Die Kaiserliche Infektionsordnung von 1551 und die COVID-19 Maßnahmen, Anno 2020

Falls Sie der Meinung sind, die Medizin hätte in den letzten 500 Jahren große Fortschritte gemacht, muss ich Sie enttäuschen. Die Kaiserliche Infektionsordnung aus dem Jahr 1551 weist frappante Ähnlichkeiten mit den gegenwärtigen Maßnahmen zur „Eindämmung“ von Covid-19 auf. Während sich die Wiener seinerzeit unter anderem mit der asiatischen Beulenpest herumschlagen mussten, die aus Ungarn eingeschleppt wurde, plagen wir uns rund 500 Jahre später mit dem Königsschnupfen herum und glauben, das Ende der Welt sei gekommen.

Die längeren Zitate sind einem Buch von Leopold Senfelder entnommen.*

Die Kaiserliche Infektionsordnung vom 28. Oktober 1551

ist die Grundlage für alle späteren Ordnungen. Sie warnt vor unmäßigem und sittenlosem Leben, verbietet den Verkauf von Branntwein, führt eine Fremdenkontrolle bei den Stadttoren ein, beschränkt gesellige Zusammenkünfte und verordnet für die Dauer der Pest die Schließung der Badstuben. Der Haushaltungsvorstand hatte im Falle der Erkrankung eines Hausgenossen sofort den Magister Sanitatis zu verständigen, damit der Infizierte durch städtisches Personale in das Lazarett gebracht werde. Die gesunden Hausbewohner hatten die Wahl, entweder auf eine Entfernung von 2—3 Meilen die Stadt zu verlassen oder 40 Tage unter Beobachtung und Sperre zu bleiben, in welchem Falle städtische Diener täglich die nötigen Lebensmittel beim Haustor niederlegten. Nur der Magister Sanitatis, der Infektionschirurg oder das Hilfspersonale durften ein gesperrtes, mit weißem Kreuz bezeichnetes Haus betreten. Nach abgelaufener Beobachtungszeit wurde das Haus gereinigt und ausgeräuchert. Weitere Verordnungen betrafen die Reinhaltung des Lazarettes und das Verbot, Leichen in der Stadt zu begraben. [S. 54]

Testen, Testen, Testen – Wer ist gesund, wer krank?

Die Ordnung vom 28. August 1562 führt den Gesundheitspaß ein. Jeder Ankömmling, Prälaten, Adelige und obrigkeitliche Personen ausgenommen, mußte beim Stadttore eine von der Obrigkeit des letzten Aufenthaltsortes ausgestellte Bestätigung (Fede) vorweisen, daß dieser Ort nicht infiziert sei. Von nun an sollten nur kleine Häuser, sonst aber nur das Stockwerk oder Zimmer, wo ein Infizierter sich aufgehalten hatte, gesperrt werden. Haus und Wohnungstür waren mit einem weißen Kreuz, dem Namen des Kranken und dem Tag der Erkrankung bezeichnet. [S. 54]

Überforderung des Gesundheitswesen

Auch die Befürchtung, dass das Gesundheitswesen bei einer Epidemie überfordert werden könnte, ist scheinbar kein modernes Problem. Dass Kranke vor den Spitalstoren abgewiesen werden müssten, falls keine freien Betten mehr zur Verfügung stünden, wurde uns von dem Medien und der Regierung an die Wand gemalt. Heute wissen wir, dass sich Spitäler und Ambulanzen umsonst auf den Ansturm vorbereitet und nicht lebensnotwendige Eingriffe unnötig verschoben haben. Die negative Auswirkung dieser Maßnahme ist noch nicht abschätzbar.

Den Hauptteil der Kosten hatten jedoch Stadt und Bürgerspitalverwaltung aufzubringen. So wird es er klärlich, daß jede größere Pestepidemie für Wien eine wirtschaftliche Katastrophe bedeutete und viele zweckmäßige Anordnungen an der Geldfrage scheiterten. Es mangelte oft an Geld, um den Magister Sanitatis zu bezahlen. Auch die Unterbringung der Kranken war zur Zeit einer Seuche unzureichend, daher außer dem alten und neuen Lazarett alle übrigen Spitäler belegt werden mußten und viele Kranke auf offener Straße starben. Die der Infektion verdächtigen und genesenen Personen kamen in notdürftig aufgeschlagene Hütten außerhalb der Stadt,wo sie empfindlich unter der Winterkälte zu leiden hatten. [S.55]

fantastische Zahlen und Statistiken

Das überlieferte Datenmaterial in den unseligen Seuchen-Jahren ist mit Vorsicht zu genießen. Nicht anders als heute. „Über die Anzahl der Pestopfer [im Jahre 1679 – 4 Jahre vor der zweiten Türkenbelagerung!] in und außer der Stadt schwanken die Berichte zwischen 76.921 und 140.516″, heißt es bei Senfelder [S.57]. Die damalige Einwohnerzahl Wiens dürfte wohl bei 100.000 gelegen haben. So gesehen hätte diese Epidemie zu einem Aussterben geführt. Wir können also davon ausgehen, dass die Datenerhebung in jener Zeit schwierig bis unmöglich war und die Phantasie eine erhebliche Rolle spielte. Heutzutage, mit all den Möglichkeiten, die uns die moderne Technologie bietet, gehen die Experten den umgekehrten Weg und phantasieren apokalyptische Zahlen herbei. Jedenfalls waren es zwei Computer-Modelle, deren Hochrechnung die westliche Welt in Angst und Schrecken versetzte und zu den drakonischen Einschränkungen der Bürgerrechte führte und die Weltwirtschaft versenkte. Es mutet äußerst befremdlich an, wenn man erfährt, dass beide Institutionen, die für diese cassandrischen Zahlen verantwortlich sind, von der Bill Gates Stiftung finanziell gefördert wurden und Bill Gates bei jedem Interview den Teufel an die Wand malt und davon ausgeht, dass nichts mehr so sein wird wie es vor dem Königsschnupfen war. Mit anderen Worten will er und seine elitären Kumpane eine zentrale Gewalt installieren, die weltweit agiert und Bürger mit Nano-Technologie überwacht. Natürlich geht es dem Multibillionär primär um das Wohle der (Welt-)Bevölkerung.

Ursache von Epidemien, damals und heute?

Neben dem schlechten Trinkwasser, der mangelnden Canalisation muss ferner die enge, licht- und luftlose Bauart der mittelalterlichen Städte, der überall herrschende Schmutz, der rege Handels- und Pilgerverkehr, das Bettlerunwesen und endlich das später zu erwähnende Begräbniswesen beschuldigt werden. [S. 10]

Heute gehen wir freilich davon aus, dass Mikroorganismen, von denen wir mehr in uns haben als Zellen, dass ein ganz spezieller Kleinstorganismus, der nicht lebt und denkt, sozusagen nur Information gespeichert hat und der von den körpereigenen Zellen produziert wird, dass dieser für Krankheit und Seuchen verantwortlich ist und ausgemerzt werden muss. Also, irgendwie drängt sich der Verdacht auf, unsere so geheiligte Wissenschaft ist eine Reinkarnation des wahrheitsfeindlichen Klerus des dunklen Mittelalters. So es dieses Mittelalter überhaupt gegeben hat. Ach, die überlieferte Historie. Nichts ist, wie es scheint.

(*) Öffentliche Gesundheitspflege und Heilkunde
Band II: Geschichte der Stadt Wien
von Leopold Senfelder,
Herausgegeben vom Alterthumsvereine zu Wien
Druck und Verlag von Adolf Holzhausen, Wien, 1904

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.