EM 2021: Viertelfinal- und Halbfinalspiele

Meine bescheidenen Eindrücke zu den Viertelfinal- und Halbfinalspielen der EM 2021. Falls ich mich später einmal frage, warum die „Nachbesprechungen“ so mau ausfielen, dann sage ich hier und jetzt: Meine Muse hatte Priorität. Genauso #Leben #Liebe #Literatur

Schweiz : Spanien 1:1 1:3 n.E.
Eidgenössischer Einbruch, spanischer Jubel

Die Schweizer haben auch diesmal wieder überrascht. Gleich zweimal. Zum einen konnten sie den Spaniern ein Unentschieden über 120 Minuten abringen, zum anderen verhauten sie das Penaltyschießen wie Anfänger – dabei zeigten sie im Achtelfinale gegen Frankreich, wie man es richtig macht. Die Nervosität war wohl an diesem Abend zu viel für die Schweizer Elf. Die Spanier zitterten sich ins Halbfinale. Dabei hätten sie längst alles klarmachen können in der Verlängerung, da spielten die Eidgenossen bereits mit einem Mann weniger am Feld (rote Karte). Die spanischen Offensivkräfte sind auch diesmal nicht gerade effektiv gewesen.

Belgien : Italien 1:2
Enttäuschend ideenlose Belgier, furios forsche Italiener

Österreich zeigte es ja vor, wie man die Italiener an den Rand einer Niederlage bringen kann. Aber die Belgier spielten ihr Spiel und hofften, dass sich im Umschaltspiel schon die eine oder andere Gelegenheit ergeben würde. Die Italiener versuchten dieses gefährliche Konterspiel zu verhindern, gelang freilich nicht immer, was schlussendlich zum 1:2 Anschlusstreffer führte. Am Ende des Tages waren die Italiener abgebrühter und siegeshungriger, während die hochgelobten Belgier kein Feuer entfachen konnten. So gesehen haben sich die Italiener, die spritziger und forscher an die Sache herangingen, den Sieg verdient.

Dänemark : Tschechien 2:1
Außenseiter unter sich

Es war ein Spiel auf Augenhöhe. So sagt man. Beide Mannschaften gehörten zum Außenseiterkreis des Turniers. So gesehen war wenigstens für einen der Underdogs der Einzug ins Halbfinale gesichert. Tschechien hätte es sich genauso verdient, aufzusteigen, zeigten sie gegen die Niederlande im Achtelfinale keine Scheu und drückten in der zweiten Halbzeit ordentlich auf den Ausgleich. Für Außenstehende musste es so aussehen, als würden die Tschechen um ihr Leben kämpfen. Da wurden Spieler zusammengeflickt und mit „Turban“ auf das Feld zurückgeschickt. Aber schlussendlich sollte es nicht reichen. Die Dänen überraschen ein weiteres Mal.

Ukraine : England 0:4
Das war wohl zu erwarten

Es hätte recht spannend werden können, hätte es nicht nach 4 Minuten im Tor der Ukrainer geklingelt. Eine Konzentrationsschwäche der ukrainischen Hintermannschaft nutzt Harry Kane eiskalt aus. Damit war die Sache praktisch gegessen. Wie hätte die Ukraine da noch zurückkommen sollen? Andererseits, zeigten sie nicht gegen die Niederlande, wie man Tore aufholt, in dem man sie aus dem Nichts macht? Aber die Defensive der Engländer in diesem Turnier ein Prunkstück und erinnert an die alte Royal Navy, die einfach nicht zu bezwingen war. Beim Stand von 3:0 habe ich dann die Fahne gestreckt. Ein englisches Trainingsspiel wollte ich mir nicht anschauen.

HALBINFALSPIELE

Italien : Spanien 1:1 4:2 n. E.
Südländischer Rasentanz

Die Italiener spielten gleich zu Beginn forsch und frech nach vorne. Aber es dauerte nicht lang, bis die Spanier wird ihr „Ballbesitzspiel“ aufzogen. Das nervte natürlich gehörig. Gottlob zeigten die Italiener, dass es auch anders geht, in dem sie zielstrebig das gegnerische Tor suchten. Als Ausbeutet gab es den Führungstreffer. Lange hielt das italienische Bollwerk, wenngleich die spanischen Offensivgranden wieder einmal kläglich vor dem Tor versagten. Zehn Minuten vor dem regulären Ende gab es dann doch noch den Ausgleich. Spannende Verlängerung. Noch spannenderes Elfmetergeschieße. Diesmal verloren die Spanier die Nerven. So ist das. Ich bin froh. Dieses Ballbesitzspiel (es war einmal Tiki-Taka) ist langweilig wie Gemüseauflauf. Da lobe ich mir die Italiener, die mit viel Emotion an die Sache herangehen. So gehört sich das.

England : Dänemark 2:1 n. V.
Beinahe eine Überraschung

Die Dänen überraschten ein weiteres Mal. Ein letztes Mal. Aber es zeigte sich, dass die Kräfte nachließen. Eigentlich zwang mich eine bleierne Müdigkeit ins Bett, aber ich hielt mich tapfer aufrecht – obwohl ich auf der Couch lag und hie und da die Äuglein schloss. Die Verlängerung schien ewig zu dauern. Wenigstens erlöste mich Harry Kane, in dem er den Führungs- und späteren Siegestreffer machte. Guter Kane. Dafür verwandelten die Dänen als einzige Mannschaft einen Freistoß. Der Führungstreffer überraschte. Aber so sind sie, die Dänen. Irgendwie gelingt ihnen immer eine Überraschung. Die Engländer, naja, werden gegen Italien im Finale zeigen müssen, was sie wirklich können.

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