived only to be turned back at our very gate, because of mental or physical defects.

[11:01] This was a necessary, but somewhat cruel procedure, and caused many heart aches, untold hardships, and much unnecessary expense.

[11:09] To avoid this condition, a new system was inaugurated by international consent in 1925,

[11:15] since which year, intending immigrants have been examined in foreign countries by Public Health Service officers who are assigned to American consulates for this purpose.

[11:23] The prospective immigrant makes application through the American consul, who, if the applicant comes within the quota prescribed by Congress, arranges for an examination by the Public Health Service medical officer.

[11:33] If the applicant passes these physical and mental tests successfully, there is little chance that he will be refused admittance later.

 

Michael Fleischhacker und die Sache mit der Lügenpresse

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Letzte Woche war es, als ich mit jungen Verlagsmenschen im „Redaktionsbüro“ der NZZ.at saß und den Ausführungen des Chefredakteurs und Co-Geschäftsführers Michael Fleischhacker lauschen durfte. Fleischhacker ist ein intelligenter Mann, gerade einmal ein Jahr jünger als ich, und weiß, wo er zu stehen hat. Auf meine Frage der „politischen Ausrichtung“ der NZZ.at antwortet er zuerst kurz und bündig mit „liberal“. Zwei Atemzüge später erwähnt er den Aufsatz von „Austrian“ F. A. Hayek mit dem sprechenden Titel Why I am not a Conservative. Gerade diese, beinahe im Vorbeigehen hingeworfenen Wissensgustostückerln machen einen Pressemann von Welt aus, wenigstens in den Köpfen gutgläubiger Medienkonsumenten.

In seinem – für gewöhnlich nur zahlenden Abonnenten zugänglichen – Newsletter vom 4. Oktober 2015 macht sich Fleischhacker Gedanken über seine Zunft. Im Beitrag, versehen mit der Überschrift Wir von der Lügenpresse, gesteht der Autor, dass die „anonymen Postings in den Userforen reichweitenstarker Nachrichtenportale […] zum Teil […] berechtigt“ sind und dass „die Auskünfte, die solche Foren über die Stimmungslage in der Bevölkerung geben, in der Regel näher an der Realität sind als die Artikel, unter denen sie gepostet werden“. Allerhand, nicht?

Beinahe möchte man einen zufriedenen Seufzer machen, im Glauben, dass es wenigstens einen Chefredakteur gibt, der bereit ist, über den vorgegebenen Tellerrand zu schreiben. Aber auf meine Frage, ob er auch „alternative Medien“ im Web durchsehe, bekomme ich die Antwort, die man von einem in Lohn und Brot stehenden Redakteur eines großen europäischen Medienkonzerns erwarten darf: Nein! Sehen Sie, genau da liegt der Hase im Pfeffer, weil, wenn all die Journalisten und Redakteure und Herausgeber immer nur die üblichen Quellen – also Presseagentur-Meldungen, Artikel in internationalen Leitmedien sowie Sachbücher renommierter Autoren – studieren, wie sollen diese dann überhaupt in der Lage sein, zu erkennen, was in der Welt gespielt wird? Die nächste Frage, die sich aufdrängt, ist jene, ob Medienleute überhaupt Interesse an der „Wahrheit“ bzw. „Wirklichkeit“ haben, weil “It is difficult to get a man to understand something, when his salary depends upon his not understanding it!” – Upton Sinclair.

Ich denke, der Lackmustest für Medien und deren Mitarbeiter ist der Umgang mit den Ereignissen von 9/11: So lange diese an der [offiziellen] Verschwörungstheorie festhalten und sie propagieren, kann man davon ausgehen, dass diese kein Interesse an der Wahrheitsfindung in gegenwärtigen oder zukünftigen Ereignissen haben werden. Deshalb versuche ich, soweit möglich, allen Mainstream-Produkten aus dem Weg zu gehen. Sie sind sowieso nur dazu da, den gutgläubigen Bürger in seiner Meinungsfreiheit einzuschränken. Oder wie schrieb 1965 der Mitherausgeber der FAZ:

Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
Paul Sethe*

Zu guter Letzt bleibt mir nur, Herrn Fleischhacker das Online-Magazin Taki’s Magazine zu empfehlen, das in keiner Weise in die Kategorie „alternativ“ fällt, vielmehr versucht es die vom Mainstream festgemachten Grenzen der political correctness Ordnungshüter zu überwinden. Manchmal ist das komisch, manchmal schockierend, manchmal erhellend – und die Kommentare sind eine (amüsant-kluge) Welt für sich. Kudos.

We at Taki’s Magazine take our politics like we take life – lightly. We believe political labels such as conservative and liberal are as outdated as flared trousers and Nazis. Ideology is a false god, a secular religion that seeks vainly to create a paradise on Earth. Our only ideology is to be against the junk culture foisted upon us and mirages of a new world order. Think of us what you will, but read us. Our writers are never boring.

* Lesen Sie die Einblicke dieses Medien-Insiders, dann wissen Sie, was da draußen los ist! Zu finden in Hartmus Soell, Zum Problem der Freiheit des Journalisten. Aus der Korrespondenz Fritz Erler – Paul Sethe 1956/57, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte (im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte München), 23.Jahrgang 1975, 4. Heft.