Denkverbote #1: Geld- und Kreditsystem

Denkverbote-1Das Geld- und Kreditsystem ist Eckpfeiler unserer gegenwärtigen Zivilisation. Trotzdem erfährt der gewöhnliche Bürger so gut wie nichts über die Schwarze Magie, die hier praktiziert wird.

Geld entsteht durch Kredit.

Würden alle Kredite auf diesem Planeten zurückgezahlt werden – was freilich wegen der Zinsen unmöglich ist – gäb’s auch kein Geld mehr in unserer Welt. Der Zinseszins, der auf lange Sicht jeden Kreditnehmer – vor allem Staaten – in den Bankrott treibt, wird niemals ernsthaft diskutiert. Spricht man aber von Wucher oder Zinsknechtschaft könnte das einem Job und Zukunft kosten. Das Thema Geld, Kredit und Bankwesen ist heutzutage ein einziges Minenfeld. Jeder Analyst, der sich in dieses Feld begibt, um Fakt von Fiktion zu trennen, läuft Gefahr, zerrissen zu werden.

Dass „jede einzelne Bank Geld und Kredit aus dem Nichts erschafft“ stellte 2004 eine Studie der Universität Southampton fest. Man nennt diese Art von ungedecktem Geld FIAT-Currency. Auch der österreichische Professor Franz Hörmann schlug in einem im Jahr 2010 geführten Interview – dem damals meistdiskutierten Online-Beitrag auf derStandard.at – in die selbe Kerbe, musste aber schmerzlich erkennen, dass dieses Thema seit jeher dem Denkverbot unterliegt.

Während man Geldfälscher, die Banknoten drucken, die nichts wert sind, um sich zu bereichern, ins Gefängnis wirft, beklatscht und bejubelt man private Bank- und Kreditinstitute, die selbiges tun. Dass die amerikanische Zentralbank (Federal Reserve) – privat geführt und politisch unantastbar – zur korruptesten Institution der Welt gehört, bestätigte bereits in den 1930ern Jahren der US-Kongressabgeordnete Louis T. McFadden.

Möchte man es auf den simplen Punkt bringen, dann haben gewitzte Köpfe den Staaten das Monopol auf die Geldschöpfung abgekauft bzw. abgeschwindelt. Auf diese Weise machten sie sich zu den Herren dieser Welt. Wer diese Herren sind, wissen wir nicht. Aber wir kennen deren skrupellose Handlanger, die im Jahr 1913 – in aller Heimlichkeit auf der Insel von Jekyll Island – die Installation der amerikanischen Zentralbank (Fed) politisch und medial in die Wege leiteten. Und mit der Zentralbank kam auch die Einkommenssteuer. Und die Kriege. Und die Kulturrevolution. Und der Konsumwahnsinn. Und die Wegwerfgesellschaft. Warum? Weil die Herren dieser Welt alles tun, wirklich alles, um uns Bürger abzulenken und im Tiefschlaf zu halten. Man stelle sich vor, es gäbe eine ehrliche und ernsthafte Diskussion über die Geldschöpfung und wie man sie demokratisieren könnte.

Im Übrigen halte ich nichts von all den Mythen rund um die Bankiersfamilie Rothschild. Gute Geschichten, beispielsweise jene Vom Tellerwäscher respektive Student zum Millionär respektive Social-Media-Milliardär, sind nur dazu da, um die Mechanismen, die hier im Hintergrund am Werk sind, zu verschleiern.

Da dieses Thema, wie am Beginn des Beitrags erwähnt, ein einziges Minenfeld ist, schicke ich besser mehrere scharfsichtige Beobachter ins Feld, die um all die Zusammenhänge zwischen Geld und Macht gewusst oder geahnt haben dürften.

