Die einigende Kraft von Trumps „polarisierender“ Botschaft, 4. Juli 2020 #USA

Donald Trumps Rede zum amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli 2020 hat in Medienkreisen die Wogen hochgehen lassen. Seltsam. Hört man sich die Rede im Wortlaut an – hier das Transkript im Original und in deutscher Übersetzung – so komme ich persönlich nicht zu der Meinung (wie beispielsweise die Redaktion der österreichischen Tageszeitung Der Standard oder all die anderen „liberalen“ Blätter), dass diese eine „düstere, polarisierende Botschaft“ gewesen wäre. Überhaupt lesen sich die „objektiven“ Berichte in den Qualitätsmedien wie hässlich verzerrte Pamphlete, die nur das eine Ziel haben, nämlich dem Leser (und potenziellen Wähler der kommenden Wahl im November) klar zu machen, dass der gegenwärtige Präsident der USA unfähig sei und das Land „spalten“ möchte. Die „objektiven“ Berichte greifen Zitate der Rede auf und interpretieren sie (seit 2016) auf eine einzige Art und Weise: Orange man bad.

Aber blickt man sich um, mit offenen Augen, ohne linksliberalen Scheuklappen, merkt man – oder sollte es jedenfalls bemerken – dass nichts ist wie es uns medial tagtäglich präsentiert und geradezu eingetrichtert wird. So heißt es im Standard-Artikel (der nur von einer Presseagentur übernommen worden sein dürfte) beispielsweise, dass in „mehreren US-Städten bei Protesten Statuen gestürzt worden (seien), die historische Figuren darstellen, die in Verbindung mit Rassismus gebracht werden“. Ach? Die Präsidenten Abraham Lincoln und George Washington sowie die Gründerväter der Republik, sie alle zählen nun zu „Rassisten“? Nebenbei bemerkt hat der „protestierende“ Mob auch Statuen von Mahatma Gandhi und Frederick Douglass, einem ehemaligen Sklaven, beschmiert bzw. vom Podest geholt. So gilt es in Erinnerung zu rufen, dass die erste Lektion im Geschichtsunterricht jene ist, dass man vergangene Ereignisse nicht mit dem gegenwärtigen Blickwinkel bewerten sollte.

Oder müssen wir nun beispielsweise die Italiener für das Römische Imperium verantwortlich machen, welches ihren wirtschaftlichen Aufschwung Sklaven und kriegerischen Unterwerfungen zu verdanken hatte? Oder müssen wir uns nun genauer ansehen, wer in Europa Vorteile aus Leibeigenschaft und Kinderarbeit ziehen konnte? Oder müssen wir nun aufrollen, wie es zur Schuldknechtschaft kam? Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, der wurde per Gesetz in die Sklaverei gezwungen. Wir können die Vergangenheit rechts wie links, oben wie unten zerpflücken und den moralisierenden Zeigefinger auf wunde Punkte legen. Wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne und richtet man nach heutigen moralisch-gesetzlichen Gesichtspunkten, dann ist kein Land, kein Staat, keine Stadt, kein Monarch, kein Fürst, kein Geldwechsler, kein Kaufmann frei von Schuld. Was freilich nicht heißen soll, dass man die Vergangenheit ruhen lassen muss. Im Gegenteil. Die Wahrheit genauso wie unanagenehme Fakten gehören ans Licht – und jede Generation soll die Möglichkeit haben, alle vorhandenen Daten zu analysieren und auszuwerten. Punktum.

Zurück zur Rede von Donald Trump. Ich habe ein paar Auszüge im Original dem Beitrag hinzugefügt und übersetzt. Damit wir später einmal wissen, was wirklich gesagt wurde. All diese „Berichte“, die so tun, als wären sie objektiv, taugen am Ende gar nichts und deuten nur auf den von Trump ausgesprochenen Verdacht hin, dass in „Schulen, Redaktionsräumen und Vorstandsetagen“ ein „neuer linksextremer Faschismus“ Einzug gehalten hätte, der „absolute Gefolgschaft verlange“. So reicht es bereits, nicht das Knie zu beugen oder sich auf seine Gedankenfreiheit zu berufen, um auf die Abschussliste gesetzt zu werden. Diese „Säuberungen“ richten sich vor allem gegen jene, die ihre Stimmen im (Vor)Wahlkampf für Trump erheben und so Einfluss auf den Ausgang nehmen könnten.

Im Moment läuft es darauf hinaus, dass das Anti-Trump-Establishment bereit ist, bei einer Wahlschlappe der Demokraten, die USA (und damit die ganze Welt) in den Abgrund mitzureißen und auf diese Weise einen „Reset“ durchzuführen. Vielleicht zieht man auch ein „Watergate“ aus dem Ärmel und lässt Trump wie schon Nixon im Regen stehen. Die Frage ist nur, wer wird dann ins Weiße Haus einziehen? Uncle Joe Biden zeigt bereits kognitive Verfallserscheinungen und kann nur als Platzhalter für den wahren Kanditen (oder Kanditatin) gesehen werden. Auf diese Weise ist es für die Demokraten weiterhin möglich, potenzielle AnwärterInnen unter der Hand auf Popularität und Tauglichkeit zu prüfen und schließlich in den Wahlkampf zu werfen. Eine „2. Welle“ des Corona-Theaters („no one has died from the corona virus„) im beginnenden Herbst könnte eine Briefwahl zwingend nötig machen (dank Panikmache von Seiten der „usual suspects“) und dann wird das „Fußvolk“ der Demokraten in Stellung gebracht, um die Unentschlossenen in letzter Minute „aufzuklären“. Sollte das mediale Trump-Bashing noch verschärft werden – davon ist auszugehen – werden viele leichtgläubige und konditionierte liberals die kommende „Apokalypse“ vor Augen haben und alles tun, um diese aufzuhalten. Das kann dann recht unschön werden, wenn ein bunt gedachterIdealismus mit einer unnachgiebigen Realität zusammenprallt.

