richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Über das freie Reden: erster Versuch eines Vlogs

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Gestern mit dem neuen Headset kurzerhand ein dreiminütiges Video eingesprochen. Es ist somit mein erster Vlog/Video-Blog. Die Idee, über ein bestimmtes Thema frei zu reden, musste ich nach den ersten Versuchen wieder fallen lassen. Zu oft fährt man einen angefangenen Satz gegen die Wand, zu oft will einem nicht der nächste Satz einfallen. Natürlich könnte man editieren, könnte man die besten Teile zusammenfügen. Aber das ist dann doch ein zu großer Aufwand für eine bescheidene Wirkung. Deshalb habe ich schnell den Text aufgeschrieben und während der Aufnahme abgelesen. Da die großen Politiker ihre Reden auch nur vom Teleprompter ablesen, dachte ich, ich muss mich dafür nicht schämen, auch wenn die Rhetorik bereits bei den alten Griechen hoch im Kurs stand.

Vermutlich ist das freie Reden über ein bestimmtes Thema ein Talent, das nur wenige besitzen. Mein Favorit diesbezüglich ist Nikolas Lloyd, ein Brite, der vor seiner Kamera über Gott und die Welt fabuliert, ohne dass er sich vorab Notizen gemacht oder das Gesagte auswendig gelernt hätte. Beeindruckend.

Morris, ein Brite, der sein Leben in Südostasien zubringt, geht noch einen Schritt weiter und zeichnet oftmals seine Gespräche (Monologe) während einer Motorroller-Ausflugsfahrt auf. Hin und wieder geht er mit seiner Smartphone-Kamera auf Märkte, um zu zeigen, wie das Leben auf der anderen Seite der Welt aussieht. Alles in allem sind auch seine Vlogs äußerst beeindruckend.

Natürlich ist das freie Reden eine Sache der Erfahrung. Mit der Zeit lernt man auch, die Nervosität abzulegen. Wer es nicht gewohnt ist, in eine Kamera zu gucken und in ein Mikrofon zu sprechen, kann sehr schnell weiche Knie bekommen. Vor allem, wenn man Probleme hat, seine Fehler in die Öffentlichkeit zu tragen. Perfektionisten und solche, die es sein wollen, werden wohl die Finger von Vlogs lassen müssen. Auf der anderen Seite ist es eine gute Therapie, sich nicht immer perfekt in Szene setzen zu müssen und einfach auch mal Fehler oder unschöne Seiten zuzulassen. Yep.

 

2 Antworten zu “Über das freie Reden: erster Versuch eines Vlogs

  1. zip Samstag, 15 Oktober, 2016 um 0:50

    Gelungen. Besonders gefallen mir die Akzentuierung und Betonung der Rede. Ach ja, ich liebe das Wienerische😉

    Zunächst hat vor meinem geistige Auge jedoch ein Advokat „Einspruch!“ gerufen. Du bist schließlich Schriftsteller, Literat, ein Mann des geschriebenen Wortes, und verkaufst keine Kosmetikprodukte.

    Darüber hinaus hab ich einfach lieber einen Text vor mir. Da lässt sich nachlesen, Übersprungenes wiederholen und Erfasstes überspringen. Kurz: die Regulation der Aufmerksamkeit obliegt dem Leser.

    In diesem Sinn hoffe ich, dass ich auch weiterhin das Schwarze auf dem Weißen bei dir lesen kann.

  2. Richard K. Breuer Samstag, 15 Oktober, 2016 um 22:20

    Freilich bleibe ich dem (virtuellen) Papier treu. Aber hin und wieder seine Gedanken aussprechen, schadet nicht. Mein Ziel wäre ja, frank und frei von der Leber weg über Gott und die Welt zu plaudern. Mal gucken.
    Merci fürs Feedback🙂

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