richard k. breuer

Schriftsteller & Verleger

Präsident Trump und der ‚meltdown‘ der westlichen Mainstream Medien

cof

Fakten statt Emotionen?

Er ist nun eine Woche her, der Wahlsieg von Donald J. Trump, aber die Gemüter der ›unabhängigen‹ links-liberalen Mainstream-Medien in Europa und den USA haben sich noch immer nicht beruhigt. Bestes Beispiel mag die Kolumne des Chefredakteurs B. im KURIER vom Samstag, 12.11.sein. Als ich das abgehobene und realitätsferne Geschreibsel las, fragte ich mich, welche bewusstseinsverengenden Substanzen so Redakteure zu sich nehmen. Die Berichterstattung bzw. Meinungsmache in den Zeitungen, wenn es um Donald Trump geht, schießt dermaßen übers Ziel hinaus, dass man glauben könnte, hier handelt es sich um eine Persiflage auf die Artikel bornierter und stiefelleckender Günstlinge des Establishments. Ausgewogenheit? Fehlanzeige. Es ist, als würden die Medienleute in einer Blase sitzen, die sie von der Außenwelt abschirmt. Dabei handelt es sich bei ihnen um intelligente Menschen, die für gewöhnlich in der Lage sind, jedes Geschehnis zu reflektieren, zu relativieren und in einen Kontext einzuordnen. Doch wenn es um Donald Trump geht brennen bei den Redakteuren die Sicherungen durch und sie gebärden sich wie uneinsichtige Kinder, die nicht wahrhaben wollen, dass der Weihnachtsmann nur eine Erfindung der Kommerzkultur ist.

Zurück zur Kolumne von Chefredakteur B., der tatsächlich im Glauben ist, dass über 60 Millionen Amerikaner Trump gewählt hätten, weil er ein „Narzisst“ ist, der wegen seiner Berühmtheit „jeder Frau zwischen die Beine greifen kann“? Falls das jemand wirklich ernsthaft behaupten möchte, wäre ein Termin beim Psychiater seiner Wahl angebracht. Vielleicht kann ich den Herrn Chefredakteur ein wenig auf die Sprünge helfen. Starthilfe, nennt man das. Wenn wir Glück haben, springt sein Gedankenmotor wieder an. Die Hoffnung, wer weiß das nicht, stirbt bekanntlich zuletzt.

Was wir in den USA sehen ist eine Protestbewegung gegenüber dem korrupten Establishment in Washington und ein Hilfeschrei all jener Bürger, die durch die wirtschaftliche Situation zum Scheitern verurteilt sind. Es geht darum, dass der gewöhnliche Amerikaner von den auswärtigen Kriegen und Konflikten, die eine Neocon-Politik unter Bush jr. und Obama/Clinton beinhart durchsetzte, die Schnauze voll hat. Falls sich Chefredakteur B. mal eine Wahlkundgebung von Donald Trump live im TV oder Web angesehen hätte, würde er verstehen, was ich meine. Mit Trump gab es zum ersten Mal einen populären Quereinsteiger, der sich vom Establishment nicht vereinnahmen ließ und der sich getraute, den Unmut und die Verzweiflung der Bürger über den wirtschaftlichen und politischen Status Quo zur Sprache zu bringen. Weiters sollte einem auch aufgefallen sein, so man sich den Wahlausgang nach Countys anguckt, dass es der konservative ländliche Raum war, der die „liberalen“ Großstädte bei diesem Wahlkampf entmachtete.

Chefredakteur B. und all seine Kollegen sehen es freilich anders. Sie fokussieren sich zu sehr auf den illustren Milliardär, suchen mit aller Gewalt den einen oder anderen wunden Punkt und stochern, wenn man so will, in den Mistkübeln, in der Hoffnung, belastendes Material zu finden. Sie übersehen dabei, dass es immer nur um die Botschaft gegangen ist, nicht um den Boten. Deshalb sind all die Demonstrationen und Anti-Trump-Kundgebungen völlig sinnlos, ja sie gehen ins Leere. Trotzdem befeuern die Mainstream-Medien diesen „Widerstand“, um von ihrer korrupten Berichterstattung im Wahlkampf ablenken zu können. Der KURIER und all die anderen westlichen Medien sind da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Sie gießen Öl ins Feuer und tun so, als würde Trump für den Großbrand verantwortlich sein.

