Zur Staatsgründung Israels vor 70 Jahren

Uri Avnery war damals, am 14. Mai 1947 als Ben-Gurion die Gründung des Staates Israel ausrief, in der israelischen Armee und somit Zeitzeuge der damaligen Geschehnisse. Trotz seines hohen Alters schreibt und politisiert er immer noch. Sehr zum Leidwesen der israelischen Rechten. Zum 70-jährigen Bestehen seines Heimatlandes hat er einen empfehlenswerten persönlichen Artikel darüber geschrieben:  The Great Day

Hier ein interessanter Auszug, den ich mir erlaubt habe, zu übersetzen:

»Aber all die guten wie schlechten Entscheidungen von Ben-Gurion sind unerheblich verglichen mit seiner wahren historischen Rolle: Seine Entscheidung Israel in ein Bollwerk gegen die aufstrebende arabische Welt zu verwandeln.

Natürlich war die zionistische Bewegung von Beginn bewusst als Teil des europäischen Kolonialismus angelegt. Bereits in seinem Buch Der Judenstaat, versprach der Gründer, Theodor Herzl: ›Für Europa würden wir dort ein Stück des Walles gegen Asien bilden, wir würden den Vorpostendienst der Cultur gegen die Barbarei besorgen‹.

Aber es war Ben-Gurion, der dieses vage Versprechen vom ersten Tage Israels in eine Tatsache verwandelte. Laut seinem ersten Biographen verabscheute Ben-Gurion seit seiner Ankunft in Palästina die Araber und die arabische Kultur, unterdrückte die arabische Minderheit in Israel und weigerte sich, Israels Grenzen festzulegen.

Der Grund dafür war und ist natürlich, dass der Zionismus von Beginn an die Araber von ihrem Land vertreiben wollte, um hier eine neue jüdische Nation zu schaffen. Das wurde niemals zugegeben, aber es war von Beginn an klar.

Alle Nachfolger Ben-Gurions, bis zum heutigen Inhaber des Amtes, folgten dieser politischen Linie. Sogar zum 70. Geburtstag erkennt Israel keine offiziellen Grenzen an. Zwar haben wir offiziell ein Friedensabkommen mit zwei arabischen Staaten (Ägypten und Jordanien) und die inoffizielle Zusammenarbeit mit einigen anderen, aber wir werden von Hunderten von Millionen Arabern und einer Milliarde Muslime gehasst. Und, noch wichtiger: wir sind im Krieg mit dem gesamten palästinensischen Volk. Das ist das Vermächtnis von Ben-Gurion.«

Herzl_Thiere_1896

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3 Kommentare zu „Zur Staatsgründung Israels vor 70 Jahren“

  1. eine neue genaration von israelis und palästinenser weit ab unserer zeit könnte einen frieden schaffen, die frei sind vom grausamen vermächtnis der geschichte, dem vermächnis der großeltern. dazu braucht es sehr mutige menschen, die sich auch gegen die eigenen sitten und gebräuche, wie zum bespiel der vorherrschende EHRE Kodex, er steht über alles, wichtiger als menschenleben und frieden und selbst höher als die religion, die sie sich jeweilig erschaffen haben, nur um ihre lebensweise zu festigen. und selbt die trauer ist so wunderbar eingebaut als ritus. die menschen, die diese panzertüren knacken haben meinen höchsten respekt, ähnlich wie in europa, die vorkämpfer für soziale gerechtigkeit und humanismus. sie haben ihr leben gegeben, all die vielen vorkämpfer des sozialismus auch der frauenbewegung auch philosophen, schriftsteller, maler, sozialpädagen, wissenschaftler so viele mehr, sie wurden alle von kirche und staatsordnung bekämpft, damit alles so bleibt wie es eben bleiben soll. und so eine zeit kommt auch wieder, nur im nahen osten kämpft man noch immer um ehre und volkszugeörigkeit und religion. das könnte auch einfach so – selbständig zusammenbrechen, weil es so lächerlich ist. in israel gibt es auch genug stimmen, die das auch so wie du sehen auch kritisieren, schon aus angst vor der zukunft, aber es ist wirklich eine verwurschtelte geschichte die geschichte um dieses so schöne land israel/ palästina, mir egal wie es heißen würde in der zukunft, welche fahnen dort wehen, wenn nur die menschen in frieden leben. ich dachte immer an eine idee, so wie england mit schottland hat. die schotten haben ihre identität. es gibt frieden, haben ihr parlament, können abstimmen auch über ihre souvernität. die palästnenaer haben allerdings so viele flüchtlinge und menschen die im elend leben, die nachbarstaaten anerkennen sie auch nicht als menschen, also nehmen sie nicht in ihr land auf, bis auf jordanien. da könnte man nämlich ansetzen. als zweites müsste sich auch israel offiziell entschuldigen für die verbrechen der vergangenheit, auch die palästinenser, mir kommt so ein bild wie zwischen helmut kohl und mitteraud auf den felder von verdun in den sinn. hand in hand halten sie sich…so was hat symbolkraft, aber es geht noch immer in eine andere richtung. leider.

    1. Deine Worte in Gottes Ohr, mein lieber Ali. Aber es wird noch viel Wasser den Jordan hinunterfließen, bevor die Menschen zur Einsicht kommen. Aber die Hoffnung, wie wir wissen, stirbt zuletzt. Deshalb ist es wichtig, dass unsereins diese Angelegenheit immer wieder zur Sprache bringt. Auch wenn es im Moment den Anschein hat, dass es sinnlos sei.

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