Der Roman des Lebens: eine Frage, eine Antwort!

Schnitzler sagte einmal, dass es nicht darauf ankäme, was man ersehnt und erdachte hätte, sondern vielmehr, was getan und gelebt wurde. Als Schriftsteller lebe ich Träume, verbiege die Realität wie sie mir ins Buch passt und skizziere Erfahrungen, die ich niemals hatte. Es ist ein musisches Gedankenspiel, das von der Wirklichkeit erzählt, aber Unwirklichkeit bleiben muss. Unbemerkt von meinem wachen Geist, begann ich an einem neuen Roman zu schreiben, der nicht irgendein Leben abzubilden trachtet, sondern sich mit meinem in aller Deutlichkeit auseinandersetzt. Niemals werden wir erfahren, wie ein magischer Moment vor unseren Augen, im Bruchteil eines Lidschlags, entstehen kann. Allein, dass dieser besondere Moment uns besucht, ist schon überwältigend genug, ihn zu begreifen unmöglich. Aber wir können ihn wenigstens festhalten, sozusagen erfahrbar machen – sei es in der Erinnerung, sei es auf einer Buchseite oder hier, in diesem Beitrag.

Die Müdigkeit hemmt den Schreibfluss und doch stürmt das Herz voran, bringt zu guter Letzt die Tinte aufs Papier. Was gilt es festzuhalten? Was gilt es der Ewigkeit und einen Tag zu erzählen?

Ich erinnere mich, als ich die Frage hörte. Nicht irgendeine Frage. Eine Frage, deren Antwort – je nachdem – ein Kapitel schließen und ein neues Buch aufschlagen würde. Diesen Singsang, der mit einem Fragezeichen endet, zu hören, wahrhaftig zu hören, ist ein Moment, der die Zeit zum Stillstand bringt. Es fühlte sich an, als würde die Welt innehalten, warten und lauschen. Ob der Antwort. Die da kommt, kommen muss. Es gibt kein Ausweichen. Es gibt nur ein Ja. Es gibt nur ein Nein. Nichts dazwischen.

Während also die Welt rund um diesen fragenden Singsang den Atem anhielt, gab ich die Antwort in der Zeitspanne eines Augenaufschlags. Vielleicht waren es auch zwei. Im Nachhinein diese beinah surreal anmutende Szene in Worte zu fassen, fällt schwer – sie macht für den Außenstehenden genauso wenig Sinn wie für die beiden Beteiligten. Natürlich könnte man später einmal die vielen Gedanken ordnen und eine Abfolge der vielen verschiedenen Einfälle protokollieren, die zwei Köpfe gedacht, zwei Herzen gefühlt haben. Aber auch das würde nichts erklären. Vielleicht, weil es dafür auch keine einfache Erklärung gibt. Die innere Welt, im einen, im anderen, ist nicht zu entschlüsseln.

Eine Frage, eine Antwort. Mehr ist es nicht gewesen – und doch hat das eine wie das andere eine Sprengkraft, die jede Realität ins Wanken bringt. Aus einer Vision wird Wirklichkeit und die Phantasie beginnt, ein Haus aus Stein zu bauen. Niemals werden wir wissen, ob Vision und Phantasie gute Bauträger sind. Aber es gilt, sich darauf einzulassen, will man aus seinem Luftschloss ausziehen und sich gegen die Unbill dieser im Wahn vergehenden Epoche wappnen. Gemeinsam wird an der Burg gebaut. Gemeinsam harrt man der Belagerung – wie lange sie auch dauern mag.

Was die Zukunft bringen mag, niemand weiß es, niemand wird es jemals wissen. Aber es braucht eine Frage, eine Antwort um eine mögliche Zukunft zu formen und zu feiern.

Vielleicht ist am Ende alles doch nur Traum.
Ein schöner Traum.
Der Wirklichkeit wird.
Heute.
Morgen.
Immerdar.

Für dich.

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