„Ein Angriff Russlands auf einen baltischen Staat brächte Krieg …“, schreibt Chefredakteur B. und man fragt sich, wie wohl ein Karl Kraus oder Berthold Brecht auf diese kriegslüsterne Panikmache reagiert hätten. Ich frage Sie: Warum sollte Russland einen souveränen Staat angreifen? Haben die Medienleute die Zeit zurückgedreht? Ist denen noch nicht aufgefallen, dass wir im 21. Jahrhundert leben? Ja, die Medienleute des Westens sind in ihrer Anti-Russland-Blase gefangen. Sie können gar nicht anders, als den vor Jahren eingeschlagenen Neocon-Weg fortzusetzen. Auch wenn diese Verblendung zum Nachteil Europas führt, die Politiker und Medienleute tun nur das, wofür sie von Washington einstmals eingespannt wurden. Doch mit US-Präsident Trump ändert sich mit einmal die Sachlage, da dieser eine Entspannung mit Russlands Präsident Putin anstrebt. Und gab es nicht vor wenigen Tagen ein Telefongespräch zwischen den beiden? Sie möchte, so heißt es, gemeinsam gegen ISIS vorgehen. Weiters hegt Trump – im Gegensatz zu Hillary Clinton – nicht mehr die Absicht, die Assad-Regierung zu stürzen und dabei das Land zu libysieren. Mit anderen Worten, der Krieg in Syrien und der von Washington bezahlte Söldnertrupp ISIS sind bald Geschichte. Allerhand, nicht wahr? Für die Medienleute und die kriegslüsternen Neocons ist das natürlich eine Katastrophe, die verhindert werden muss. Deshalb sticheln und stänkern all die Chefredakteure wie aufgescheuchte Hühner und reden von Pussys und einem zweiten Hitler. Kein Wunder also, wenn EU-Politiker nun ein gemeinsames Sicherheitskonzept verlangen und eine EU-Armee fordern. Weil Russland, so Chefredakteur B., durch die „okönomische Schwäche noch gefährlicher geworden sei“. Wie wäre es dann, die Beziehung zu Russland zu normalisieren und diese absurde Wirtschaftsblockade aufzuheben? Es ist, als würde man jemanden in die Ecke drängen und sich dann fürchten, er könne wild werden.

Falls Sie sich noch immer kein Bild von Donald Trump gemacht haben, empfehle ich Ihnen, sich das CBS-Interview mit ihm und seiner Familie anzugucken: 6o Minutes. Sie werden bemerken, dass Trump ein gewöhnlicher Mensch ist, kein Monster, das kleine Kinder frisst. Er hat auch nicht vor, wie es oftmals heißt, „Migranten“ zu deportieren. Vielmehr hatte er in den Wahlkundgebungen und Interviews gesagt, dass er in erster Linie die kriminellen Subjekte, die sich in das Land illegal eingeschlichen und Verbrechen begangen hätten, loswerden wolle. Ist das jetzt wirklich so schrecklich? So weit ich weiß, sperren wir für gewöhnlich Kriminelle weg – oder schieben sie ab, so das möglich ist. Trump will das Verfahren beschleunigen, will keine Kompromisse eingehen. Hardliner? Sicherlich. Inhuman? Nope.

Eine Woche ist es nun her, der Sieg von Donald Trump. Die Schockwellen sind noch immer zu spüren. Die Profi-Demonstranten und bezahlten Agents Provocateurs des Establishments versuchen seit Tagen Stimmung gegen den neuen Präsidenten zu machen. Wir kennen diese Form des Demonstrationsrechtes, nicht wahr? Erinnern wir uns: Als die FPÖ in die ÖVP-Minderheitsregierung aufgenommen wurde forderten die in- und ausländischen Medien, Fotos der Demos gingen um die Mainstream-Welt, Sanktionen gegen das kleine Land Österreich. Mal schauen, ob Brüssel nun Sanktionen gegen die USA aussprechen wird.

