Was hat ein unauffindbarer gestohlener PKW mit Covid-19 zu tun? #Erklärungsbedarf

Es war einmal … In einer Stadt namens Wahun wird ein Seniorenpaar Tod in ihrem Landhaus aufgefunden. Die Polizisten, die den Tatort untersuchen, können keine Fremdeinwirkung feststellen. Der Chef der Kriminalpolizei meldet das Ergebnis seiner Untersuchung ans Politbüro. Die Vorgesetzten sehen den Fall freilich anders und gehen davon aus, dass ein Massenmörder in der Stadt sein Unwesen treibt. Die Kriminalpolizei wird aufgefordert, allen Spuren nachgzugehen, mögen diese auch noch so klein oder bedeutungslos sein. Da findet sich ein 3-jähriges Mädchen, das meint, ein Auto in der Nähe des Hauses gesehen zu haben. Die Ermittler werden hellhörig.

Wochen später tritt der Chefermittler vor die Presse und erklärt, dass man das gestohlene Auto des Massenmörders gefunden habe. Ein Journalist möchte wissen, wie die Polizei vorgegangen sei und erhält als Antwort, dass man ein PCR-Planquadrat in der Stadt durchgeführt habe. Wie man das Auto identifizieren konnte, will eine Reporterin wissen. Nun, nickt der Chefermittler, die Informationen einer Zeugin waren dafür ausschlaggebend. Welche Informationen?, hört man jemanden rufen. Die Zeugin sagte aus, so der Chefermittler, dass das Auto vier Räder, einen Rückspiegel und zwei rote Rücklichter habe … mit diesen Daten konnten wir eine Modellierung vornehmen, die uns das RNA-Kennzeichen des in Frage kommenden Personenkraftwagens als Ergebnis lieferte.

Die Journalisten sind hellauf begeistert und beklatschen den Erfolg der Ermittlungen. Sie berichten ihren Lesern welch beeindruckende Fortschritte die virologische Kriminalwissenschaft in den letzten Jahren gemacht habe. Bei den Tätern, die im Pkw aufgegriffen wurden, handelt es sich um ein Ehepaar mit fünf Kindern. Da das Ehepaar hartnäckig bestritt, etwas mit den Morden zu tun zu haben, mussten die Ermittler äußerst aggressiv vorgehen, um der Gerechtigkeit genüge zu tun. Man sperrte die Kinder in Petri-Einzelhaft, gab ihnen so gut wie nichts zu essen und badete sie täglich in schmerzhaften Wahrheitschemikalien. Während vier der fünf Kinder die Prozedur nicht überlebten, bezichtigte das fünfte Kind ihre Eltern und unterschrieb das von den Behörden aufgesetzte Geständnis.

Tage später meldet sich ein skeptischen Bürger namens K. zu Wort und bezweifelt in einer TV-Talkshow, dass das gesuchte Auto nur anhand dieser wenigen Informationen gefunden hätte werden können und es keine Beweise gäbe, die die Insassen in Verbindung mit dem Tod des Seniorenpaares brächte. Es sieht ganz so aus, führt K. weiter aus, dass Unschuldige einer politischen Willkür, ja einer Verschwörung zum Opfer gefallen seien. Das Publikum pfeift K. aus.

K. wird nach der Sendung abgeführt.

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