Prof. Hagai Levine: „This isn’t like the holocaust“ #COVID-19

In der israelischen Tageszeitung HAARETZ findet sich der vorzügliche Artikel Hysteria and scientific errors: Why no one can explain the drop in coronavirus cases in Israel, der sich mit einem unerklärlichen Phänomen beschäftigt: Wenn SARS-CoV-2 so hoch ansteckend und gefährlich ist, wie kann es dann sein, dass es nach Aufhebung des Lockdowns weniger Infektionen und weniger Todesfälle gibt? Die Antwort ist einfach, so man sich nicht vom ständigen Angstgeheul der Medien verrückt machen lässt.

Einer der lautstärksten Kritiker der politischen Lockdown-Zwangsmaßnahmen in Israel ist der Vorsitzende der Israel Association of Public Health Physicians Prof. Hagai Levine. Er kritisiert den Umstand, dass die politisch Verantwortlichen zu sehr auf mathematische Modelle vertrauten, die in der Praxis nicht funktionieren, da es zu viele Variablen gibt. Trotzdem waren es diese mathematischen Hochrechnungen, die Regierungen, hüben wie drüben, in einen Panikzustand versetzten, der dazu führte, dass die absurdesten „Gegenmaßnahmen“ beschlossen wurden, um die Pandemie eines „Killer-Virus“ einzudämmen, sozusagen die „Kurve flach zu halten“.

Freilich, ohne der beständigen Medien-Trommelei, die uns keinen Tag Ruhe gönnte, mit Schlagzeilen, die uns Angst und Schrecken einjagen sollten, war an eine wissenschaftlich nüchterne Herangehensweise nicht zu denken. Abgesehen von Schweden und Weißrussland, überboten sich die Staatschefs in diktatorischem Gehabe und ordneten den physischen wie psychischen Shutdown an. Es folgten Ausgangssperre, Reiseverbot, Meinungseinschränkung, Hygienevorschriften, Maskenpflicht, Staatsapropaganda, Isolation und Social Distancing. Monate später wissen wir, dass all diese Maßnahmen gegenüber SARS-CoV-2 so gut wie nichts gebracht haben, mit Ausnahme von „Kollateralschäden“ in wirtschaftlichem und seelischem Gefüge eines jeden Landes.

Die Frage ist also, warum haben die Modelle nicht funktioniert? Sehen wir uns dazu die Daten an, die auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess erhoben wurden:

Von den 3.711 an Bord befindlichen Personen wurden 712 Personen positiv auf SARS-Covid-2 getestet. Das ist eine Infektionsrate von rund 19 %. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist die, warum sich nicht viel mehr Personen infiziert hatten. Eine mögliche Antwort ist, dass der Virus „ein biologisches Phänomen ist, der sich nicht an mathematische Vorgaben hält“. Vielleicht, so heißt es weiter im Artikel, könnten Temperaturveränderungen oder genetische Unterschiede eine Rolle spielen. Mit anderen Worten, die Wissenschaft steht mit heruntergelassner Hose da. Sie kann Beobachtungen anstellen, Daten erheben und diese Interpretieren. Welche der vielen Interpretationen als die einzig wahre angesehen wird, entscheiden die Hohepriester des Meinungsolymps.

Diesbezüglich lohnt ein Blick über den Atlantik und nach Brasilien. Dort haben Wissenschaftler unter Führung des hoch angesehenen Prof. Eberlin einen zornigen offenen Brief geschrieben: „The ‚Science‘ of the Pandemic“. Darin rechnen die brasilianischen Wissenschaftler mit einer von Politikern und Medienleuten unterstützten unwissenschaftlichen Herangehensweise in Bezug auf die Pandemie ab. An einer Stelle heißt es:

Eine Vielzahl an „Wissenschaftsexperten“ oder berühmten YouTube Wissenschaftlern, viele von diesen noch „Anfänger“ in der Wissenschaft, manche von diesen mit einer minimalen oder überhaupt keiner Erfahrung in der Bekämpfung einer Pandemie, werden vom Establishment und den Medien ausgewählt, um den Lockdown-Maßnahmen eine „wissenschaftliche Aura“ zu geben und Hydroxycloroquine (HCQ) als ineffektives Medikament, oder noch schlmmer, als tödliches Gift, zu verdammen.

Diese disaströse apokalyptische Simulation des „Imperial College“ – dieser pompöse Name, der uns den Gedanken einflößt, dass es sich hierbei um ein Zentrum von exzellentem unfehlbaren, omnipotenten und unbestreitbaren Wissen handelt, einem „College of the Empire“ – dieses Modell wird dazu benutzt, um jeden zu Hause einzusperren, und dann, wenn die Daten verfügbar sind, werden diese als (einziger) Maßstab für die Wahrheit herangezogen. „Wir haben etwas gemacht und als Ergebnis haben wir so und so viele Todesfälle verhindert. Deshalb: ‚gepriesen sei die Wissenschaft‘.

Aber welche Art von „Wissenschaft“ ist das überhaupt, auf die sich (Politiker und Medien) berufen? Und wer, im Namen der „Wissenschaft“, ist ermächtigt, für diese zu sprechen? Wissenschaft ist „die leidenschaftslose Suche nach der Wahrheit über das Universum und dem Leben“. Ironischerweise suchen wir Wahrheiten, ohne zu wissen, wie diese aussehen könnten oder wo sie zu finden sind. Deshalb ist es manchmal so, auch wenn die Wissenschaftler tatsächlich die Wahrheit finden, dass sie diese Entdeckung anzweifeln. Im wahrsten Sinnne des Wortes tasten wir uns im Dunkel voran, einmal hier, einmal da, und suchen nach Lösungen für unsere Probleme. Deshalb sagen wir manchmal: „Eier zu essen ist schlecht für die Gesundheit, es erhöht Cholesterin“ und manchmal sagen wir: „Eier sind gesund, du kannst sie ruhig essen“.

Richard Feyman brachte es auf den folgenden Punkt: „Wissenschaft ist die Kultur des Zweifelns“. Ich würde hinzufügen: „Wissenschaft ist die Kultur der Debatte, die Kultur der abweichenden Meinungen.“

Es tut gut, zu hören und zu lesen, dass es noch Wissenschaftler und Fachleute gibt, die sich gegen die von oben verordnete Meinung, dem offiziellen Narrativ stellen. Eines sollten wir nämlich nicht vergessen: Genauso wie in der Politik gibt es auch in der Wissenschaft, der Medizin und den Medien Korruption und Inkompetenz. Am Ende geht es immer um Menschen, mit all ihren Stärken und Schwächen.

Wenn Sie also das nächste Mal hören, dass die Behörden Ballspiele mit mehreren Kindern verbieten, dann stellen Sie sich einfältige Beamte, linientreue Wissenschaftler und ehrgeizige Karrierepolitiker vor, die darüber diskutieren, ob Kinder in der Schulpause in eingezäunten Bereichen isoliert, bei Verdacht auf einen Schnupfen zwangsweise von den Eltern getrennt, in „Gesundheitslagern“ konzentriert und mit mittelalterlichen Praktiken „geheilt“ werden müssen.

Ehe wir uns versehen, wird bald ein Pandemie-Wohlfahrtsausschuss (Comité de salut public) installiert werden. Streng nach „wissenschaftlichen“ Vorgaben qualitätsgesichert und deshalb „unfehlbar“. Robespierre, der Unbestechliche, hatte ja – wie unsere gewählten Politiker – auch nur das Wohl der Gesellschaft vor Augen. Bon.

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