Was immer Sie in der Zeitung lesen, im TV sehen, bedenken Sie, dass die Medienleute einen Donald Trump vorerst nicht gutheißen dürfen und alles tun, um ihn zu diskreditieren. Mit Anfang des Jahres wird Trump ins Oval Office einziehen. Dann erst beginnt die Uhr zu ticken. Dann erst wird sich zeigen, was der neue Präsident aus dem Hut zaubern wird können. Ob sich die Presse und die „links-liberale Bürgerwehr“ bis dahin beruhigt haben werden, ist eher unwahrscheinlich. Aber was auch immer geschieht, mein guter Rat an Sie lautet, den Mainstream-Medien nicht zu vertrauen. Bleiben Sie skeptisch. Bleiben Sie misstrauisch. Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Es könnte gut möglich sein, dass Ihre Illusion von dieser Welt noch früh genug auf den Kopf gestellt werden wird.

P.S.: „Bleiben wir bei der Erderwärmung, die nur von ganz dummen Menschen geleugnet wird“, schreibt Chefredakteur B. Also, ich würde beispielsweise den norwegisch-amerikanischen Physiker und Nobelpreisträger Ivar Giaever nicht gerade als dumm bezeichnen. Genausowenig die über 31.000 amerikanischen Wissenschaftler, die eine Petition unterschrieben haben, die sich gegen Kyoto und ähnlich gelagerte politische Vereinbarungen ausspricht. Donald Trump nannte „climate change“ einen Schwindel bzw. eine Erfindung, kurz „hoax“, um neue (internationale) Abgaben und Steuern einführen zu können. Da hat er recht, der gute Trump. Diesen Hoax getraut sich freilich kein Politiker zuzugeben. Aber im Jahr 2017 wird es für viele Speichellecker des Establishments ein herbes Erwachen geben. Period!

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5 Antworten zu “Präsident Trump und der ‚meltdown‘ der westlichen Mainstream Medien

  1. zip Donnerstag, 17 November, 2016 um 1:50

    Guter Artikel. Ich möchte hier noch auf eine weitere Perfidie (in anderen Kreisen nennt man das PsyOp) des mediengestützten globalistischen Establishment hinweisen: die Ausrufung des „postfaktischen Zeitalters“ über all seine Posaunen / Mainstreammedien.

    Merkel hatte damit schon argumentiert, als sie im September 2016 nach der verlorenen Wahl in Berlin den Argumenten ihrer Kritiker unterstellte, sie stammten aus dem „postfaktischen Zeitalter“ und seien nur von Gefühl bestimmt, und dem entgegentrat, indem sie daraus den Anspruch ableitete auch nur mit „Gefühltem“ antworten zu können.

    Diese Argumentationsstruktur zeigt schon, wie hier gespielt wird. „Postfaktisch“ wird als scheinbarer Begriff der politischen Analyse angeboten. Doch er ist alles andere als das, hat keinerlei Erklärungswert. In Wirklichkeit ist „postfaktisch“ ein normativer Begriff. das heißt man will das „Postfaktische“ und fördert dieses Mem nach Kräften.

    Man will, dass die Menschen die Fakten nicht mehr beachten. Denn bei vielen Menschen würde ein Blick auf die Fakten eine geradezu kakophonische kognitive Dissonanz zum Schwingen bringen, ein riesige Kluft aufreißen zwischen dem, was sie glauben sollen, und den Schlüssen, die sie notgedrungen aus den Fakten ziehen werden.

    Das mediale und politische Establishment bietet daher die einfache Lösung des „Postfaktischen“ an: Leute, es ist nicht wichtig, auf die Fakten zu schauen. Glaubt einfach, was wir euch sagen, und der Schmerz der kognitiven Dissonanz wird im Nu verschwunden sein.

    Und weil ja alles „postfaktisch“ ist, ist man schließlich auch selbst von der Mühe entbunden, seine Argumente mit Fakten zu stützen. Man kann lügen wie gedrückt, was uns Kollege B. in dem Kurier-Leitartikel auch nachhaltig vorexerziert hat.

    Wie ich darauf gekommen bin? Nun, B. argumentiert ja mit der gefühlten Kriegsgefahr, die angeblich von Russland ausgeht. Ein Blick auf den Defcon-Level hätte seine Hysterie ein wenig zurückgeschraubt.

