Eine Gesellschaft, die gerettet werden muss – damals und heute

Als angehende Bürger nahmen wir in der Schule natürlich die nahe und ferne Menschheitsgeschichte durch. Wie oft fragten wir uns, warum die Menschen seinerzeit dachten, es könnte tatsächlich Hexen geben, die Teuflisches im Schilde führten. Kluge, gebildete, rechtschaffene und gläubige Bürger, so wurde uns im Unterricht versichert, ließen Scheiterhaufen aufschichten und Unschuldige in Ketten vorführen. Es ergab für uns keinen Sinn. Genauso wie die 1930er Jahre, als es einem Kriegsveteran aus Österreich gelang, das kulturell hochstehende Deutschland mit Reden und Gesten einzunehmen, die Bürger förmlich zu hypnotisieren, diese in einen unheimlichen Zauberbann zu schlagen. Wir Jugendliche verstanden es einfach nicht. Lag nicht alles klar auf der Hand? Musste nicht jeder diese offensichtliche Propaganda durchschauen? Wir rätselten, ob des kollektiven Wahnsinns, aber niemand, der uns eine zufriedenstellende Erklärung geben konnte oder wollte. Trotzdem hieß es: „Niemals vergessen!“

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