Die Renaissance des MIttelalters, anno 2020 #COVID-19

Ach, das Mittelalter. Schaurig schöne Geschichten haben wir darüber in der Schule gehört und im Kino gesehen. Wir haben uns gewundert, vielleicht auch amüsiert. All die schmutzigen und einfältigen Menschen, die so leicht einzuschüchtern waren, die vor den Fürsten in den Burgen und in den Kirchen zur Kreuze krochen, bestrebt, ja nicht in Ungnade zu fallen. Der moderne Mensch glaubt sich aufgeklärt und frei, er belächelt seine Vorfahren, die an Seele und Sünde so stark festhielten, dass es die merkwürdigsten hellen wie dunklen Blüten trieb – so wir den überlieferten Quellen vertrauen wollen. Ich tue es freilich nur eingeschränkt, weil, ich sage es ja immer wieder, die Historie eine gut erfundene Geschichte ist, auf die man sich geeinigt hat.

„In ihren Zimmern steht auf einer kleinen Banke eine Schüssel mit Wasser, in welcher sich ein jeder die Hände waschen muß.“ *

Die Kirche, so wird uns gesagt, hat in früheren Tagen enormen Einfluss auf die Menschen ausgeübt. Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass es sich tatsächlich so verhielt, dann sehen wir gegenwärtig eine Parallele in Wissenschaft und Medizin. Der gewöhnliche Mensch ist den „Laborgöttern in Weiß“ hörig. War es einst die Sünde, die den Menschen krank machte, ist es nun ein Virus. Beide sind nicht sichtbar, nicht für den Kranken, nicht für den Gesunden, sondern nur von den heiligen Experten, die in Laboratorien und auf den Kirchenkanzeln die Wahrheit verkünden und mit einem Wort bzw. einem Teststreifen das Urteil fällen.

There is no compromise!

Der amerikanische Arzt, Spitalsdirektor und Professor an der University of Illinois Dr. Robert S. Mendelsohn publiziert 1979 seine kontroverse Sicht auf die medizinischen Dinge: Confessions of a Medical Heretic. Im Buch rechnet Mendelsohn mit seinen starrsinnigen Kollegen ab, die mehr mit Kirche und Glaubensbekenntnissen als mit Wissenschaft und Diskursbereitschaft zu tun haben. Er schreibt im Kapitel The Devil’s Priest:

Da ist kein Platz für einen Kompromiss, weil, wenn es um das kanonische Recht geht, Kirchen niemals einen Kompromiss eingehen. In der Medizin [medical politics] gibt es eine rigide autoritäre Machtstruktur, die nur durch „der Gewinner bekommt alles“-Machtspiele in Bewegung gebracht werden kann. Geschichtlich betrachtet wurden Ärzte, die sich getrauten, Grundlegendes zu ändern, ausgegrenzt und sie mussten ihre Karrieren opfern, wenn sie an ihren Ideen festhalten wollten. Nur wenige Ärzte sind dazu bereit.“ [meine Übersetzung]

Niemals dürfen wir außer Acht lassen, dass der Markt, der sich mit Krankheit und Gesundheit beschäftigt, unglaubliche Umsätze und damit Profit generiert. Die WHO stellte fest, dass sich die Ausgaben im Gesundheitswesen weltweit auf 7,8 Billionen Dollar (2017) belaufen würden – Tendenz steigend!

Der massenhafte Verkauf von Pharmaprodukten versprechen den Aktionären hohe Dividenden – vor allem dann, wenn es staatlich verordnete Programme gibt, die zur Volksgesundung beitragen sollen. Im Jahr 2018 belief sich beispielsweise das Volumen der Pharmaindustrie auf sage und schreibe 1,2 Billionen Dollar, was dem BIP von Mexiko entspricht. Bei solchen Zahlen kommt man in einer marktwirtschaftlich geprägten Gesellschaft mit Moral, Ethik und Wahrheit nicht weit. Wissenschaftliche Diskussionen werden abgewürgt, wenn es dem „finanziellen Gemeinwohl“ der Konzerne und dem in der Bevölkerung injizierten „einzig wahren“ Glauben zuwiderläuft. Jene Wissenschaftler, die von diesem „einzig wahren“ Glauben abfallen, werden als Herätiker oder Ketzer nach allen Regeln der medialen Kunst ausgegrenzt, diskreditiert, belächelt, ihre Existenzgrundlagen gefährdet und deren Arbeiten schlichtweg ignoriert. Noch werden diese „Ungläubigen“ nur auf den medial-politischen Scheiterhaufen geworfen, aber falls der Abbau der bürgerlichen Rechte weiter voranschreitet und die Hysterie der Masse noch weiter geschürt wird, dann können wir uns auf dunkle Zeiten vorbereiten.

“It is simply no longer possible to believe much of the clinical research that is published, or to rely on the judgment of trusted physicians or authoritative medical guidelines. I take no pleasure in this conclusion, which I reached slowly and reluctantly over my two decades as editor of The New England Journal of Medicine”
Dr. Marcia Angell – Editor New England Journal of Medicine, 2009

Taken from the article in National Center for Biotechnology Information: Skeptical of medical science reports?

*) Montaigne während seiner Reise durch Genua, 1581

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