Einsetzende Demenz in der Redaktion einer Qualitätszeitung #Syrien #Trump

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In einer österreichischen sogenannten Qualitätszeitung hat sich Redakteur RAU mit der „tobenden“ Schar professioneller und privater Trolle auseinandergesetzt, die behaupten würden, der Giftgasangriff in Syrien von letzter Woche sei „Fake“! Dann erwähnt er den Tweet eines Schweizer Kardiologen, der eine Verschwörungstheorie verbreitete, die sich später als unwahr herausstellte, aber trotzdem von tausenden Nutzern weiterverbreitet wurde. „So viel zur Bereitschaft vieler Leute die absurdesten Verschwörungstheorien zu glauben“, schließt RAU.

Sie dürfen jetzt klatschen. So lange solche Redakteure und Qualitätszeitungen über uns wachen – zu unserem eigenen Interesse versteht sich, wird die Welt ruhig schlafen können und wir brauchen keinerlei Angst haben, dass uns mal ein Marschflugkörper um die Ohren fliegt. Nicht doch. Unsere freie Presse hat alles im Auge und im Griff(el).

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Vor rund 14 Monaten war es, da zitierte RAU Präsident Trump, der in einer Rede einen untergriffigen Angriff gegen die „Fake News“-Medien fuhr. „Ich tobe und rase nicht“ titelte RAU sein Paroli bietendes Meinungsstück gegenüber Trumps Attacke und schließt mit der Erkenntnis, dass Trump nicht mal für das Amt des „städtischen Hundefängers“ taugen würde:

„Der Psychiater meinte übrigens, man solle Präsident Trump nicht ferndiagnostizieren. Ist auch nicht notwendig. Jeder mit Urteilsvermögen kann sehen, dass der Präsident auch so amtsuntauglich ist.“

Seltsamerweise ist nun zu bemerken, dass, je mehr Raketen die USA nach Syrien schießt, je mehr Bomben auf syrische Einrichtungen und Streitkräfte abgeworfen werden, je kälter und konfrontierender sich die amerikanische Diplomatie gegenüber Moskau und Präsident Putin verhält, desto amtstauglicher wird Präsident Trump in den Augen und Griffel all dieser RAU-Redakteure in all diesen sogenannten Qualitätszeitungen. Finden Sie das jetzt nicht ein wenig befremdlich?

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Wollen unsere Presseleute wirklich so gerne (fremdes) Blut fließen sehen? Bekommen sie für „Kriegsberichterstattung“ vielleicht eine Sonderprämie der transatlantischen Finanz- und Waffenlobby?

Empfehlung für aufgeklärte Bürger: Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser befasst sich bei einem Vortrag in Basel mit der Frage: Können wir den Medien vertrauen? [youtube] [Dr. Ganser, der gegen die massive „Kriegspropaganda“ der Medien Stellung bezieht, sieht sich immer wieder Schmutzkampagnen ausgesetzt! Vielleicht liegt es auch daran, dass er meint, dass Bush jr. und Blair Kriegsverbrecher seien, da sie 2003 den Irak „überfallen“ hätten.]

Unsere freie Presse – so macht es den Eindruck – möchte mit allen Mitteln verhindern, dass sich Washington und Brüssel mit Moskau und Damaskus verständigt. Noch mehr Bomben, noch mehr Boykotte und viel, viel mehr Sanktionen plärrt es zwischen den Zeilen. Diese Väter und Mütter in den Redaktionen gehen unverständlicherweise sogar so weit, einen Nuklearkrieg in Kauf zu nehmen, um der „Gerechtigkeit“ Scheinheiligkeit genüge zu tun. Anders sind die letzten Wochen jedenfalls nicht zu interpretieren.

Der „Skripal„-Fall, so wie dieser offiziell von britischer Seite dargelegt wird, ist die gedankliche Ausgeburt eines Idioten. Jeder Journalist mit zwei Gehirnzellen müsste eigentlich die absurde Verschwörungstheorie der britischen Behörde in Frage stellen und von einem misslungenen Drehbuchentwurf sprechen. Doch davon kann keine Rede sein. Und die Sache mit „Assads Giftgasangriff“ macht in der Darstellung der westlichen Medien absolut keinen Sinn. Versucht man aber in beiden Fällen mit gesundem Menschenverstand zu argumentieren, heißt es am Ende, dass „Assad und Putin Däääämonen und Teufeln“ seien, die auch die dümmsten aller dummen Verbrechen verüben würden, auch wenn es ihrem Ansehen schadet und ihren Untergang beschleunigt.

Vielleicht könnte RAU (und all die anderen Schreiberlinge, die nach Bomben und Raketen rufen und Assads Absetzung verlangen) eine Rundreise in Libyen unternehmen. Für Libyen – noch vor wenigen Jahren eines der fortschrittlichsten Staaten Afrikas mit der niedrigsten Analphabetenrate und zahlreichen Sozialleistungen – gilt überraschenderweise die gleiche Reisewarnung* wie für Syrien und dem Irak. Wurden Libyen und der Irak nicht nach den Wünschen westlicher Politiker und freier und unabhängiger Pressekonzerne zerbombt, „befreit“ und „demokratisiert“?

