Gift in der Luft? Nennen wir es besser Feinstaub.

Der Mensch ist eine seltsame Spezies. Wenn er merkt, dass eine lieb gewonnene oder wirtschaftlich-gesellschaftlich notwendige Tätigkeit auf langfristige Sicht gesundheitliche Probleme verursacht, tut er alles in seiner Macht stehende, um daran nicht erinnert zu werden. Weil, diese Tätigkeiten zu ändern ist ja nicht möglich. Sagt er sich seufzend – und (fast) alle sind seiner Meinung.

Hätte ich heute nicht in der frühen Vormittagssonne des (gottlob wieder geöffneten) Augartens den ausgezeichneten und sehr zu empfehlenden Vortrag von Dr. Gerd Reuther, Radiologe in Ruhestand, gehört, ich würde noch immer denken, Feinstaub ist einfach klitzekleiner Staub. Das klingt doch so, nicht wahr? Im Englischen heißt es schlicht Particulate Matter (PM), also grob übersetzt partikelförmiges Material. Jedenfalls, so hört man, seien vor allem die Verbrennungsmotoren der Autos an dieser sogenannten Feinstaubbelastung, die – immerhin – in den Städten gemessen wird, verantwortlich. So weit, so gut. Was aber nicht dazugesagt wird, ist der Umstand, dass diese Partikel dem Organismus schaden können, weil diese giftig sind.

Das Ausmaß der Auswirkung von Partikeln auf die Atemwege hängt (vor allem) von der Toxizität der Partikel ab, u. a. finden sich im „Staub“ Blei, Vanadium, Beryllium und Quecksilber. Generell würden diese giftigen Stoffe von unseren Schleimhäuten ausgefiltert werden, aber da diese so klitzeklein sind, ist das nicht möglich – und die Schadstoffe dringen in unseren Organismus ein und schädigen diesen. Nicht gleich, nicht sofort, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Symptome einer Vergiftung auftreten.

Laut einem Bericht der EU-Umweltagentur sollen in Europa 400.000 Menschen durch diese langfristige Schädigung frühzeitig sterben. Vergleichen Sie das mal mit dem derzeitigen Königsschnupfen und man muss sich wundern, warum die Regierungen nicht einfach den (privaten) Autoverkehr verbieten. Shut down. Dadurch könnte man viele Leben retten. Aber irgendwie interessiert es keinen, weder Politiker noch Medienleute schlagen dafür die Trommel.

Im Artikel des Standards liest man: „Diese Verschmutzung führe zu Gesundheitsproblemen und einer geringeren Lebenserwartung, aber auch zu wirtschaftlichen Einbußen etwa durch wachsende Kosten im Gesundheitssektor und geringere Ernteerträge. Eine Verringerung der Luftverschmutzung würde dagegen vorzeitige Todesfälle reduzieren und die Produktivität steigern, befand die Agentur. Die Einwohner vieler europäischer Städte forderten zudem eine sauberere Luft für sich und ihre Kinder ein.“

Man stelle sich vor, die Zeitungen würden hier PANIK verbreiten und die Politiker in die Pflicht nehmen. In Nullkommanix gäbe es politische Lösungen. Seltsamerweise geschieht dies aber nicht, obwohl uns unsere Regierung in Pressekonferenzen versichert, es ginge ihnen darum, die Bürger zu schützen. Da werden Verfassungsgrundsätze undemokratisch aufgehoben, die Menschenrechtskonventionen als null und nichtig erklärt, Kritiker polizeilich vorgeführt und orwellsche Überwachung eingeführt und all das, um den Königsschnupfen zu „bekämpfen“ bzw. „die Kurve flach zu halten“. Sieht man sich ohne Panik-Brille die Zahlen an, muss man zum Schluss kommen, dass da etwas faul im Staate Dänemark ist und es hier primär um die Durchsetzung einer politischen Agenda denn um das Wohl der Bürger geht.

Der Trick, bei der ganzen Sache ist die Begrifflichkeit, die in der einen und in der anderen Angelegenheit verwendet wird.

Bei der Feinstaubproblematik liest man in der Zeitung von „Gesundheitsproblemen“ und einer „geringeren Lebenserwartung“, was in den unbedarften Leser keine panische Gefühlsreaktion auslöst. Weiters wird immer nur von „Schadstoffen“, nicht aber von „Giftstoffen“ gesprochen. Und wenn es um die „Luftbelastung durch Feinstaub“ geht, dann handelt es sich dabei um „Stickstoffdioxid und bodennahes Ozon“. Auch hier klingt das für den unbedarften Leser nicht sonderlich bedrohlich. Im Gegensatz dazu, würde er von Blei und Quecksilber lesen, würde er vielleicht aufhorchen, da er von Blei- und Quecksilbervergiftungen schon mal gehört hat.

Kurz und gut, Politiker und Redakteure spielen die „Giftstoffbelastung“ mit allen Tricks und Kniffen der medialen Kunst herunter und schrauben die Panik bezüglich des „Königsschnupfen“ in ungeahnte Höhen. Warum? Vielleicht weil es bei einem der beiden eine simple Lösung gibt: Ein Medikament oder Impfstoff und schon läuft alles wie geschmiert. Interessanterweise finden sich in Impfstoffen ebenfalls giftige Partikel, beispielsweise Aluminium. Nur dadurch gibt es eine „Immun“-Reaktion des Körpers -mit anderen Worten, der Organismus reagiert in erster Linie auf die im Blutkreislauf befindlichen Giftstoffe, nicht auf die ebenfalls eingespritzten Viren.

Ich frage mich, ob es jemals einen objektiven Diskurs in medizinischen Fragen geben wird können, ohne dass finanziell-wirtschaftliche Einflüsse und politische Agenden die Hauptrolle spielen. Wo müsste man da ansetzen? So lange Politiker nur austauschbare Handlanger sind, so lange Wissenschaftler und Mediziner Karriere und Existenz aufs Spiel setzen, würden sie eine vom Mainstream abweichende Meinung haben, so lange Profit orientierte Medien-Unternehmen durch Eigentümer-Vorgaben gelenkt werden und so lange sich die Bürger für Dumm verkaufen lassen, so lange wird sich nichts ändern.

So. Ich muss mein Gesichtchen in die Sonne halten. Noch ist es nicht verboten. Aber wer weiß, vielleicht werden wir alsbald die Fenster zumauern müssen. Weil Sonnenstrahlen lebensgefährlich sein können.

Ja, das Leben leben ist lebensgefährlich.

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