WM 2018: Tag #10 – Alter Schwede

Belgien : Tunesien 5:2
Südkorea : Mexiko 0:2
Deutschland : Schweden 2:1

Gedanken zu den Spielen.

Belgien : Tunesien 5:2

Torreich war es, das Spiel. Spannend leider nur kurz. Als Minuten nach dem 2:0 dem Außenseiter wie aus dem Nichts der Anschlusstreffer gelang – da waren noch keine 20 Minuten gespielt – ging ein kleiner Ruck durch die nordafrikanische Mannschaft. Aber Lukaku machte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit seinem zweiten Treffer am heutigen Tage alles klar. Die Tunesier waren sichtlich bemüht, aber spielerisch ging da nicht viel zusammen. Im Gegensatz zu den Marokkanern, die gegen Portugal sehr ballsicher waren, unterliefen den tunesischen Spielern Fehlpässe am laufenden Band, die gefährliche belgische Angriffe zur Folge hatten. De facto machte die zweite Halbzeit den Eindruck eines belgischen Trainingsspiels. Dass das Tore schießen nicht so einfach ist wie es bei Lukaku aussieht, zeigte der eingewechselte Belgier Batshuayi, der vier hochkarätige Chancen vorfand, aber entweder am Tormann, einem Feldspieler auf der Linie oder der Latte scheiterte. Schlussendlich machte er Minuten vor dem Schlusspfiff doch noch sein Tor – aber da war die tunesische Verteidigung mental schon gar nicht mehr auf dem Platz. Wie stark Belgien wirklich ist, dürfte sich erst im Achtelfinalspiel zeigen. Gegen ein (vermutlich) ebenfalls fürs Achtelfinale qualifiziertes England werden sie sich wohl nicht sonderlich anstrengen müssen. Aber wehe, die Engländer stolpern über ihre eigenen Füße und geben sich gegen Panama eine Blöße. Das soll schon mal vorgekommen sein.

Südkorea : Mexiko 2:0

Die Mexikaner im Schongang, die Südkoreaner bemüht. Alles in allem ein durchschnittliches Spiel. Waren die Mexikaner nicht ein wenig überheblich, ihrer Sache zu sicher? Gewiss, die Koreaner, die im ersten Spiel offensiv nichts zustande brachten, agierten an diesem Tag frecher und fanden sogar die eine oder andere Torchance vor. Wären sie abgebrühter, die Asiaten, hätte es spannend werden können. Nun werden die Mexikaner gegen wütende Schweden bestehen müssen. Ein Spaziergang wird das diesmal keiner, so viel steht fest.

Deutschland : Schweden 2:1

Hola. Das war mal wieder ein dramatisches Match. Es erinnerte an Brasilien, das gegen Costa Rica Sturm lief und in den allerletzten Minuten das Spiel doch noch für sich entscheiden konnte. Diesmal war es der Weltmeister von 2014, der sich gegen das schwedische Abwehrbollwerk warf. Aber die Emotionen fehlten mir. Während man das Aufbäumen der Brasilianer förmlich spüren konnte, schien die Gemütslage der deutschen Mannschaft ein lauwarmer Eiertanz zu sein. Irgendwie wollten sie das Ding drehen, gewiss, aber der mannschaftliche Ruck – Hängen, Beißen, Würgen -, er war für mich nicht auszumachen. In Zeiten eines Ballacks oder eines Schweinsteigers, da konnte man es in den Gesichtern der Spieler ablesen, dass es um alles, wirklich alles, ging. Wie dem auch sei, Toni Kroos erlöste die deutsche Nation in der Nachspielzeit durch einen herrlichen Freistoß, der gute Brandt knallte zuvor wieder an die Stange, Reus wollte unsterblich werden, Boateng musste mit Gelb-Rot frühzeitig unter die Dusche und der Schwede Toivonen, der in der letzten Saison bei seinem Club kein Tor machte (behauptete der deutsche TV-Moderator), spielte die deutsche Abwehr schwindlig und überhob Neuer, als würde das sein täglich Brot sein. Haste nicht gesehen. Respekt. Im letzten Gruppenspiel darf die Löw-Truppe endlich einmal gegen ein schwaches Südkorea spielen. Vielleicht geht ihnen ja zu diesem Zeitpunkt der Knopf auf. Aber eines haben die Koreaner gezeigt: schnell laufen können sie, wenn sie wollen.

***

So! Das war es mal von meiner Seite.

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