richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Der Mord am Brunnenmarkt und was Ihnen die Medien verschweigen wollen

Kraus_Presse-Welt

Falls Sie es nicht wissen bzw. es bereits vergessen haben, in der Nacht auf Mittwoch (4.5.) wurde eine Frau auf dem Weg zur Arbeit (vermutlich) von einem 21-jährigen Kenianer mit einer Eisenstange erschlagen. Die Tathintergründe, so die Polizei, seien »völlig unklar«.

Tauchen wir in den medialen Blätterwald des Qualitätsjournalismus ein, erfahren wir, dass sich der Afrikaner seit 8 Jahren in Österreich illegal aufhält, bereits wegen 18 unterschiedlicher Delikte – u.a. Drogenhandel, Körperverletzung, schwere Körperverletzung – angezeigt worden ist und nebenbei als U-Boot (der Boulevard spricht auch schon mal von einer Obdachlosigkeit) in Wien gelebt hat. Der mutmaßliche Täter, so wird der Polizeisprecher zitiert, sei 2008  »legal mit einem Visum eingereist«, das er aber »nie verlängert« hatte.

Fällt Ihnen etwas auf? Nein? Keine Sorge, Sie sind nicht allein damit. All die gut bezahlten und bestens ausgebildeten Journalisten und Redakteure verlernen plötzlich die Grundrechnungsart der Subtraktion. Wenn also ein 21-jähriger Mann vor 8 Jahren nach Österreich mit einem Visum offiziell eingereist ist, wie alt war der »junge Bursche« (O-Ton Standard) zum Einreisezeitpunkt?

Die Antwort finden Sie in keinem der Medien – weder Boulevard noch Qualitätsblatt getrauten sich zu schreiben, dass der Afrikaner mit 13 Jahren nach Österreich kam. Mit einem Visum! Macht Sie das jetzt nicht ein klein wenig stutzig? Sollen wir uns jetzt vielleicht vorstellen, dass der 13-jährige Junge frech in die österreichische Botschaft stapfte, dort sein Visum verlangte und es von den Behörden ausgehändigt bekam? Und dass er sich dann, Reisepass (?) vorzeigend, ins Flugzeug (one way) setzen und nach Wien fliegen konnte? Bezahlt mit seinem Taschengeld? Und dass er dann, am Flughafen Schwechat am Ausgang stehend und kein Deutsch sprechend, sofort wusste, wie er sich in einer fremden Stadt, mit einer für ihn völlig fremden Kultur, jahrelang durchschlagen würde können. Mit 13 Jahren? Falls Sie das tatsächlich glauben, dann glauben Sie alles.

Deshalb versuchen Medien genauso wie Politiker mit aller Macht, diesen Umstand zu verschweigen. Auf der Webseite des Standard konnten Sie bereits einen Tag nach dem Verbrechen den relevanten Artikel nur noch mittels Suchbegriff finden, obwohl das Interesse der Leser außerordentlich groß ist. 3000 Kommentare sprechen eine klare Sprache, meinen Sie nicht auch?

Also, warum will man dem Leser verschweigen, dass der mutmaßliche Täter mit 13 Jahren offiziell nach Österreich eingereist ist? Weil es die Frage aufwirft, wer sein Visum beantragt, wer ihn ins Flugzeug gesetzt, wer den Flug bezahlt und wer sich in Wien um ihn gekümmert hat. Diese Fragen liegen klar auf der Hand. Kein Kind, kein Minderjähriger, mag er auch noch so ausgefuchst und altklug sein, ist in der Lage, diese Hürden allein zu meistern.

Die (spekulative) Antwort kann nur sein, dass wir es hier mit einer kriminellen Organisation zu tun haben, die (bereits in ihrem afrikanischen Heimatland) indoktrinierte Kinder nach Europa schickt, um sie dort für verbrecherische Handlangertätigkeiten zu missbrauchen. Deshalb konnte der mutmaßliche Täter 18 Straftaten begehen, ohne ernstliche Folgen befürchten zu müssen. Deshalb konnte er als U-Boot untertauchen und sich der Justiz entziehen – weil es ihm die Organisation ermöglichte. Deshalb stellte er erst gar keinen Asylantrag. Deshalb sah man ihn schließlich am Brunnenmarkt stehen. Nicht, weil er dort hauste, sondern weil er dort zu »arbeiteten« hatte. Ähnliches können Sie beispielsweise bei der U6 Station Handelskai – Ausgang Donauufer – beobachten. Dort chillen eine Reihe von Leutchen herum, die auf Kundschaft warten. Das Suchtmittelangebot von ihnen kenn ich natürlich nicht, gehe aber davon aus, dass es sich dabei nicht um Schokolade aus Afrika handelt. Freilich werden die Deals nicht in der Nacht, sondern am frühen Vormittag abgewickelt. Angst vor einer polizeilichen Untersuchung müssen diese Leutchen nicht haben, schließlich steht chillen in der Öffentlichkeit am helllichten Tage noch nicht unter Strafe.

Wie dem auch sei, ich gehe davon aus, dass es in Wien und Österreich (zumindest) eine kriminelle Organisationen gibt, die international agiert und nach oben und unten gut vernetzt zu sein scheint, die junge Menschen aus dem Ausland rekrutiert und hier für kleinere und größere illegale Taten einsetzt: sei es der Drogenverkauf oder die (körperliche) Einschüchterung der Konkurrenz oder die simple Schutzgelderpressung. Deshalb ist nicht die Frage der Abschiebung von abgeurteilten Asylwerber relevant, sondern vielmehr, wie man gedenkt, gegen diese Organisationen vorzugehen, die, ich gehe davon aus, den Behörden bekannt sind.

Bitte beachten Sie, dass ein echter Asylwerber, der es ehrlich meint, alles tun wird, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, schließlich will er sich hier eine neue Existenz aufbauen. Das heißt, all jene Eingereisten, die bewusst unbewusst ein Verbrechen begehen, gehen davon aus, dass eine schützende Hand über sie wacht. Und diese schützende Hand ist es, die uns Sorgen bereiten sollte. Große Sorgen.

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