EM 2021: Spieltag #3

Der 3. Spieltag der Fußball-Europameisterschaft 2021.

England : Kroatien 1:0
lauwarme Kroaten, heiße Engländer im Sterling-Fieber

Der erste Kracher dieser EM verläuft enttäuschend. Die Kroaten nur noch ein Schatten ihrer früheren Tage. Ganz selten zeigen sie Passkombination, kann Modric in der 55. Minute einen Schuss aufs gegnerische Tor anbringen. Der erste im Spiel der Kroaten. Die Engländer überraschen mit einem spritzigen, ideenreichen Spiel. Wer hätte das gedacht? Im Besonderen sticht der spätere Goldtorschütze Sterling hervor, ein kleiner Knirps, der die kroatische Verteidigung schwindlig spielt. Respekt. Die Englische Mannschaft hat viel Potenzial, aber irgendwie ist man sich nie ganz sicher, ob das mentale Gerüst über 90 Minuten hält. Viele junge Spieler, die erst Erfahrung bei Großbewerben machen müssen. Aber mit jedem erfolgreichen Spiel können sie nur stärker werden. Kroatien war an diesem Tag keine große Herausforderung. Auf der anderen Seite muss man der Mannschaft erst einmal ein Tor schießen.

Mit England ist mal zu rechnen. Kroatien? Vielleicht ist ein schwacher Turnierbeginn der nötige Weckruf. Ansonsten heißt es, heia gehen.

Österreich : Nordmazedonien 3:1
Österreichische Slapstick Einlage, gelungener Auftakt

Die österreichische Mannschaft musste gegen den Außenseiter aus Nordmazedonien antreten und machte die Sache am Ende ausgezeichnet. Dabei stockte einem beim Ausgleichstreffer der Mazedonier der Atem. Eine kuriose Slapstick-Einlage:

Hinteregger klärt an der Strafraumgrenze recht kopflos, schießt den Ball Sabitzer in den Rücken, von dort springt der Ball zurück in den Strafraum, wo der herauseilende Tormann diesen scheinbar mit beiden Händen fängt, dabei unglücklich mit einem Mazedonier zusammenstößt, den Ball wieder auslässt und der gute alte Pandev den ihm vor die Füße kullernden Ball trocken einnetzt.

Dieser Gegentreffer erinnert an jene dunklen Zeiten, als die Österreicher in der Verteidigung einem Hühnerhaufen glich, wo man ungeordnet und beinahe ängstlich dem Ball hinterherlief. Nach dem Ausgleichstreffer flammte die Spielfreude der Mazedonier auf, bei den Österreichern war nur noch Sparflamme angesagt. In der zweiten Halbzeit besserte sich das Bild. Wir konnten Nordmazedonien unter Druck setzen – vergaßen dabei aber wieder einmal, dass auch der schwächste Gegner im Konter gefährlich werden kann. Hie und da wurde einem da schon recht mulmig zumute, im Besonderen war die rechte Seite der Mazedonier immer ein Gefahrenquell, den Lainer und sein rechter Mittelfeldkollege (wer war das eigentlich?) nicht Herr werden konnte. Dafür sorgte Lainer für eines der schönsten Tore, als er eine scharfe Flanke von Sabitzer halbhoch mit dem Fuß aus spitzem Winkel verwertete. Unglaublich.

Dass ausgerechnet der eingewechselte Arnautovic mit einer grandiosen Einzelleistung den Sack zumachen würde, hatte freilich keiner auf der Rechnung. Umso mehr freute man sich wie ein kleines Kind, weil das Zittern endlich ein Ende hatte.

Die positivste Überraschung gab es bereits vor dem Anpfiff, weilTrainer Foda Weltklassespieler Alaba ins Abwehrzentrum stellte. Dort gehört er hin – spielte er diese Position bei Bayern München wie kein anderer. Damit hatte die österreichische Mannschaft endlich die Sicherheit in der Abwehr, die es braucht, um in der Offensive etwas zu bewegen. Nebenbei konnte Alaba das Spiel vom Zentrum her eröffnen. Und wir können davon ausgehen, dass sein Wechsel zu Real Madrid dem Gegner Ehrfurcht abverlangt hat. Fußball wird auch im Kopf gespielt, nicht nur auf dem Rasen.

Alles in allem eine famose Vorstellung der Österreicher. So kann’s weitergehen. Wiewohl man sich gegen die Niederländer steigern wird müssen. Die lassen mal nichts anbrennen, in der Offensive. Da braucht es von unserer Mannschaft die Laufleistung eines Pferdes. Hoffen wir mal, dass der Gaul nicht durchgeht.

Niederlande : Ukraine 3:2
Spannung aus dem Nichts

Ich verfolgte das Geschehen am Rasen erst mit der zweiten Halbzeit. Aber die hatte es in sich. Würde man meinen. Dabei machten die Holländer das Spiel, arbeiteten sich viele Chancen heraus und verwerteten sie mustergültig. Die Ukrainer hatten freilich das Glück auf ihrer Seite. Aus einer Chance machten sie zwei Tore. Auch nicht schlecht. Ein Tausendguldenschuss sorgte für den Anschlusstreffer, ein Kopfball für den Ausgleich. Wer hätte das gedacht? Ein Unentschieden lag in der Luft, aber dann schlugen die Niederländer ein weiteres Mal zu. Verdient gewonnen, da gibt es nichts daran zu rütteln. Die Ukrainer durchaus bemüht, hie und da gefällig kombiniert, aber spielerisch waren sie dann doch den motivierten Oranjes unterlegen. Das Spiel der Ukraine gegen Österreich mag auf Augenhöhe geführt werden. Für Spannung ist gesorgt. Herzpulver nicht vergessen!

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