Der magische Kompass, der an einen Ort führt, der nicht mehr Norden, noch nicht Süden ist.

Der Magnetismus ist schon eine recht undurchschaubare Kraft. Man könnte meinen, Anziehung und Abstoßung würden aus dem Nichts entstehen und doch sind hier Kräfte am Werk, von denen der Mensch nichts verstehen kann, auch wenn er sich bemüht, das nicht zu Verstehende mit Formeln und physikalischen Gesetzen zu erklären. Ähnlich verhält es sich mit dem magischen Kompass, der die Richtung anzeigt, in der jene besondere Türe zu finden ist, die in ein neues Universum führt. Noch hat keiner dieses Universum gesehen oder gelebt, sind es doch einzig zwei Seelenschlüsseln, die den Zutritt gewähren. Aber während der eine Schlüssel irgendwo im Norden längst gefunden wurde, ist der andere tief im Süden vergraben und versteckt. Da mag auch der magische Kompass nicht helfen, da braucht es Bauchgefühl und Instinkt, vielleicht auch nur den klar denkenden Verstand, der das Versteck aufzuspüren weiß.

All die Menschen, die sich dem göttlichen Prinzip entzogen haben, die den Magnetismus mit einem Achselzucken hinnehmen und ihren Alltag bestreiten, glaubend, es gäbe nichts mehr zu entdecken, bleiben Gefangene eines Daseins, das keinen Zauber, keine Magie kennt.

Jene Menschen, die sich dem göttlichen Prinzip ausgeliefert haben, erstaunen vor Ehrfurcht, ob der Großartigkeit des Lebens. Diese Zeilen sind leicht hingeworfen, wenn einem ein neues Universum vor Augen steht. Niemand kann wissen, was dieses Universum bietet, wie weit es sich ausbreitet, wohin es führt, solange man nicht den Schritt hineingemacht hat. Alles ist möglich. Nichts unmöglich.

Doch noch dreht sich die innere und äußere Welt nach den Gegebenheiten der Wirklichkeit. Wird der Schlüssel im Süden nicht gefunden, weil das Meer und der blaue Himmel den Blick zum Horizont verführen, wo der Traum immer nur geträumt, das Leben aber nicht gelebt wird, dann bleibt eine Türe wohl für immer verschlossen, wird das Universum, das sich dahinter befindet, niemals entdeckt.

Aber wer weiß, sagt sich der Schreiber dieser Zeilen, vielleicht wurde in dieser Nacht der Schlüssel gefunden. Nicht im Sand vergraben oder im Meer versenkt, sondern in einer Matratze versteckt, die hart und unbequem den Schlaf störte und hervorgeholt durch ein Lachen, das nicht enden wollte.

Ja, alles ist möglich. Nichts unmöglich.

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