WM 2018: Tag #6 – Ein Tag voller Überraschungen

Kolumbien : Japan 1:2
Polen : Senegal 1:2
Russland : Ägypten 3:1

Gedanken zu den Spielen.

Kolumbien : Japan 1:2

Kolumbien war neben Costa Rica die Überraschungsmannschaft der Weltmeisterschaft von 2014. Erst im Viertelfinale mussten sie sich knapp Brasilien geschlagen geben. Im heutigen ersten Gruppenspiel haben sie wieder eine Überraschung abgeliefert und gegen Außenseiter Japan verloren. Die ersten Minuten des Spiels haben sie völlig verpennt. Die Folge war die erste rote Karte des Turniers (Torraub) und Elfmeter für Japan in der 6. Spielminute. Damit hätte das Spiel eigentlich schon abgepfiffen werden können, aber die numerisch überlegenen Japaner blieben weiterhin vorsichtig und recht defensiv und die Kolumbianer bemühten sich, wieder ins Spiel zu finden. Minuten vor dem Halbzeitpfiff ein Freistoß an der Strafraumgrenze. Quintero schießt den Ball in Herzog-Manier unter der hochspringenden Mauer durch und ins Tor. Ausgleich. Wer hätte das gedacht? Schon musste man glauben, die Kolumbianer würden in der 2. Hälfte zu einem Sturmlauf ansetzen. Doch weit gefehlt. Da kam nichts mehr. Vielleicht, weil die Japaner mutiger wurden und sich gute Chancen herausarbeiteten. So kam wie es kommen musste: Der Führungs- und spätere Siegestreffer fällt durch einen Kopfballtreffer nach Eckball. Das war’s dann aber auch schon. Dumm gelaufen, für die Südamerikaner, die sich so viel für diese WM vorgenommen haben. Gegen Polen und Senegal wird es gewiss nicht einfacher werden, weshalb davon auszugehen ist, dass James Rodriguez, Radamel Falcao & Co nach der Gruppenphase wieder nach Hause fahren dürfen. Es sei denn, sie liefern eine Überraschung ab. Ach so, die hatten wir ja schon.

 

Polen : Senegal 1:2

Schlapperlot. Auch im zweiten Spiel der Gruppe H strauchelt der vermeintliche Favorit. Senegal hat brav gespielt, ordentlich dagegen gehalten und mit dem skurrilsten Treffer des ersten Spieltags (ein zuvor an der Seitenlinie behandelter Senegalese, der vom Schiedsrichter wieder aufs Feld gewunken wird, stürmt auf den Platz und spitzelt einen Rückpass der Polen am Tormann vorbei und läuft mit dem Ball ins Tor) einen verdienten Sieg eingefahren. Der Anschlusstreffer der Polen – Minuten vor dem Ende aus einer Freistoßhereingabe – kam dann zu spät. Aber auch hier wieder diese Ideenlosigkeit und die Frage, wie man zwei gut organisierte Defensivreihen überwinden kann. Polen hat auf ganzer Linie enttäuscht. Superstar Lewandowski sah im Strafraum keinen Ball – er wurde von der afrikanischen Verteidigern ohne Probleme aus dem Spiel genommen. Seine Mitspieler waren nicht in der Lage, die Afrikaner – wenigstens für eine Weile – unter Druck zu setzen. Mit solch einer Leistung werden die Polen nicht weit kommen. Senegal hat aus den wenigen Torchancen immerhin zwei gemacht. An der Schusstechnik sollten aber beide Mannschaften feilen. Da waren fürchterliche Haudraufundschluss-Schüsse dabei. Alles in allem freue ich mich für Senegal, die zwar nicht mehr diese afrikanische Spielfreude von annodazumal an den Tag legen, aber  noch immer eine gewisse Exotik ausstrahlen. Denn, Hand aufs Herz, wenn ich Polen spielen sehen möchte, muss ich nicht weit gehen.

Russland : Ägypten 1:3

Die Party in Russland kann beginnen. Die russische Mannschaft hat sich praktisch fürs Achtelfinale qualifiziert, aber nach einem Spaziergang hat es eine Halbzeit lang nicht ausgesehen. Zwar waren die Russen präsenter, aktiver, haben in ihrem eigenen Strafraum nichts anbrennen lassen und Wunderstürmer Salah gut aus dem Spiel nehmen können, aber Torchance waren Mangelware. So brauchte es ein Eigentor, knapp nach Wiederanpfiff, um die Russen auf die Siegerstraße zu bringen. Aber die Ägypter – Hut ab – gaben nicht auf, setzten nach – schon musste man befürchten, dass das Momentun auf ihre Seite fällt, aber ein Doppelschlag in Minute 59 und 62 zerstörte jede Hoffnung. Würde man meinen. Die Ägypter ließen noch immer nicht die Köpfe hängen. Respekt. Sie versuchten einen Sturmlauf, der freilich ein wenig holprig aussah. Nichtsdestotrotz brachte es ihnen 15 Minuten vor dem Ende einen Elfmeter ein, den Salah problemlos verwertete. Vielleicht sollten Messi und der Peruaner Cueva bei ihm Nachhilfe nehmen. Der Anschlusstreffer beflügelte die Ägypter, aber es sollte nicht reichen – ein wenig zittern musst man trotzdem mit den russischen Fans. Natürlich hält man als neutraler Beobachter zum Gastgeberland. Noch mehr, wenn man es in den nächsten Tagen besuchen wird. Bis zum Achtelfinale der Russen, am 30.06 bzw. 01.07, ist jedenfalls Party angesagt. Hoffentlich wird der Kater nicht so schlimm ausfallen.

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