In manchen Gegenden Libyens ist es den verhüllten Frauen freilich untersagt, mit dem Auto zu fahren, so kein Mann mit von der Ausflugspartie ist. Ich schätze, eine Busreise könnte das Problem für unsere schreibenden Damen lösen. Sollte, Gott behüte, einer der Journalisten oder Journalistinnen von den demokratisch gesinnten Freiheitskämpfern (made in the USA), für die sich die Presse seinerzeit so enthusiastisch begeistern konnte, entführt und auf einem der Sklavenmärkte angepriesen werden, ich bin sicher, wir würden die paar Dollar zum Auslösen durch eine Crowdfunding-Aktion auftreiben können. Gut, meine Hand würde ich dafür jetzt nicht ins Feuer legen wollen, aber …

Ich empfehle unserer Jounalistenzunft die folgenden Artikel zu lesen, um den tobenden und rasenden Geist, der nach Chaos, Blut und kaltem Krieg dürstet, wieder zur Ruhe kommen zu lassen:

The Spectator: We have a moral duty to mistrust the government on Syria by Peter Oborne: Ausgewogener Artikel, der zeigt, dass die Presse vor dem Irak-Krieg von der britischen Tony-Blair-Regierung „verschaukelt“ wurde und man deshalb nicht sofort auf den „Kriegs“-Zug aufspringen sollte.

Daily Mail Blog: Known Unknowns: Reflections on Events in Syria by Peter Hitchens: Fakten werden von Hitchens punktgenau analysiert; Ergebnis: nichts ist gegenüber dem „Gasangriff“ geklärt! So weiß man nicht, ob überhaupt einer stattgefunden hat, und falls ja, wer diesen verübt hat.

Prof. Jeffrey Sachs on Morning Joe (MSNBC): Wie es möglich war, dass im US-TV der wahre Sachverhalt bezüglich der Syrienkrise auf den springenden Punkt gebracht werden konnte, ist mir ein Rätsel. Prof. Sachs führt jedenfalls aus, dass seinerzeit Friedensnobelpreisträger Obama den Anstoß zum Sturz des demokratisch gewählten Oberhaupts Syriens Assad gab und begann, einen geheimen Krieg zu finanzieren, der mit muslimischen Fanatikern und gut ausgerüsteten Söldnern geführt wurde und wird). Die Öffentlichkeit wurde diesbezüglich im Dunkel gehalten. Ich habe darüber hier gebloggt.

Tucker Carlson on Fox & friends (Fox News): Auch wenn man es nicht glauben möchte, aber der TV-Journalist ist die (vermutlich einzige) Ausnahme der nach Krieg dürstenden Pressemeute in den USA. Er zerlegt deren Argumente und macht sie dabei ziemlich lächerlich. Ja, es ist eine Freude, ihm dabei zuzusehen. So stellt er die berechtigte Frage, inwiefern eine US-Intervention in Syrien dem amerikanischen Volk zugute kommen und es die Welt sicherer machen würde. Er musste es sich gefallen lassen, als „verrückt“ und als „russischer Propagandist“ bezeichnet zu werden.

American ConservativeTrump’s Rush to Judgment on Syria Chemical Attack by Scott Ritter: Der seinerzeitige UN-Waffeninspektor vor dem Irak-Krieg (2003) klärt über die zwei widersprüchlichen Meldungen auf; wir erfahren, dass Moskau im März d. J. davon ausging, dass Washington einen großen Luftangriff in Absprache mit den Rebellen planen würde; zahlreiche Fakten, u.a. dass die OPCW nur klären darf, ob Giftgas eingesetzt wurde, nicht aber, von welcher Partei;

Newsweek: Now Mattis Admits There Was No Evidence Assad Used Poison Gas on His People by Ian Wilkie (8.2.2018) US-Verteidigungsminister Mattis ließ im Februar d. J. verlautbaren, dass er keine Beweise für die vermeintlichen „Giftgasangriffe“ der syrischen Armee in Ghouta (2013) und Khan Sheikhoun (2017) hätte.

FAIR: Out of 47 Major Editorials on Trump’s Syria Strikes, Only One Opposed by Adam Johnson: Wir erfahren hier über die massive Unausgewogenheit in der amerikanischen Berichterstattung; die Medien waren allesamt „kriegslüstern“.

Global Research: White Phosphorous, Daisy Cutters, Depleted Uranium, Thermobaric bombs, Clusterbombs, Napalm…The US uses WMD against civilians by Dirk Adriaensens (2005): Dieser ältere Artikel zeigt, dass Washington kein Problem hat, ethisch verwerfliche Waffensysteme gegen Zivilisten einzusetzen.

Working Group on Syria, Propaganda and MediaDoubts about “Novichoks” [die Arbeitsgruppe aus internationalen Universitätsprofessoren, die sich mit der Berichterstattung über Syrien kritisch auseinandersetzt, sieht sich einer Schmutzkampagne der britischen Presse ausgesetzt! Hier Prof. Tim Haywards Antwort: Academic Freedom And Setting An Example]


*) LIBYEN: Reiseinformation des Österreichischen Außenministeriums

Reisewarnung (Sicherheitsstufe 6) im ganzen Land!

Vor Reisen nach Libyen wird gewarnt. Österreicher werden dringend aufgefordert, das Land zu verlassen.

Die Amtsgeschäfte der österreichischen Botschaft Tripolis werden vorübergehend von Tunesien aus erledigt.

In Not geratenen Österreichern kann, solange sie sich auf libyschem Staatsgebiet befinden, keine konsularische Hilfestellung geleistet werden.

 

 

 

 

 

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