    Defcon ist ein Verband von außenpolitischen und militärischen Anlaysten in den USA. Sie sammeln und bewerten die Fakten, die relevant für die allgemeine Sicherheitslage sind. Daraus wird dann der Defcon-Level, also ein Index für die Sicherheitslage abgeleitet, der über eine Skala von 1 bis 5 reicht, wobei 1 „sofortige Alarmbereitschaft“ und 5 „entspannte Lage“ bezeichnet.

    Nun, seit Trumps Wahl ist der Defcon-Level auf 5 herabgesetzt worden.

    • Richard K. Breuer Donnerstag, 17 November, 2016 um 9:24

      Ehrlich gesagt, mir ist das Wort „post-truth“ noch nie untergekommen, dabei lese ich vorrangig englischsprachige Artikel. Interessant, dass man im Deutschen „Wahrheit“ mit „Fakt“ gleichstellt.

      Im Moment versuche ich mir klar zu werden, was da im Hintergrund abläuft. Die „Anti-Trump“-Protestbewegung erinnert an Occupy Wall Street – die jungen Leute kamen damals zusammen, um was zu erreichen? Am Ende wurden sie nur vom Establishment benutzt, um ein kontrolliertes Ventil zu schaffen.

      Wenn ich mir das gegenwärtige Szenario mit einem Hillary-Clinton-Sieg vorstelle, dann würden die Puzzelteile ein klares Bild ergeben:

      – Es kommt zu gewalttätigen Protestkundgebungen von Pro-Trump-Anhängern – die Folge sind Schießereien mit Toten und Verletzten – damit hätte die Clinton-Regierung die Möglichkeit Gun Control Gesetze durchzusetzen und „rebellische Patrioten“ zu diskreditieren. Dadurch wäre ein politisches Kurswechsel für die nächsten Wahlen im Keim erstickt worden. Open Border, Globalisierung, NATO-Erweiterung/Kalter Krieg, ISIS-Terror usw. wären die Folgen gewesen.

      – Die sozialen Medien werden von „Fake“-News und alternativen Ansichten gesäubert – dies ist gerade im Gange und wäre sicherlich nach einem Clinton-Sieg mit voller Wucht geschehen. Die Mainstream-Medien hätten gleichzeitig zum Gegenangriff geblasen und die „Pro-Trump/Pro-USA“-Bewegung mit einer Schmierkampagne überzogen.

      – Republikaner und Demokraten hätten sich dahingehend verstanden, dass man in Zukunft Populisten und Rechten keine politische Plattform bieten dürfe – ein Zeichen an Europa, deren Populisten „abzusägen“.

      Man darf gespannt sein, wie sich das Ganze nun entwickelt.

      • zip Donnerstag, 17 November, 2016 um 17:26

        Mit „Merkel“ + „postfaktisch“ landet man ziemlich genau bei der pastorentöchterlichen Rede vom 19. September d. J. Kollege B., der bei Servus-TV den Moderator gibt und seine neoliberalen Ansichten zum Besten gibt, hat unlängst ebendort eine ganze Sendung lang vom „Postfaktischen“ geschwafelt.

        *

        http://www.zerohedge.com/news/2016-11-14/soros-and-liberal-mega-donors-plot-war-donald-trump

        Soros hat sich also drei Tage lang mit gewichtigen Mäzenen der Demokraten zusammengesetzt, um die Strategie gegen Trump zu erörtern.

        Ich denke, es geht um die Gegenraktion der GOP-Leute, die sie auch ins Kalkül einbeziehen.

        Entweder sie fahren die Zermürbungstaktik. Dann ist es wichtig, Druck auf die Straße zu bringen, gewalttätige Auseinandersetzungen etwa wären hilfreich, um einflussreiche GOPs von Trump abzuspalten.

        Oder sie träumen von einem „catalytic event“ noch vor der Inauguration.

      • Richard K. Breuer Freitag, 18 November, 2016 um 9:40

        „Catalytic event“ oder ein „new Pearl Harbour“? Falls die Soros-Leutchen einen Bürgerkrieg anzetteln wollen, müssten „nur“ zwanzig Wahlmänner umfallen. Barack Obama müsste dann wohl den Notstand ausrufen und und und …

  2. Richard K. Breuer Freitag, 18 November, 2016 um 9:36

    über das neue Schlagwort „post-faktisch“ hat sich Kratzwald Gedanken gemacht: https://kratzwald.wordpress.com/2016/11/17/postfaktisch/

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