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, welche einflussreichen Kräfte hinter Trump stehen und was diese von ihm „fordern“. Vielleicht, als Skeptiker muss man solche Gedanken hegen, gehört das ganze „polarisierende“ Politikum zum abgekarteten Spiel.

Da fällt mir ein: Da es zu Schießereien mit tödlichem Ausgang gekommen ist, hat die Polizei die autonome Zone in Seattle namens CHAZ geräumt. Ja, Traum und Wirklichkeit, das verhält sich wie Seifenblasen zu Hohlspitzgeschossen.

***

[Meine Übersetzung]

Donald Trump: (08:17)
Unsere Nation ist gerade Zeuge einer erbarmungslosen Kampagne, die darauf abzielt unsere Geschichte auszuradieren, unsere Helden zu verleumden, unsere Werte auszulöschen und unsere Kinder zu indoktrinieren. Wütende Mobs versuchen Statuen unserer Gründerväter vom Sockel zu stoßen, unsere ehrwürdigsten Denkmäler zu beschmieren und in unseren Städten eine Welle von Gewaltverbrechen zu entfesseln. Viele dieser Leute haben keine Ahnung, warum sie das tun, aber einige wissen sehr genau, was sie da tun. Sie denken, das amerikanische Volk ist schwach und soft und unterwürfig, aber nein, das amerikanische Volk ist stark und stolz und es wird nicht erlauben, dass dem Land all seine Werte, Geschichte und Kultur genommen wird.

Our nation is witnessing a merciless campaign to wipe out our history, defame our heroes, erase our values, and indoctrinate our children. Angry mobs are trying to tear down statues of our founders, deface our most sacred memorials, and unleash a wave of violent crime in our cities. Many of these people have no idea why they’re doing this, but some know what they are doing. They think the American people are weak and soft and submissive, but no, the American people are strong and proud and they will not allow our country and all of its values, history, and culture to be taken from them.

Donald Trump: (09:17)
Eine ihrer politischen Waffen ist der „virtuelle Pranger“ (cancel culture), Leute verlieren ihre Jobs, Andersdenkende werden bloßgestellt und man verlangt von jedem, der anderer Meinung ist, sich völlig zu unterwerfen. Dies ist die exakte Definition von Totalitarismus, der unserer Kultur und unseren Werten völlig fremd ist und der überhaupt keinen Platz in den USA hat.

One of their political weapons is cancel culture, driving people from their jobs, shaming dissenters, and demanding total submission from anyone who disagrees. This is the very definition of totalitarianism, and it is completely alien to our culture and to our values and it has absolutely no place in the United States of America.

Donald Trump: (10:49)
In unseren Schulen, in unseren Redaktionsräumen, sogar in den Vorstandsetagen gibt es einen neuen linksextremen Faschismus, der absolute Gefolgschaft verlangt. Wenn du seine Sprache nicht sprichst, seine Rituale nicht ausführst, seine Mantras nicht wiederholst, seine Gebote nicht einhältst, dann wirst du zensiert, vertrieben, blacklisted, verfolgt und bestraft. Das wird nicht passieren!

In our schools, our newsrooms, even our corporate boardrooms, there is a new far-left fascism that demands absolute allegiance. If you do not speak its language, perform its rituals, recite its mantras, and follow its commandments, then you will be censored, banished, blacklisted, persecuted, and punished. It’s not going to happen to us.

Donald Trump: (13:54)
Die gewalttätigen Ausschreitungen, die wir in unseren Straßen gesehen haben und die in Städten, die in allen Fällen von liberalen Demokraten regiert werden, geschehen sind, ist das erwartete Resultat jahrelanger extremer Indoktrinierung und Beeinflussung in Bildung, Journalismus und anderen kulturellen Institutionen. Obwohl es gegen jedes Zivilisations- und Naturgesetz verstößt, wird unseren Kindern in den Schulen gelehrt, ihr eigenes Land zu hassen und dass jene Männer und Frauen, die es aufgebaut haben, keine Helden, sondern Verbrecher waren. [Anmerkung: Vergleiche dazu die 1968er, als die junge Nachkriegsgeneration die damalige BRD zu hassen lernte!]

The violent mayhem we have seen in the streets and cities that are run by liberal Democrats in every case is the predictable result of years of extreme indoctrination and bias in education, journalism, and other cultural institutions. Against every law of society and nature, our children are taught in school to hate their own country and to believe that the men and women who built it were not heroes but that were villains.

Donald Trump: (29:26)

Wir wollen freie und offene Debatten, keine Sprachordnung und cancel culture [virtuelle Pranger]. Wir begrüßen Toleranz, nicht Vorurteile. Wir unterstützen die mutigen Männer und Frauen der Polizei.

We want free and open debate, not speech codes and cancel culture. We embrace tolerance, not prejudice. We support the courageous men and women of law enforcement.

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