Nennen wir es Geistesgestörtheit #covid19 #Test

Die letzten Tage war es, als ich mit M. einen Ausflug in den Weinbergen von Gumpoldskirchen machte. Obwohl der Mai sich dieses Jahr mehr als April zeigt, gab es angenehmen Sonnenschein und wohlige Temperaturen. Nicht zu heiß, nicht zu kühl. Wenn man seit Wochen an seinem Buchprojekt sitzt und stundenlang mit seiner Muse spricht, dann hat die Außenwelt keine Bedeutung. Was kümmert mich, was die vielen Hanswurste in den Redaktionsstuben aufs wertlose Zeitungspapier oder in virtuelle Rubriken klatschen? Von den politischen Kurztretern, die langatmig daherreden, tiefgründig stapeln und Zukunftsszenarien an die Wand malen, nur um am Ende doch nur zu tun, was völlig sinnfrei ist und jeder Mensch, mit einigermaßen Vernunft und ein bisschen Verstand als „bescheuert“ oder „deppert“ oder „geistesgestört“ bezeichnen würde, wenn er es denn dürfte.

Zurück in die Weinberge, die freilich nur Hügeln sind, und zum ersten Gastauftritt in einem Restaurant nach der verordneten „Winter-Sperre“, deren Gründe nicht mit wissenschaftlichen Fakten, sondern mehr einem politischen Bauchgefühl entsprungen sein musste. Man könnte auch sagen, es handelte sich um eine ausgemachte Hirnwichserei, die den einen viel Geld einbringen und den anderen viel Aufwand. Aber so ist das, in einer Demokratie, die eigentlich eine Republik ist, wo die Erfinder ja die größte Angst vor dem Pöbel hatten. Weil, da könnt‘ ja jeder daherkommen und regieren.

ausnahmeslos!

Die gute M., immer mustergültig vorbereitet, hatte ihr Testergebnis in der Tasche respektive am Smartphone. Ich hatte nichts in der Tasche, nur ein bisschen Wut im Bauch. Auf der Terrasse mit vielen Tischen saß gerade mal ein Pärchen. Trotzdem meinte die freundliche Kellnerin, dass sie meinen Test sehen müsse. Da ich keinen hatte, war sie so entgegenkommend, mir einen Schnelltest in die Hand zu drücken. Ich dachte, dass dies Service am Kunden sei – erst später wurde ich vom Obristenkellner darauf aufmerksam gemacht, dass dies kein Service sei und ich mich das nächste Mal mit einem ordnungsgemäßen Test einstellen solle. Über die ordentliche Zeche dürfte er sich bestimmt nicht beschwert haben, aber seinen Mann stehen, das wollte er wohl vor seiner Untergebenen, die da so einfach mir nix dir nix einen der ihren Schnelltest aushändigte. Ich würde den Kerl ja als Idiot bezeichnen, tue es freilich nicht. Nicht öffentlich. Und Gedanken sind frei, also noch sind sie es, wiewohl, da bin ich mir jetzt gar nicht mehr sicher, ob es nicht schon in der aktuellsten Gesundheitsgesetzverordnungsnovelle eine behördlich sanktionierte Gedankenüberprüfungsampel gibt. Zeigt die Ampel Rot, dann darf nicht mehr eigenständig gedacht werden, weil, da könnt‘ ja jeder denken, was er wollte. In den Zeiten einer Pandemie kann das zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr führen. Glauben Sie nicht? Moment, eine Studie, durchgeführt an der Volkshochschule Favoriten, ist diesbezüglich sicherlich in Arbeit. Am Ergebnis darf nicht gerüttelt werden. Versuchen Sie mal diesen Blödsinn zu kritisieren, wenn die Ampel auf Rot steht und sie in Gesichter schauen, die den Gehirn-Rollladen heruntergelassen haben. Da gibt’s keine Reaktion. Nur ein blödes G’schau. So ist das.

Also nimmt mich M. bei der Hand, beruhigt mich und leitet mich durch den Schnelltest. Ist ja mein erster. Und wohl mein letzter. Mit dem Ohrstaberl soll ich mir in die Nase fahren. Einmal rechts, herumschwurbeln, dann links, herumschwurbeln und dann den Wattebausch in die Flüssigkeit eintauchen, die dann auf einen Kunststoffteststreifen getropft wird, die dann einen Strich oder, wenn man im Lotto gewinnt und zwei Wochen Urlaub machen will, zwei Striche. Natürlich zeigte das Ergebnis nur einen Streifen, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es anders sein sollte. Hätte man mich im positiven Falle von der Polizei abholen lassen? Vielleicht gleich mit dem Hubschrauber? Am End hätte man die Gegend von Baden evakuieren müssen, weil da ein Wiener als Virenschleuder fungiert. Wobei, die Sache mit den Viren ist sowieso nur Blödsinn. Béchamps hatte Recht. Pasteuer ist ein Hochstapler. Aber das ist eine andere Geschichte, die wir aber früher oder später erzählen werden müssen, ansonsten werden wir noch in den nächsten hundert Jahren eine Pandemie nach der anderen haben. Wenn eine ausgerufene „Pandemie“ Fake ist, sollte man diese auch als Fake bezeichnen. Das ganze Theater ist rein politisch. Mit Gesundheit oder Krankheit hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun. Nur deshalb darf ich mir in aller Öffentlichkeit mit dem Ohrstaberl in der Nase herumfahren, was einfach nur trottelig ist, weil es keinerlei Aussagekraft hat. Genauso gut könnte ich einen Schwangerschaftstest machen. Bei einem positiven Ergebnis würden mir die Experten raten, ein Kinderzimmer zu kaufen und die ordnungsgemäß gekleidete Dame am Nebentisch würde mir gratulieren und vermutlich fragen, wer denn der Vater sei. Ein Schwangerschaftstest kann doch nicht irren und die Wissenschaftler wissen doch, was sie tun, oder?

