EM 2021: spieltag #10 und #11

Mit dem 10. Spieltag geht es in die letzte Runde der Gruppenspiele. Jetzt geht es also für die Mannschaften um alles oder nichts. Österreich steigt ins Achtelfinale auf und spielt gegen Italien.

GRUPPE A: Italien – Wales – Schweiz steigen auf.
GRUPPE B: Belgien – Dänemark (!) steigen auf.
GRUPPE C:
Niederlande – Österreich (!) – Ukraine steigen auf.

Italien : Wales 1:0
Gut gelaunte Italiener; zufriedene Waliser.

Wie zu erwarten dominierten die Italiener das Spiel von Beginn an. Die Waliser bemüht, das Unentschieden zu halten und nach dem Führungstreffer keine weiteren Tore mehr zuzulassen. Dabei hatte Superstar Bale eine 100%ige Torchance und vergab sie recht kläglich. Mit seinem starken linken Fuß, wenige Meter vor dem Tor, nahm er den herbeigeköpften Ball volley und knallte ihn in den Himmel von Rom. Peinlich. Aber wer weiß, vielleicht hätte das Tor die Italiener so verstimmt, dass sie dann keine Gnade gezeigt hätten. Da die Waliser im Laufe des Spiels einen Mann vorgeben mussten (rote Karte), hätten es also knüppeldick kommen können. Aber die spielfreudigen Italiener wollten sich kein Bein brechen und beließen es beim knappen Sieg, der den Walisern trotzdem zum zweiten Platz reichte.

Schweiz : Türkei 3:1 [Parallelspiel nicht gesehen]
Das schwächste Team dieser EM: die Türkei

Die Türken zeigten wahrlich nichts bei dieser EM. Da braucht es wohl einen radikalen Neuanfang. Die Schweizer haben zumindest ihr Plansoll erfüllt, werden als einer der vier besten Gruppendritten den Aufstieg ins Achtelfinale schaffen. Mit Ruhm bekleckert haben sie sich freilich nicht. Ob sie im Achtelfinale endlich aufwachen und zeigen, was in der Mannschaft steckt, ist zweifelhaft.

Österreich : Ukraine 1:0
Hurra! Wir stehen im Achtelfinale! Jetzt geht’s gegen Italien!

Na, das war mal eine positive Überraschung. Die Österreicher spielten munter darauf los, setzten die auf dem falschen Fuß erwischten Ukrainer von Beginn an unter Druck und sorgten für zahlreiche Chancen. Der brave Arnautovic vergab leider zwei Top-Möglichkeiten, was im nächsten Spiel gegen die Defensivkünstler aus Italien nicht vorkommen darf.

Endlich hatten wir die Außenverteidiger-„Flügelzange“ (Alaba links und Lainer rechts), die gerade im modernen Fußball praktiziert wird. Seltsamerweise enttäuschte aber Weltklassekicker Alaba in der Offensive, kamen seine Flanken so gut wie gar nicht an. Das soll nicht heißen, dass er völlig versagte, mitnichten, er erledigte seinen Job, aber man hätte doch etwas mehr erwarten dürfen. Ähnliches darf man über Arnautovic sagen, der brav rackerte und stets einen Gefahrenherd für die Ukrainer darstellte, aber Torchancen muss man auch nutzen. So gesehen war der gestrige Sieg eine Mannschaftsleistung, die zeigt, dass mit der richtigen mentalen Einstellung vieles erreichbar ist. Grillitsch wurde zum Man of the Match gekürt und Baumgartner machte das entscheidende Tor. Die „neue Generation“ ist damit endlich angekommen.

Gegen Italien wird sich zeigen, ob wir den Flow mitnehmen konnten. Freilich, die Ukrainer, die vermutlich dachten, die Österreicher würden sich mit einem Unentschieden zufriedengeben (hätte zum Aufstieg gereicht), wussten sich gegen unsere Angriffe nicht zu helfen. Man sollte also dieses Spiel jetzt nicht überbewerten, sondern schön brav am Teppich bleiben. Italien ist bei der EM noch nicht gefordert worden. Das Spiel gegen die Schweiz hat aber deutlich gezeigt, dass es vollste Konzentration über 90 Minuten braucht, will man bestehen. Für Spannung ist jedenfalls gesorgt.

Niederlande : Nordmazedonien 3:0 [Parallelspiel nicht gesehen]
Das war wohl zu erwarten.

Russland : Dänemark 1:4
Die kleinen Wunder und die großen Wunden im Fußball.

Eigentlich hatte ich Dänemark schon abgeschrieben. Durch den schmerzlichen Verlust ihres Spielmachers Eriksen, den beiden Auftaktniederlagen gegen Finnland und Belgien, sah es nicht gut für Danish Dynamite aus. Im letzten Gruppenspiel hätte Russland bereits ein Unentschieden zum Aufstieg gereicht. Und falls im Parallelspiel die Belgier den Finnen ein Unentschieden gegönnt hätten, wäre es auch mit einem Sieg gegen Russland nicht einfach gewesen, mit nur 3 Punkten noch ins Achtelfinale aufzusteigen. Aber im Fußball gibt es immer wieder kleine Wunder am Rasen und dumme Fehler im Kopf. Ein Rückpass zum russischen Torhüter wird zur Vorlage eines Dänen, der das 2:0 macht. Eine halbe Stunde vor Schluss der Anschlusstreffer. Jetzt hätte Russland auf Biegen und Brechen den Ausgleich versuchen müssen, statt dessen spielten die Dänen entfesselt auf und versetzten den Russen den Todesstoß mit zwei weiteren Toren. Als Wacker Innsbruck/FC Tirol Fan tat es mir leid, dass die Mannen rund um Trainer Stanislaw Tschertschessow (ehemaliger Goalie von Innsbruck) bei dieser EM leer ausgingen. Aber so ist Fußball. Da wird einem selten etwas geschenkt.

Belgien : Finnland 2:0 [Parallelspiel nicht gesehen]
Belgien machte es eine Weile spannend.

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