richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Trump vs. Clinton – Die dritte Debatte

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spengler_wahlen

Das war sie also, die dritte und letzte Debatte der beiden Anwärter auf das Präsidentenamt in den Vereinigten Staaten. Dass es noch weitere Kandidaten gibt, vergisst man zuweilen, aber so ist das eben, in einem demokratischen Wahlkampf: Wer zahlt, bekommt die Medienaufmerksamkeit. Über die Höhe der Wahlkampfbudgets aller Beteiligten kann man sich gar keine rechte Vorstellung machen. Laut OpenSecrets.org liegt es bei über 1 Milliarde Dollar. Hillary Clinton schießt hier den Vogel mit etwa 530 Millionen ab, gefolgt von Donald Trump mit 210 Millionen, dem libertären Partei-Kandidat Gary Johnson mit 8,5 Millionen Dollar und der Kandidatin der Grünen Jill Stein mit 2,7 Millionen Dollar.

Was gibt es nun zur Debatte zu sagen. Kurzfristig war sie sogar hitzig. Ging es darum, dass Clinton ihren Konkurrenten als „Puppe“ von Putin bezeichnete und meinte, die Wikileaks-Enthüllungen bezüglich ihrer E-Mails stammten aus russischen Computer-Hacks, die von Putin selbst angeordnet worden sind. Allerhand. Ehrlich gesagt finde ich es recht undiplomatisch, den russischen Präsidenten öffentlich eines Verbrechens zu bezichtigen. Das gehört hinter verschlossenen Türen abgehandelt. In eine ähnliche Kerbe schlägt Hillary Clinton auch mit dem Vorschlag, in Syrien eine No-Fly-Zone einzurichten, um die syrische Bevölkerung mittels „Safe Zones“ zu beschützen. Freilich. Damit würde Hillary Clinton eine offene Konfrontation mit Russland in Erwägung ziehen. Für die gute Sache. Freilich. Im Gegensatz dazu möchte Trump mit Putin gemeinsame Sache machen, um ISIS auszuschalten. An diesem Punkt ist die Wahl – für mich jedenfalls – bereits entschieden. Man kann über Trump sagen was man will, aber er kopiert wenigstens nicht die Neocons, die uns, die Welt, seit 2001 kontinuierlich in die Scheiße geritten und einen blutigen Staatsstreich nach dem anderen angezettelt haben. Sorry for my foul language, aber es ist nun mal wie es ist. Ich muss Ihnen hoffentlich nicht sagen, dass ISIS eine Kreation von Washington ist. Würde das Pentagon endlich mal aufhören, die „gemäßigten Rebellen“ in nah und fern, die per se nur Söldner sind, auszurüsten, anzuleiten und zu finanzieren, dann wäre die Welt mit Sicherheit eine friedlichere. Und die Medien könnten vielleicht einmal berichten, was da draußen wirklich los ist. Statt dessen zeigen sie Fotos eines ausgebombten 4-jährigen Jungen aus Aleppo, den Hillary Clinton natürlich erwähnen muss. Humanitäre Hilfe! Wenn ich das höre, dreht es mir den Magen um. Glauben Sie wirklich, Washington schert sich auch nur einen Deut um die Leute hüben wie drüben? Alles nur billige Propaganda. Zeigen Sie doch mal im TV das Foto eines zerfetzten 4-jährigen Jungen in Palästina und die Systemwächter laufen Amok. In der Politik ist es noch nie um Kinder gegangen. Wenn das nächste Mal ein Politiker auf die Tränendrüse drückt, wenn er oder sie mit einem tragischen Schnappschuss in die Kamera wedelt, beißen Sie auf Ihre Lippe und bleiben Sie stark, lassen Sie sich nicht manipulieren.

Hillary Clinton behauptete während der Debatte, dass es Militärangehörige geben soll, die Präsident Trumps Befehl zum Abschuss der Nuklearraketen nicht folgen würden, da er zu unverlässlich und instabil sei. Ach? Denkt Hillary Clinton bereits an Weltkrieg III? „Wenn ihr mich wählt, dann kann ich euch garantieren, dass wir Russland mit allen Nukes drankriegen!“ Übrigens war Ronald Reagan am Ende seiner Amtszeit bereits so dement, dass er nicht mal mehr den Namens seines Hundes gewusst haben soll. Soviel zu einem „unverlässlichen und instabilen“ Präsidenten, der die Hand am Abzug hat.

Im Moment versuchen die Polit-Experten Donald Trump in die Ecke zu stellen, da er einen Sieg von Hillary Clinton nicht automatisch akzeptieren möchte. Die Medienvertreter schütteln verächtlich den Kopf und nennen es „undemokratisch“ und eine Gefahr für die Einheit der USA. Echt jetzt? Vielleicht hat es sich noch nicht herumgesprochen, aber demokratische Wahlen können nicht nur gestohlen, sondern auch schlampig durchgeführt werden. Schlag nach in Österreich, anno 2016. Sollte es also im November Anzeichen, vielleicht sogar Beweise geben, dass die Wahl nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist, dann hat jeder aufrichtige Bürger, der die Demokratie hochhält, dafür zu sorgen, dass es zu einer juristischen Überprüfung kommt. Oder ist jetzt Wahlbetrug in den USA zu einer demokratischen Tugend geworden?

Im Großen und Ganzen hat sich bei dieser Debatte wieder gezeigt, dass Hillary Clinton eine erfahrene Politikerin und Donald Trump ein unbekümmerter Quereinsteiger ist. Ich halte deshalb Clinton für die gefährlichere Wahl, da sie mit allen Wässerchen gewaschen ist. Trump ist ein Elefant, Clinton eine Primaballerina im politischen Porzellanladen. Je weniger Porzellan zerdeppert wird, umso leichter können mit einem gespielten Lächeln schäbige Deals ausgehandelt und bürgerfeindliche Gesetze gemacht werden.

Sollte Hillary Clinton gewinnen, ist davon auszugehen, dass sich vorerst nicht viel ändern wird. Auf lange Sicht gesehen wird die Welt wieder in einen Kalten Krieg abgleiten. Da der Osten mit Russland und China, dort der Westen mit den USA und Europa. Die Terrorgefahr (War on Terror) wird weiterhin unter Clinton als Persilschein herhalten, um unangenehme innen- wie außenpolitische Ziele zu erreichen.

Sollte Donald Trump gewinnen, ist davon auszugehen, dass es in der breiten US-Bevölkerung Optimismus auslösen wird. Analog Barack Obama anno 2008. Wie lange dieser Optimismus anhalten wird, steht auf einem anderen Blatt Papier. Wird Präsident Trump seine Macht nutzen, um den Sumpf in Washington trockenzulegen? Wird er das abgekartete Spiel („rigged system“) der Elite durchschauen und durchkreuzen können? Oder ist alles nur Show?

„I put a dollar in one of those change machines. Nothing changed.“
George Carlin, 1997

Eine Antwort zu “Trump vs. Clinton – Die dritte Debatte

  1. Richard K. Breuer Freitag, 21 Oktober, 2016 um 20:23

    Der Essay eines Republikaners, der die richtigen Schlüsse zieht, ist wert, gelesen zu werden – in a nutshell:

    „2016 is the Flight 93 election: charge the cockpit or you die. You may die anyway. You—or the leader of your party—may make it into the cockpit and not know how to fly or land the plane. There are no guarantees. Except one: if you don’t try, death is certain. To compound the metaphor: a Hillary Clinton presidency is Russian Roulette with a semi-auto. With Trump, at least you can spin the cylinder and take your chances.“

    http://www.claremont.org/crb/basicpage/the-flight-93-election/

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