Als wir uns dann gekampelt und getestet zum Tisch setzten, mit einem herrlichen Blick auf Baden, legte man uns die Zettel zum Ausfüllen für die „Registrierungspflicht“ hin. Ich meine, wie kann es sein, dass ich dem Kellner, der Kellnerin, dem Inhaber der Gaststätte all diese privaten Informationen zukommen lassen muss? Wär ich ein fesches Mädel, würd’s mich nicht wundern, wenn ein spitzer Schani ihr verstohlen eine Nachricht schickt oder sie gleich unverfroren anruft. Er könnte sich ja als Pandemie-Inspektor ausgeben und ein Treffen erzwingen. Ja, als Dichter und Denker hat man eine blühende Phantasie und lässt sie gerne erblühen.

Ich koche, als ich die Telefonnummer von M. auf das Papier kritzle. Sie hat Verständnis und nichts dagegen. Meine zähneknirschende Wutrede nimmt M. gelassen, hat sie doch ganz andere Probleme, über die sich aufregen möchte, aber nicht für diese Lappalie. M., als Familienmensch, weiß um diese Tests, die sie wie Lakritzenstangerln sammelt. Sie hat Routine, die ich niemals haben möchte. Weil ich eine behördliche Gängelung nicht hinnehmen will. Ich möchte gerne die Gesprächsrunden der Beamten sehen, die sich diese Auflagen haben einfallen lassen. Haben die sich schon jemals mit den Fakten, also, nicht den Fake-Fakten, sondern mit echten wissenschaftlichen Fakten auseinandergesetzt. Wohl kaum. Vermutlich stand bei ihnen die Ampel auf Rot und sie durften nur noch die Gesetzesvorlage abstempeln, die irgendein Kasperl als Spaß in die Runde warf und sich interessiert fragte, was sich die Leutchen denn noch so alles gefallen lassen.

Das nächste Mal, sagte ich zu M., werden wir einen Picknick machen. Ich nehme mir etwas zum Essen mit, du nimmst dir etwas zum Essen mit – und die Gastleut können sich ihre Ohrstaberln sonst wo einführen. Spart Geld, spart Gängelung und könnt auch hübsch angenehm sein und an eine Zeit zurückerinnern, als die brotlosen und hungrigen Dichter ja allesamt seufzend auf das Großbürgertum aufschauten, die es sich gut gehen ließen, im Gastgarten. Heute kann mir der Gastgarten gestohlen bleiben. Tagebuch hab ich seit einem halben Jahr sowieso nur noch zu Hause geschrieben – was einmal als Kaffeehausliterat undenkbar gewesen wäre. Aber wie sagte P. einmal, man könne sich an alles gewöhnen. Wobei, an alles bestimmt nicht, aber an fast alles.

In meiner blühenden Phantasie skizziere ich gerade die nächste Dünnschiss-Pandemie herbei, die die WHO ausruft. Höchst infektiös, höchst scheußlich und höchst gewinnträchtig. Um eine Ausbreitung zu verhindern, muss jeder Mann und jede Frau sein eigens Klo haben. Strikte Trennung. Camping-Klos werden in Milliarden Stückzahlen gratis an die Haushalte abgegeben. Spezielles desinfizierendes Toilettpapier verteilt und verkauft. Manch einer schwört darauf, dass der ganze Scheiß mit einer Qualitätszeitung am besten weggeht. Andere bevorzugen Boulevardblätter.

Nach unzähligen Lockdowns und Sperren dürfen die Gaststätten wieder öffnen, die Gäste müssen aber freilich einen Test vor Ort machen. Dann heißt es Hose runter, Ohrstaberl einführen und ein paar Mal herumschwurbeln. Sollte es den Gast erregen, ist die Polizei zu rufen. Das Wattestäbchen dann in die Flüssigkeit, diese auf das Kunststoffding tröpfeln und warten, bis das Ergebnis zum Vorschein kommt. Damit hier kein Schindluder getrieben werden kann, muss diese Testerei von einem Zeugen bestätigt werden. Sollte dies den Zeugen erregen, ist die Polizei zu rufen. Weil, sexuell ist bei dieser Scheißerei einmal gar nix.

Vermutlich glauben Sie jetzt, dieses von mir ausgedachte Szenario wäre absurd und lächerlich, dann frage ich Sie hier und jetzt – Hand aufs Herz, hätten sie vor, sagen wir fünf Jahren, gedacht, dass das Szenario, das wir gerade erleben, nicht auch völlig absurd und absolut lächerlich sei? Natürlich hätten Sie mir gesagt, das sei völliger Blödsinn, da würde ja keiner mitmachen, der bei klarem Verstand sei. Da liegt wohl der Kern des Pudels verborgen, nämlich dass der klare Verstand nicht mehr existent ist, in der Gesellschaft. Der klare Verstand wurde freilich nicht von einem (fake) Virus angegriffen und vernichtet, sondern von einer medialen Flutwelle so lange traktiert, bis der Mensch einknickte und tat, wie ihm gesagt.

Was wir hier erleben ist keine Pandemie, sondern eine gesellschaftliche Geistesgestörtheit. Ja, die ganze Welt ein Irrenhaus.

Willkommen.

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