Internetnutzer wollen Gesetze gegen Fake News. Angeblich. Willkommen in Oceania.

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Glauben Sie nicht alles, was Sie sehen!

Eine repräsentative Umfrage des FORSA-Instituts unter 1000 deutschen Internet-Nutzern hat Erstaunliches ergeben: RP-Online  interpretiert die Ergebnisse so, dass »eine breite Mehrheit der Menschen in Deutschland neue Gesetze gegen gezielte Falschnachrichten, sogenannte Fake News, befürwortet«.  Dann heißt es weiter »Nur eine Minderheit von acht Prozent vertritt die Auffassung, dass Falschnachrichten zur Meinungsfreiheit gehören – darunter sind mit 17 Prozent überdurchschnittlich viele Ostdeutsche.« Ach?

Könnte es damit zusammenhängen, dass es in Ostdeutschland eine Zeit gab, in der es eine von oben verordnete „Wahrheit“ gab? Wo Bürger, die aus DDR-Sicht systemkritische Falschnachrichten (aus BRD-Sicht faktisch „korrekte“ Nachrichten) publizierten, eine Einladung von der STASI erhielten und einer „Umerziehung“ unterzogen wurden? Was die Leute heutzutage nur schwer begreifen können, ist der Umstand, dass wahr und falsch oftmals im Auge des Apparatschiks, des Regimes oder der Oligarchen, kurz des Establishments, liegt. Mag sein, dass heute die Wahrheit fair und vernünftig verhandelt wird (was freilich nicht der Fall ist), aber was, wenn sich morgen der politische Wind ändert? Plötzlich haben Politiker und Technokraten (EU!) ein Werkzeug in der Hand, unangenehme Kritik und berechtigte Vorwürfe verschwinden zu lassen. Wollen wir das?

Warum solch ein medial-politischer Wirbel über Fake News, Hass-Postings usw. veranstaltet wird, scheint auf der Hand zu liegen, nicht? Es geht dem Establishment einfach darum, wieder das Zepter in die Hand zu bekommen, wieder Herr der Lage zu werden. Stück für Stück gewinnt es verlorenes Terrain zurück. Auf youtube – dem Google-Konzern sei Dank – werden systemkritische Kanäle kurzerhand gelöscht, politische Beiträge entmonetarisiert, also geldlos gestellt, und unliebsame Beiträge auf privat gesetzt. Schon jetzt können Videoclips mit sensiblen Inhalten oder bestimmten Schlüsselworten im Text für ausgesuchte Länder gesperrt werden. Während wir beispielsweise Chinas Internetzensur politisch und medial anprangern, werden die Weichen dafür hierzulande bereits längst gestellt.

Das Establishment hat uns das „freie“ Internet gegeben, das Establishment wird uns das „freie“ Internet wieder nehmen. Was wir seit den 1980ern Jahren erleben, ist eine groß angelegte Gesellschaftsstudie, die im Hintergrund abläuft. Facebook und Google wurden beispielsweise vom Geheimdienstapparat mitfinanziert und mit deren Knowhow gefüttert. Die „Erfinder“ und „Entrepreneure“ sind nur gut bezahlte Nebenakteure, die die Öffentlichkeit bei Laune halten sollen. Falls Sie das jetzt nicht glauben wollen, okay, das verstehe ich. Also gut, nehmen wir an, der gute Zuckerberg hätte wirklich facebook zu dem gemacht, was es heute ist. Glauben Sie wirklich, dass die Geheimdienste – der verlängerte Arm des Establishments – tatenlos zusehen würden, wenn ein Privatkonzern auf der größten globalen Datensammlung aller Zeiten sitzt?

Der ehemalige Bereichsleiter des (britischen Inlandsgeheimdienstes) MI5 Peter Wright schreibt in seiner Autobiographie Spy Catcher: „Als ich 1955 in den Dienst eintrat, gab es etwa zwei Millionen persönliche Akten. Die Zahl blieb ziemlich konstant und begann erst in den späten sechziger Jahren mit den studentischen Unruhen dramatisch anzusteigen.“ [S. 45 – Vergessen Sie nicht, dass diese Akten noch per Hand erstellt werden mussten!]

Geheimdienste existieren aus einem Grund: um Daten zu sammeln, diese auszuwerten und zu interpretieren. Das ist ihr erstes Metier. James Bond und Mk Ultra sind im Vergleich dazu nur Nischenprodukte. Was gibt es also kostengünstigeres und einfacheres, wenn die Leute von sich aus persönliche Daten bekanntgeben, sozusagen ihre Akten von alleine aktualisieren und nebenbei mitteilen, mit welchen Fragen und Themen sie sich gerade beschäftigen?

Wie dem auch sei. Ich gehe davon aus, dass in den 2020er Jahren dem Internet die letzten rebellischen Flausen ausgetrieben werden. Spätere Generationen werden ungläubig die Köpfe schütteln, hörten sie vom Beginn des Internetzeitalters. Der virtuelle Wilde Westen (der tatsächlich so wild nicht war) des Computer-Informationszeitalters ist Geschichte. Willkommen in einer neuen Ära, in der es nur noch eine Wahrheit gibt. Willkommen in Oceania.

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