richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

EM2016 – Ein erster Ausblick

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Morgen startet sie also, die Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Oui, oui. Und wie schon die letzten Male – EM 2008, WM 2010, EM 2012, WM 2014 – werde ich versuchen, alle Spiele zu verfolgen und darüber blöglich zu berichten. Experte bin ich freilich keiner. Ich sehe vielmehr jede Begegnung in einem literarisch-dramaturgischen Licht. Was ich mir wünsche ist Spannung und Dramatik bis zum Schluss(pfiff). Ich will das Unerwartete, das Unglaubliche miterleben dürfen. Erinnern Sie sich vielleicht noch, Europameisterschaft 2008 in Österreich und in der Schweiz, als die türkischen Stehaufmännchen drohende Niederlagen in last-minute Siege verwandeln konnten? Noch jetzt läuft mir ein leichter Schauer über den Rücken, wenn ich an diese beiden Spiele (Tschechien und Kroatien)* zurückdenke (gegen die deutsche Elf war freilich kein türkisches Kraut gewachsen – Unwetter und schwarzer TV-Schirm hin oder her).

*) Wie es der Zufall so haben will, kommt es wieder zu diesen Begegnungen in Gruppe D!

Keine Frage, natürlich drücke ich der österreichischen Nationalmannschaft die Daumen. Mitfiebern bis zum bitteren oder glorreichen Ende. Gehört sich so. Ob ich große Erwartungen hege? Wir haben ja den Vorteil, dass der erste Gegner der vermeintlich schwächste in der Gruppe ist. Vor langer, langer Zeit war Ungarn eine Fußballmacht am Kontinent – den Engländern konnte seinerzeit sowieso keine Mannschaft das Wasser reichen, die spielten, wenn man so will, in einer eigenen Liga. Aber dann kam das Wunderteam und sorgte für einen noch nie dagewesenen (kurzen) Erfolgslauf. Wie gesagt, das ist lange her. In der Gegenwart werden wir von Alaba & Co keine Wunder erwarten dürfen. Es würde ja reichen, wenn die Spieler konzentriert zu Werke gehen und ihr Selbstvertrauen nicht in der Kabine lassen. Die Psyche ist schon immer die Achillesferse der österreichischen Nationalmannschaft gewesen. Vermutlich hängt es mit dem Verlust des Habsburger Kaiserreiches zusammen – damals, als Österreich von einer europameisterlichen Mannschaft zu einer Provinztruppe degradiert wurde, die nur noch in der Regionalliga spielen durfte. Diese Niederlage ist Teil der Volksseele und es wird noch viele Generationen und Siege brauchen, bis das Selbstbewusstsein wieder vollkommen hergestellt ist.

Einen Favoriten habe ich bis dato noch nicht. Natürlich gibt es die üblichen Verdächtigen, allen voran unsere deutschen Freunde, die eine Turniermannschaft sind und sich noch immer mit den eigenen Fußballschuhen aus dem Sumpf gezogen haben. Sie kennen ja den Ausspruch von Lineker, nämlich dass ein Fußballspiel 90 Minuten dauere und am Ende die Deutschen gewännen. Aber bis zum Finale ist es ein weiter Weg.

Mit einem gallischen Zaubertrank könnten die Franzosen weit kommen – vorausgesetzt die Stimmung bleibt gut und es kommt zu keiner Rebellion. Die Franzosen haben ja bekanntlich einen Faible für kleinere und größere Umstürze. Bei der Weltmeisterschaft in Brasilien, vor zwei Jahren, hat die französische Elf bereits aufgezeigt. Man wird sehen, ob sie zulegen konnte.

Englands Nationalelf wiederum hat durch den überraschenden Meisterschaftssieg von Underdog Leicester City Blut geleckt und Lunte gerochen. Vorbei die Epoche, als einzig Rooneys Knöchel über Sieg oder Niederlage entschied.

So. Jetzt warten wir mal die ersten Begegnungen ab und dann, dann können wir einen realistischen Favoritenkreis bestimmen. Die Glaskugel vorab zu befragen, also, no, no, das halte ich nicht für sinnvoll. Oui, oui.

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