Theodor Herzl wendet sich 1895 in einem Tagebucheintrag an die Familie Rothschild:

»Man kann Sie nicht mehr entbehren! Man zwingt Sie, immer reicher zu werden, ob Sie es wollen oder nicht. Sie haben die Herrschaft über Ihre Vermögen verloren, Sie treiben auf diesem Goldstrom und wissen nicht mehr wohin! Ich weiß nicht, ob sich alle Regierungen schon darüber klar sind, was Ihr Welthaus für eine Weltgefahr ist. Man kann ohne Sie keine Kriege führen, und wenn man Frieden schließen will, ist man erst recht auf Sie angewiesen. […] Und Ihr unglückseliges Vermögen wächst, es wächst noch. Es vermehrt sich überall rascher als der Volkswohlstand der Länder, in denen Sie wohnen. Die Vermehrung geschieht daher nur auf Kosten des Volkswohlstandes, wenn Sie alle auch persönlich die anständigsten Leute sind.
So werden wir auch im Judenstaat Ihr beängstigendes Vermögen, das unsere wirtschaftliche und politische Freiheit ersticken würde, von vornherein nicht dulden.« [S. 186f]

Von Historiker, Jurist und Politiker Lord James Bryce (1838-1922) erfahren wir aus seinem 1921 publizierten Buch Modern Democracies:

»Demokratie hat keinen hartnäckigeren oder heimtückischeren Feind als die Macht des Geldes […] Dieser Feind ist kolossal, weil er im Geheimen arbeitet, durch Überredung oder durch Täuschung, nicht so sehr durch Gewalt, und so den Menschen völlig überrascht. […] Geld wird immer Macht haben, weil der Vermögende etwas zu geben hat, was ein anderer gerne bekommen möchte, deshalb kann Macht nicht von Reichtum getrennt werden, so lange Reichtum existiert. Alles was eine Demokratie tun kann, ist, die Handlung der Vermögenden ohne Unterlass zu beobachten, die raubtierhafte Beschaffenheit des Reichtums zu zügeln, die Vermögenden nur insofern zu respektieren, so lange sie ihren Reichtum für gemeinnützige Zwecke einsetzen, die der Gesellschaft zugute kommen und jene, die ihren Reichtum dazu verwenden, sich an der Öffentlichkeit zu bereichern als ›unerwünschte Bürger‹ zu betrachten.«

Nach Zerfall der UdSSR und damit dem Eingeständnis, dass der Kapitalismus über den Kommunismus schlussendlich gesiegt hätte, wird die Diskussion über das Geld- und Bankwesen ad acta gelegt. Hans Tietmeyer, damaliger Präsident der Deutschen Bundesbank, erklärte den Status Quo im Jahr 1996 bereits in einem technokratischen Tonfall:

»Die meisten Politiker sind sich immer noch nicht darüber im Klaren, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzmärkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.« [FAZ-Artikel]

Mit der Finanzkrise, die im Jahr 2008 ihren Höhepunkt erreicht hatte, wurde zwar das Thema wieder salonfähig, aber ernsthafte politische Diskussionen blieben aus. Übrig sind nur noch Hollywoodfilme und dicke Sachbücher, die diese Krise mal lauter, mal leiser zu erklären versuchen. Filmproduzenten, Verleger, Medientycoons und Politiker zeigen zwar hin und wieder mit den Fingern auf verschiedene Problemstellen im Finanzsystem und Bankwesen, verschweigen aber den Umstand, dass einerseits Geld über Kredit geschöpft wird (und damit aus dem Nichts entsteht) und andererseits, dass der Zinseszins jede Tilgung unmöglich und damit den Staatsbankrott unausweichlich macht. Negiert man diese Faktoren, ist die Suche nach Lösungen bzw. Alternativen nur eine Augenauswischerei. Am Ende hat einer alles und die anderen nichts. Das hat jetzt nichts mit aberwitzigen Hypothesen und grotesken Theorien zu tun, das ist simple Mathematik. In den Worten des bereits verstorbenen amerikanischen Professors Albert Bartlett:

»Die größte Unzulänglichkeit der Menschheit ist das Unvermögen, die Exponentialfunktion zu verstehen.«

Um zu verstehen, was es damit auf sich hat, stelle man sich vor, jemand würde zu Christi Geburt eine Kupfermünze zu 5 % Zinsen (Verdoppelung alle 14 Jahre) anlegen. Etwa 2000 Jahre später würde das angehäufte Zinseszinsvermögen rund 134 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold betragen. Glauben Sie, es gibt so viel Gold in der Milchstraße? Daran können Sie erkennen, was es mit fiktiven Vermögenswerten, die nur am Papier existieren, auf sich hat. Echtes Vermögen liegt immer eine natürliche Basis zugrunde. Stellen Sie sich vor, Sie würden nach einem Schiffsunglück mit anderen Passagieren auf einer einsam gelegenen Insel stranden. Ihre Geldbörse, Ihr Konto, so prall diese auch gefüllt sein mögen, den Hunger werden Sie nicht stillen können. Daraus könnte man schließen, dass Vermögen (Früchte) nur durch Arbeit und Boden (Natur) entstehen kann, nicht durch das Drucken von Geld. Spinnt man aber diese Überlegung weiter, ist man bereits mitten im Minenfeld und …

Zu guter Letzt möchte ich darauf hinweisen, dass die Gatekeeper natürlich versuchen, den Sachverhalt überaus kompliziert und verworren darzustellen und mit allerlei unverständlichem Fachvokabular auszuschmücken. Auf diese Weise können sie eine volksnahe Diskussion unterbinden. Der französische Wirtschaftstheoretiker Fréderic Bastiat (1801-1850) ging sogar noch einen Schritt weiter:

»Wenn für eine Gruppe von Männern, die sozial verbunden sind, das Plündern anderer zu ihrer Verdienstquelle wird, dann schaffen sie mit der Zeit ein Gesetz, das ihnen dies erlaubt und eine Moral, die es glorifiziert.«

Um zu verstehen, was mit all dem gemeint ist, würde ich vorschlagen, Sie spielen mit Freunden und Kindern eine Runde DKT bzw. Monopoly. Sie machen sich zum Inhaber der Bank und können dadurch beliebig Geld in die Hand nehmen und Kredite nach Belieben vergeben. Sie dürfen gerne wählerisch sein. Vielleicht werden Sie zu Beginn großzügig Schuldscheine mit hohen Zinssätzen (20 %) ausstellen, später, wenn es Interesse für die begehrtesten Grundstücke gibt, verweigern Sie Ihren Kontrahenten Kredit, geben sich selber aber reichlich – natürlich zu einem günstigen Zinssatz (1 %). All das, erklären Sie Ihren Mitspielern, stünde in der (freilich von Ihnen verfassten) Spielanleitung, an die sich jeder ausnahmslos zu halten habe. Über kurz oder lang werden Sie keine Probleme haben, das Spiel zu gewinnen. Entweder gehört Ihnen am Ende alles – von den Grundstücken bis zu den Hotels – oder Ihre Mitspieler verlassen wütend den Spieltisch und bezichtigen Sie lautstark der Schummelei.

Ja, im Spiel begreift jedes Kind, wenn es über den Tisch gezogen wird. Ich bin sicher, dass die Spieler eine Lösung der Geldschöpfung und -verteilung finden, die fair ist, das heißt, zum Wohle aller Beteiligten beiträgt. Aber man muss ihnen freilich erlauben, darüber zu sprechen. Ohne Wenn und Aber.

 

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2 Kommentare zu „Denkverbote #1: Geld- und Kreditsystem“

  1. Wenn ich den Leuten erzähle 30% ihrer Steuerabgaben entstehen durch den Zinseszinseffekt wollen 99% das nicht hören oder sie glauben es nicht. Dein Beispiel mit dem Josephspfenning kenne ich und das habe ich unlängst mal mit ein paar Wirtschaftsleute diskutiert. Ich belasse es bei dieser Aussage 🙂 Danke für deinen Beitrag lg R2

    https://de.wikipedia.org/wiki/Josephspfennig

    und den Hörmann finde ich sehr mutig; Gehe davon aus du kennst auch Andreas Popp? Sicher sogar 🙂

    1. Ja, jeder Staat wird seine Steuereinnahmen in Zukunft zur Gänze für den Zinseszinseffekt verwenden müssen. Aber zuvor ist er längst Bankrott. Oder es gibt eine groß angelegte Entschuldung. Der gute Alfred Herrhausen – seinerzeit Vorstandssprecher der Deutschen Bank – schlug vor, den Ländern der Dritten Welt die Schulden zu erlassen. Das war wohl mit ein Grund, warum er von der Cabal in den Tod gesprengt wurde.

      Yep. Den Andreas Popp kenn ich. Generell halte ich mich aber an angloamerikanische Skeptiker.

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